/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Der Vogelschutzverein Kreuzlingen sieht Klärungsbedarf

Leserbrief – Für Walter Lüthi, vom Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung, sind wichtige Informationen betreffend dem geplanten Hafenprojekt in Münsterlingen, noch ausstehend.

Pfeifenten hier in der Nähe der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Dezember 2019. (Bild: Walter Lüthi)

Der Gemeinderat von Münsterlingen hat im September 2019 ein neues Hafenprojekt  vorgestellt, das jetzt zur Abstimmung gebracht wird. Die Stimmbürger  sollen also entscheiden, ob finanzieller Aufwand durch die Gemeinde gerechtfertigt erscheint, um das Projekt weiter zu planen. Um Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen, sind meines Erachtens wichtige Informationen noch ausstehend. Der Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung bittet die Verantwortlichen dringend um Aufklärung.

Unsere Sorge gilt vorwiegend der Natur. Die Vielfalt an Pflanzen und Tieren der Bodenseelandschaft soll, auch zum Wohlbefinden der Bevölkerung, erhalten bleiben. Schlussendlich wird eine neue Hafenanlage nur dann bewilligt werden, wenn das Projekt umweltverträglich ist.

Als Vogelschützer erinnern wir an die vielen Tausend Wintergäste unter den Vögeln, welche die Flachwasserzonen der umliegenden Buchten und die ufernahen Wiesen  in den Wintermonaten aufsuchen. Der Bodensee ist und bleibt in Zentraleuropa das wichtigste Überwinterungsgebiet. Etwa 50 Vogelarten finden hier Nahrung und Sicherheit, bevor sie wieder in ihre Brutgebiete fliegen.

Welche dieser Arten kennen Sie: Kolbenente, Reiherente, Schnatterente, Krickente, Pfeifente, Schellente, Gänsesäger, Sturmmöwe, Lachmöwe, Steppenmöwe, Prachttaucher, Zwergtaucher, Teichhuhn, Blässhuhn, Silberreiher (zufällige Aufzählung, alle sind im Winter in der nähern Umgebung nebst vielen andern).

Offene Fragen zum Hafenprojekt in Münsterlingen:

  1. Welche Massnahmen zum Schutz der Flachwasserzone östlich und westlich des neuen Hafens sind geplant?
  2. Umfasst das Reglement für die Hafenbenutzer auch Hinweise zum Schutz der Umwelt?
  3. Wird sichergestellt, dass keine zusätzlichen Flächen für Parkplätze versiegelt werden?
  4. Gibt es einen Hafenmeister, welcher die Hafenordnung umsetzt?
  5. Was passiert mit der naturnahen Uferlandschaft im «Hafefäld» östlich des Fussballfeldes während der Bauphase und danach?
  6. Gibt es eine Garantie, dass nicht mehr als die geplanten 180 Hafenplätze erstellt werden, und wie lange gilt diese?
  7. Kann der Zugang für andere Wanderboote über den Hafen geregelt werden, damit nicht zusätzliches Ufer strapaziert wird?
  8. Wird das jetzige Bojenfeld in Landschlacht vollständig aufgelöst? Wird das freiwerdende wertvolle Ufer entsprechend saniert und geschützt?

 

 

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