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Kulturzentrum: SVP will Antworten

Kreuzlingen – Die SVP-Gemeinderatsfraktion will Klarheit, wie es mit dem Kulturzentrum im Schiesser-Areal weiter geht. Die Fraktion kritisiert fehlende Kommunikation und spricht von Salamitaktik.

Die SVP-Fraktion will wissen, wie es mit dem Kulturzentrum im Schiesser-Areal weitergeht. (Bild: Kurt Peter)

Ein Artikel im Online-Magazin «thurgaukultur» habe sie stutzig gemacht, sagt SVP-Gemeinderätin Barbara Hummel. Das sei von Frustration der Kult-X-Betriebsleitung, von einem ausgeweiteten Kulturbetrieb und Bewilligungsverfahren für eine Umnutzung die Rede.

«Seit Jahren spricht der Stadtrat davon, im Schiesser-Areal ein Kulturzentrum zu realisieren. Aufgrund der Investitionen von 10,1 Millionen Franken (im Finanzplan 2020 bis 2023) ist dazu eine Zustimmung durch die Stimmbürgerschaft zwingend», heisst es in der Anfrage. «Wie aber sollen die Stimmberechtigten zu einer Vorlage Ja sagen, wenn sie nicht wissen, über was sie überhaupt abstimmen?», fragt sich Hummel.

Nach wie vor nicht behandelt
Inzwischen seien an der Liegenschaft allgemeine Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten durchgeführt worden, nach Aussage des Stadtrates ohne Präjudiz für eine spätere Nutzung. Dem Artikel sei zu entnehmen gewesen, dass die Kulturtätigkeit weiter ausgeweitet werden solle. «Eine Behandlung des Geschäfts im Gemeinderat, geschweige denn eine Volksabstimmung hat aber nach wie vor nicht stattgefunden.»

Die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass müsse jetzt endlich Stellung beziehen, begründet Hummel die Anfrage weiter. Das gebe auch dem Kult-X eine Planungssicherheit. Die Ausweitung des Kulturbetriebs bezeichnet die Gemeinderätin als Salamitaktik. «Am Ende muss das Volk Ja sagen, weil es vor vollendeten Tatsachen steht», sagt sie. Deshalb will sie vom Stadtrat auch wissen, ob es sich beim Projekt immer noch um einen Versuchsbetrieb handelt und wenn ja, bis wann diese Phase abgeschlossen ist.

Gibt es einen Plan B?
Die SVP wolle den Stadtrat mit der schriftlichen Anfrage «zu seinem Glück zwingen» und endlich Klarheit über das weitere Vorgehen im Schiesser-Areal haben. Dem Kult-X wurde vom Regierungsrat ein Lotteriefondsbeitrag von 100‘000 Franken gewährt. Dies für Kulturprogramm und technische Infrastuktur. Die SVP will daher wissen: «Ob der Stadtrat in irgendeiner Form eine Absichtserklärung abgegeben hat, damit der Regierungsrat einen Beitrag spricht, für ein Projekt, dessen Rahmenbedingungen in vielerlei Hinsicht noch gar nicht bewilligt sind.»

Damit spricht die Fraktion ein Umnutzungsgesuch der Stadt an und will wissen, welchen genauen Wortlaut dieses in Bezug auf den Nutzungszweck hat. «Wir wollen auch wissen, ob die Stadt einen Plan B für ein Kulturzentrum hat, falls die Nutzung im Schiesser-Areal von den Stimmberechtigten abgelehnt wird.» Von der schriftlichen Anfrage erhoffe sich die Fraktion eine endlich bessere Kommunikation und Information betreffend Schiesser-Areal und sie setze auf «zeitnahe Antworten», erklärt Hummel.

Kurt Peter

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3 thoughts on “Kulturzentrum: SVP will Antworten

  1. Joachim Kohler

    Eigentlich muss man Frau Hummel dankbar dafür sein, dass Sie mit dieser Motion den Stadtrat nun offiziell dazu auffordert, eine transparente und klare Stellungnahme in Sachen Kulturentwicklung und -förderung in Kreuzlingen zu beziehen, damit dieses zähe und langwierige Katz- und Maus-Spiel mit personellen Kollateralschäden endlich mal aufhört! Dass dieser Denkzettel nun ausgerechnet von der SVP kommt ist … „Ironie des Schicksals“

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  2. Bruno Neidhart

    „…..dessen Rahmenbedingungen…….noch gar nicht bewilligt sind“, ist ein gutes Stichwort – Frau Hummel. Ohne „Bewilligung“ wurde ja jüngst einem viel grösseren Stadtprojekt plötzlich der Hahn zugedreht……! In der Tat sollten Entscheidende vorher wissen, ob eine Sache tatsächlich „Hand und Fuss“ hat. Sonst kann es zu Peinlichkeiten kommen, die gesellschaftspolitisch negativ einwirken (können).

