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Frauen sollen ihr Potenzial mehr zeigen

Kreuzlingen – Der Verband der Business and Professional Women (BPW) hat mittlerweile Ableger in über 100 Ländern. Der Club in Kreuzlingen feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Gründerin Nathalie Quiquerez gibt Einblicke in dessen Arbeit.

Präsidentin Rositha Noebel (links) und Gründerin Nathalie Quiquerez. (Bild: zvg)

Vor zehn Jahren gründete Nathalie Quiquerez in Kreuzlingen den BPW Switzerland Club Kreuzlingen. Während sie selbst einst das Ruder in der Hand hielt, ist sie heute ein einfaches Mitglied: «Für uns BPW ist es wichtig, dass es regelmässig einen Wechsel in den Vorstandspositionen gibt.» Aktuell hat Rositha Noebel das Amt der Präsidentin inne. Business and Professional Women (BPW) ist ein weltumspannendes berufs- und branchenübergreifendes Netzwerk für Frauen.

Von der Findungsphase zum Netzwerken
Seit der Gründung des Club Kreuzlingen habe der Vorstand sehr viel Arbeit geleistet. «Am Anfang war es eine Findungsphase und viel Pionierarbeit», erklärt Quiquerez. Heute liege die Priorität darin, die Mitglieder stärker zu vernetzen, untereinander das Netzwerk zu nutzen und weiterzuempfehlen. Genauso wichtig sei es, neue Mitglieder zu gewinnen, um gerade junge Frauen in ihren Belangen zu fördern und zu unterstützen.

Lohngleichheit ist in der Bundesverfassung verankert
Ein grosses Thema, dem sich BPW Switzerland in der letzten Zeit noch verstärkter verpflichtet hat, ist die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau. Seit 1981 ist sie in der Bundesverfassung verankert. «Der freiwillige Lohngleichheitsdialog ist gescheitert. Deshalb konnte noch immer nicht die Lohngleichheit erreicht werden», sagt Quiquerez. Am 1. Juli trat das revidierte Gleichstellungsgesetz in Kraft, das von Unternehmen mit 100 und mehr Angestellten Lohntransparenz fordert. Für BPW Switzerland geht das neue Gesetz noch nicht weit genug. Zumindest sei es ein Schritt in die richtige Richtung, so Quiquerez: «Wir hätten uns ein verbindlicheres und unbefristetes Gesetz gewünscht, das bereits Unternehmen ab 50 Angestellten in die Pflicht nimmt.»

Eine Sache, die der Gründerin am Herzen liegt ist, dass sich Frauen im geschäftlichen Bereich noch mehr unterstützen und weitere Frauen ermutigen. «Frauen haben eine gute Ausbildung, sind Unternehmerinnen, stehen in Führungspositionen und sollen dieses Potenzial auch zeigen, zum Beispiel am Rednerpult.» Beim diesjährigen Wirtschaftsforum Thurgau gäbe es keine Rednerin, da nach Aussage der Veranstalter keine passende Frau zu finden war. «Das darf nicht sein», sagt Quiquerez und fährt fort: «Gerade beim starken Thema Krise, Klima, Köpfe – verantwortungsvolles Handeln nach 2020 – sind Frauen gefragt und sollten mitgestalten.»

Und bis zum nächsten Jubiläum wünscht sie sich weniger Wechsel im Club Kreuzlingen und einen Erfolg bei den politischen Themen: «Männer und Frauen sollen den gleichen Lohn erhalten, flexible Arbeitsmodelle müssen umsetzbar sein und ich möchte mehr Frauen in Geschäftsleitungen und auf verantwortungsvollen Posten sehen.»

Füreinander da
Die Clubs sind da, um Frauen in ihren geschäftlichen wie politischen Aktivitäten zu fördern. In schwierigen Zeiten erhalten die Mitglieder da auch Unterstützung. «Die letzten Monate waren hart. Deshalb baten wir den Frauen proaktiv Hilfe in beruflichen Belangen an, falls Engpässe oder Ausfälle entstanden wären», erklärt Quiquerez.

Interessentinnen können sich ein Bild vom Vorstand unter www.bpw-kreuzlingen.ch/Ueber-uns/Vorstand machen.

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