/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Fotoring als Vogelfalle

Leserbrief – Aus der Presse sind wir in diesen Tagen über das Projekt des Fotoringes im Seeburgpark informiert worden.

(Bild: archiv)

Der Vogelschutzverein Kreuzlingen fordert die Stadt auf, den vorgesehenen Standort im Seeburgpark zu überprüfen, obwohl die Einsprachefrist gegen die Baubewilligung schon abgelaufen ist. Er befindet sich in einem sensiblen Natur- und Vogelschutzgebiet.

Spiegelnde Flächen sind für Vögel nicht eindeutig erkennbar. Man nennt sie auch Vogelfallen, da die Vögel darauf zu fliegen und sich beim Aufprall verletzen oder das Genick brechen. Eine Glasscheibe am Hafenbahnhof wurde deshalb kürzlich auf Initative des Vogelschutzvereins von der SBB fachgerecht mit Schutzfolien beklebt.

Die Fachstelle der Vogelwarte Sempach beurteilt dies auf unsere Anfrage folgender Massen:

Grundsätzlich sind alle Flächen, die die Umgebung spiegeln ein potenzielles Kollisionsrisiko für Vögel. In einer naturnahen Umgebung wird die Gefahr verstärkt. Insbesondere gespiegelte Büsche und Bäume erhöhen das Risiko.»

Der Konstanzer Trichter ist ein international anerkanntes Brut-, Rast- und Winterrevier für Tausende von Wasservögeln. Sie landen in grossen Schwärmen während dem Vogelzug im Herbst und im Frühling. Kreuzlingen und Konstanz haben eine besondere Verantwortung dafür zu tragen. Der benannte Standort befindet sich in der Anfluglinie, direkt am Naturschutzgebiet. Die angrenzenden Wiesen sollten vor Störungen geschützt bleiben. Das Ried im Park ebenfalls. Ein anderer Standort müsste geprüft werden.

Der Seeburgpark ist ein Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen, insbesondere für Vögel, Amphibien und Insekten. Als Lebensraum für den Mensch benötigt er keine weitere Animation, schon gar nicht, wenn diese die Vögel bedrohen.

Ulrike Bühler, Vogelschutzverein Kreuzlingen

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.