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Die drei Musketiere der Musik

Kreuzlingen – Mit ihrem Debütalbum «Fantastiques» hat die Band «Trois Imaginaires» ein Album voll Fiktion und Geschichten erschaffen. Welche Wahrheiten sich hinter den fantastischen Klangwelten verbergen, können Zuhörende heute Abend im Kult-X entdecken.

In der Musik von «Trois Imaginaires» entstehen fiktive Wirklichkeiten. (Bild: zvg)

Da wird keine Komposition nach Schema F abgespielt, aus den Instrumenten der drei Musiker entspinnen sich ganz neue Welten und Sagen. Wie in einem Roman kommt es nach einer Einleitung dabei zu heroischen Taten oder dramatischen Wendungen. Dass es für solche Ausflüge in die Gedankenwelt nicht mehr als Gitarre, Bass und Schlagzeug braucht, beweist die Band «Trois Imaginaires». Gebildet aus dem Zufallsprodukt eines Jams, sind die drei Profimusiker aus den gleichen Gründen zusammengeblieben, weshalb auch Freundschaften die Zeit überdauern: Es passt gut. Dabei hören die gemeinsamen Interessen nicht bei der Musik auf, die Band trifft sich auch abseits des Proberaums, um gemeinsam abzuhängen, zu zocken oder über Serien zu diskutieren. Diese Verbindung hört man der Musik an: «Eine Freundschaft macht es einfacher, in eine Beziehung zu seinen Mitmusikern zu treten und dadurch die Musik zu stärken», ist Gitarrist Anatole Bucella überzeugt. Mit seinen Ideen und Kompositionen begann vor vier Jahren der musikalische Prozess, welcher nun seinen Höhepunkt im ersten Album «Fantastiques» gefunden hat.

Rätselhafte Wahrheiten
Wie mit den Auftritten verhält es sich dabei beim Liederschreiben. Meist kommt Bucella mit einer Idee oder gibt eine Richtung für das Stück vor, doch der eigentliche Song entsteht gemeinsam mit Bassist Pino Zortea und Schlagzeuger Samir Böhringer. «Ich würde deshalb nie behaupten, die Songs stammen von mir. Das ist ein Werk von uns allen», erklärt der 27-Jährige. Dabei prallen Genres wie Rock, Jazz, Punk und Ambient zusammen und vermischen sich zu epischen Balladen. Da eine solche bunte Mischung schwer in bestehende Genres zu packen ist, haben die drei kurzerhand eigene Bezeichnungen für ihre Musik ersponnen. In ihrem Manga-Jazz oder Geek-Rock wechseln sich rasante Schlagzeugpassagen mit hypnotisierenden Bassriffs ab, springt man im Takt der Gitarrensynthesizer zwischen musikalischen Welten hin und her. Zentral dabei sind die Geschichten, welche die Musik erzählt. «Bei manchen Songs wissen meine Bandkollegen, was für Storys hinter den Songs stecken, bei anderen lasse ich sie rätseln», schmunzelt Bucella. Die Zuhörer lädt der Gitarrist ebenfalls ein, die persönlichen Wahrheiten hinter der musikalischen Fiktion zu suchen. «Ich will die Leute unterhalten, aber dabei nicht von sich selbst ablenken», sagt der Zürcher, welcher bereits im Alter von vier Jahren von der Gitarre fasziniert war.

Dass der Fantasie von «Trois Imaginaires» keine Grenzen gesetzt sind, beweisen sie mit ihrem Schaffensdrang. Im Dezember geht es bereits wieder ins Studio, Material für neue Songs haben die drei bereits genug zusammen. Ein Ende ihrer Suche nach neuen musikalischen Welten ist also noch nicht in Sicht.

Live erleben
Das Album «Fantastiques» von «Trois Imaginaires» gibt es auf bandcamp.com zu kaufen. Zu hören ist die Band ausserdem heute Freitagabend, 20 Uhr, im Kult-X an der Hafenstrasse 8 in Kreuzlingen.

Emil Keller

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