/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

«Nach einem Tag 40‘000 Aufrufe»

Kreuzlingen – Mit bald 200‘000 Follower und über sieben Millionen Likes ist Leonard Stucki alias «leonard.khalifa» aus Kreuzlingen ein kleiner Star auf Tiktok. Im Interview erzählt der 23-Jährige über seine Anfänge, erklärt die Faszination rund um diese App und weist auf die Gefahren hin.

Leonard Stucki hat sich zu einer regionalen Grösse auf Tiktok gemausert. (Bild: Patrick Baljak)

Kreuzlinger Zeitung: Am 15. Juni 2019 hast du dein erstes Tiktok-Video hochgeladen, jetzt hast du etwas mehr als 180‘000 Follower. War das so geplant?
Leonard Stucki: Absolut nicht. Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit Videos zu schneiden und als ich dann mein erstes Tiktok hochgeladen habe, hatte es bereits nach einem Tag über 40‘000 Aufrufe. Auch meine nächsten Videos liefen nicht schlecht und von da an habe ich angefangen kontinuierlich Videos hochzuladen.

Was sagst du zu denen, die finden, dass Tiktok eine komische Social-Media-Plattform für Kinder sowie Jugendliche ist, in der kurze und alberne Videos hochgeladen werden?
Bevor ich die App runtergeladen habe, hatte ich denselben Gedanken. Natürlich gibt es immer noch alberne und sinnlose Inhalte, aber dem gegenüber gibt es Creators, die mehrere Stunden Arbeit investieren, um hochwertige Videos zu produzieren, was für pure Unterhaltung sorgt. Auch gibt es mittlerweile viele lehrreiche Inhalte.

Mit welchen Inhalten versuchst du deine Community zu unterhalten?
Meine Videos bestehen grösstenteils aus humorvollem Content, bei dem ich teilweise mit Greenscreen arbeite und sie mit passender Hintergrundmusik hinterlege.

Woher kommen die Ideen für deine Videos?
Meine Inspirationen hole ich mir auf Tiktok selbst oder anderen sozialen Kanälen und versuche sie auf meine Art neu zu interpretieren. Eine weitere Quelle sind die Gespräche mit meiner Familie und Freunden sowie meiner Freundin Lina Senn alias linasophiasenn, die ich ebenfalls über Tiktok kennengelernt habe.

Wirst du in der Öffentlichkeit erkannt?
Ich bin immer wieder selbst erstaunt, wie viele mich auf der Strasse erkennen und mich um ein Foto bitten oder mir ein positives Feedback geben. Für mich ist das jedes Mal etwas ganz besonderes und ich nehme mir gerne die Zeit dafür. Schliesslich ermutigt mich meine Community immer weiter zu machen.

Welche Ziele verfolgst du noch?
Zurzeit arbeite ich noch als Veranstaltungstechniker aber konnte durch Tiktok bereits einige Erfolge feiern. Neben diversen Produktplatzierungen, bin ich als Komparse beim Dark Nights in Tägerwilen mit dabei, führe den offiziellen Tiktok-Account von iTheorie und bin als Gast bei den Swiss Comedy Awards eingeladen. Den Swiss Comedy Award selbst mal zu gewinnen, wäre der Wahnsinn.

Der chinesische Konzern Bytedance steht zurzeit mit Tiktok in diversen Ländern wegen Privatsphäre und Datenschutz unter Druck. Wie beurteilst du die Lage?
Natürlich geben die Nutzer wie bei jeder Social-Media-Plattform sehr viel von sich preis. Und nun hat jetzt auch China eine weltweit erfolgreiche App, die Daten über uns sammelt, was es nicht besser macht. Aber durch die Nutzung meines Smartphones und die Bedienung diverser Apps wie Facebook, Google oder des Ortungsdienstes ist es eine Farce Tiktok diesbezüglich zu verbieten.

Auf was müssen Eltern achten, wenn sich ihre Kinder auf der Plattform aufhalten?
Die Eltern sollten immer ein Auge darauf haben, was ihre Kinder auf den sozialen Medien treiben. Tiktok bietet die Möglichkeit explizite Inhalte auszublenden oder gewisse Nutzer zu blockieren. Auch Mobbing ist immer wieder ein Thema, da die Kommentare unter den Videos sehr verletzend sein können. Grundsätzlich würde ich dazu raten, wenn Kinder einen Account führen wollen, bei dem sie Videos von sich hochladen, ihn auf privat zu stellen, damit ihn nur die Freunde sehen können.

Zu Tiktok
Die chinesische Video-App Tiktok wirkt wie eine Wundertüte voller Überraschungen. Es bietet eine bunte Vielfalt an lustigen, skurrilen, kreativen und manchmal sogar nützlichen Videos. Schätzungsweise eine halbe Million Schweizer nutzen die App regelmässig. 

Patrick Baljak

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