    Das Kult-X trällert schon derart lange vor sich hin, ohne dass (dem Publikum) genauere Zielangaben sichtbar sind, wie denn das Ganze zu laufen hat, damit hier wirklich etwas „Hand und Fuss“ bekommt – bei grossem Respekt der bereits aktiv Beteiligten! Ungewissenheit ist deswegen schade, weil „Kultur“ – im weitesten Sinn – tatsächlich in den Bereich Hauptstrasse/Zentrum gehört, um hier publikumsattraktiv einzuwirken. Denn besonders über öffentlich zugängliche Orte kann eine Kleinstadt dem Sog grösserer Städte etwas entrinnen. Das Gewerbe allein genügt auf Dauer kaum, hofft dagegen auf breite gesellschaftliche Unterstützung. Und so macht es denn tatsächlich Sinn, beispielsweise eine Kulturinstitution – wie das Kult-X – kräftig gezielt zu fördern und zeitnah in allen Teilen zu realisieren. Gleichlaufend ist z.B. ebenso vorstellbar, eine moderne Stadtbibliothek (mit allen Drum und Dran – Kreuzlingen ist „Bildungsstadt“!) kräftig ins Zentrum zu stellen. Dazu gibt es aktuell erstaunlich gute Beispiele anderer Städte (Dass auch ein attraktives Stadthaus belebend einwirken kann, soll hier für einmal nur am Rande erwähnt werden…..).

    Wenn nun die SVP „Planungssicherheit“ in Sachen Kult-X möchte, so ist das zwar nicht abwägig, doch kann dieses Modewort auch als Synonym Verwendung finden, um eine Angelegenheit auf den berühmten „Sankt-Nimmerlein-Tag“ zu verschieben. Dies besonders dann, wenn sich „Sicherheit“ auf sehr viele Jahre zu beziehen hat. So was mit „Planungssicherheit“ läuft derzeit beim FC Kreuzlingen 1905 ab, der erst in 10-12-15 Jahren von der Stadt gesagt bekommen soll, wo denn der Club – endlich! – eine gesicherte Heimat haben kann. Das wiederum bedingt stets teure Provisorien, um den Vereinsbetrieb (als gesellschaftliche Aufgabe!) aufrecht erhalten zu können. Und in 10-12-15 Jahren sind wieder andere am Stadtruder, mit anderen Ideen, usw. Ein Spiel mit vielen Siegeln also…..

    So gesehen hat „Planungssicherheit“ nur dann einen Sinn, wenn „Planung“ und „Realisierung“ zeitlich enger aufeinander abgestimmt sind. Im Fall Kult-X ist das durchaus möglich, da die Örtlichkeit schon mal bestimmt ist. Somit geht es jetzt um den breiten qualitativen Inhalt dieser Institution – auch um die Bedingungen eines Regelbetriebs, was dann zusammen zu einer überschaubaren Baumassnahme führen kann, um Wirksamkeit entfalten zu können. Letztlich brauchen Abstimmende dann noch eine klare, hieb- und stichfeste Vorlage.

    Alles was „Kultur“ bedeutet – bedeuten kann, sollte in einer Bildungsstadt immanent sein. Dies ist in Kreuzlingen gleichlaufend mit der Chance vergesellschaftet, das Zentrum attraktiv „mit zu bilden“. Davon profitiert schliesslich die Stadt als Ganzes.

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  3. Frischknecht Ernst

    Einmal mehr bestätigt sich die kulturfeindliche Haltung der SVP – lokal und national. Gezielt sucht man sich Projekte aus, die nach Überzeugung der SVP von kritischen Leuten vorangetrieben werden und nichts mit Hurrapatriotismus zu tun haben.
    Hinter dem Schiesser-Areal sind viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tätig, die mit dem Kult-X beachtliche Erfolge ausweisen können. Ihnen und der nimmermüden Stadträtin Raggenbass gilt es den Rücken zu stärken.

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