/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Mutausbruch für die Kultur

Kreuzlingen – Kulturveranstaltungen in Zeiten einer Pandemie erfordern Mut und Risikobereitschaft, von Kulturschaffenden und Kulturinteressierten gleichermassen. Leopold Huber und Astrid Keller haben sich in diesem Sommer trotz schwierigster Bedingungen und unkalkulierbarem finanziellen Ausgang für die Durchführung der Produktion von «Was ihr wollt» entschieden.

Trotz Risiken haben sich Leopold Huber und Astrid Keller für die Durchführung von «Was ihr wollt» entschieden. (Bild: See-Burgtheater)

Begeisterte Zuschauer und ein finanzielles Plus haben alle Befürchtungen verblassen lassen. Mit ihrem Erfolg wollen die Intendanten anderen Kulturschaffenden Mut machen.

Energischer Applaus erfüllte am 16. Juli das Kreuzlinger Seeufer. Wenn auch ohne Bravo-Rufe, denn diese waren laut Schutzkonzept des See-Burgtheaters nicht erlaubt. Klatschend und mit den Füssen stampfend wusste das Publikum dennoch seine Begeisterung über die Premiere von Shakespeares «Was ihr wollt» auszudrücken. Insgesamt 21 Aufführungen gab es, zwei davon waren Zusatzvorstellungen, die aufgrund der hohen Nachfrage gespielt wurden. Während der gesamten Spielzeit war die Tribüne bis auf den letzten Platz der erlaubten Auslastung gefüllt.

«Es war nichts selbstverständlich»
Allen Unsicherheiten zum Trotz hat sich das See-Burgtheater den Herausforderungen von Theater im Pandemie-Kontext gestellt. Mit Erfolg. Ein stattliches Plus von 10‘000 Franken wurde in diesem Jahr erwirtschaftet. Allerdings war laut Intendant Leopold Huber: «Nichts selbstverständlich in diesem Sommer.» Statt der üblichen 100 Prozent Platzauslastung durften aufgrund der Schutzmassnahmen nur etwa 70 Prozent der Zuschauertribüne genutzt werden, locker und mit ausreichend Abstand. Insgesamt 4455 Besucher sahen das Stück. Die Intendanten wollen mit ihrem Erfolg auch andere Kreative ermutigen: «Gerne wollen wir allen Kulturschaffenden Mut machen, kulturelle Anlässe zu wagen. Das ist gut für die Gesellschaft, für die Kunst und für die Kunstarbeiter.»

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