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Mit Statutenänderung ins letzte Jahr

Kreuzlingen – Die Ampel zur Auflösung des Vereins Kreuzlingen Tourismus wurden an der Generalversammlung auf grün gestellt. Mit der Integration in Thurgau Tourismus werden die Ziele der «Destination Management Organisation» erreicht. Die Region soll aber nach wie vor gefördert werden.

Geschäftsleiterin Kreuzlingen Tourismus Nicole Esslinger (links) und Präsidentin Silvia Cornel stehen hinter dem Zusammenschluss. (Bild: Kurt Peter)

Die 145. Generalversammlung von Kreuzlingen Tourismus im Restaurant Fischerhaus stand ganz im Zeichen der Integration des Vereins in den Thurgau Tourismus. Präsidentin Silvia Cornel erwähnte die Vorteile des Projekts: «Unsere personellen Ressourcen sind knapp, wir sind als autonome Organisation nicht immer am Puls der Projekte von Thurgau Tourismus, die hervorragend sind.» Der Schritt Richtung Zusammenschluss habe die Konsequenz, dass der Verein aufgelöst werde. Persönlich stehe sie voll und ganz hinter dem Vorhaben. Die Ressourcen könnten noch effizienter eingesetzt werden: «Die Region soll einen nachhaltigen und bewussten Tourismus anziehen.»

Infostelle zieht um
Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus stellte klar, dass «wir mit guten Absichten gekommen sind.» Destination Management Organisation (DMO) heisse, dass der Gast professionelle Dienstleistungen bekomme. Die Finanzierung des Projekts sei durch Thurgau Tourismus bewilligt. Das Problem mit den verschiedenen Tourismusvereinen sei fehlende Koordination der Angebote, unzureichende Nutzung der Synergien und eine Überschneidung bei den Finanzierungen.

Mit der Integration falle der Auftritt als eigenständige Tourismus-Organisation weg, es blieben die lokalen Aufgaben. Es sei das Ziel, das Personal zu übernehmen, die Verträge würden erarbeitet. Als Leiter Produktmanagement und Gästeinformation gab Adrian Braunwalder die Auswirkungen der Integration für Kreuzlingen Tourismus bekannt. «Die Infostelle, bisher am Boulevard, kommt neu an den Schifffahrtshafen, dazu soll das Hafenmeistergebäude umgebaut werden». Die Eröffnung sei auf den 1. April 2021 vorgesehen. Es gebe dann auch neue Öffnungszeiten. So soll die Infostelle vom 1. April bis 15. Oktober 2021 täglich zur Verfügung stehen.

«Es lief gar nichts mehr»
Eine Hürde zur Auflösung des Vereins wurde an der Generalversammlung beseitigt: «Für diesen Schritt braucht es eine qualifizierte Mehrheit, die wir nicht bekommen, wenn wir das Stimmrecht in den Statuten nicht ändern», erklärte Vorstandsmitglied Jörg Sinniger. Die spezielle Mitgliederstruktur aus Gemeinden, Leistungsträgern und Privaten mache den Schritt nötig. Denn bisher habe das Prinzip gegolten, dass die Gemeinden die anderen Mitglieder nicht überstimmen können. «Nun gleichen wir die Stimmrechte an, so dass die Gemeinden an der wohl letzten Generalversammlung im kommenden Jahr neu 906 von total 1006 Stimmen haben werden.» Der Antrag des Vorstandes wurde einstimmig angenommen. Silvia Cornel versprach, dass die Region in Thurgau Tourismus stark vertreten bleibe und bei Projekten entsprechend berücksichtigt werde. «Dass wir in schwierigen Zeiten leben und noch mitten in der Krise sind», erklärte die Präsidentin in ihren Begrüssungsworten zu Beginn der Versammlung. Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht absehbar.

Langsam komme wieder Schwung in den Tourismus, aber die Branche werde Ausfälle haben. «Nach dem März lief bei uns gar nichts mehr», bestätigte Geschäftsleiterin Nicole Esslinger. Die Infostelle sei geschlossen und Kurzarbeit eingeführt worden. Finanzielle Auswirkungen hätten die ausgefallenen Grossveranstaltungen: «Für diese Events fallen die durch uns getätigten Vorverkäufe weg.» Jörg Sinniger sah dies als Kassier auch für das Budget. Habe die Rechnung 2019 schon mit einem Verlust von knapp 23‘000 Franken abgeschlossen, werde das Budget 2020 durch den Wegfall von Beherbungstaxen das Ziel nicht erreichen. Es sei ein grösserer Verlust als die vorgesehen 37‘000 Franken zu erwarten.

Kurt Peter

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