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Eine Konsolidierung beim Wachstum erwünscht

Tägerwilen – Mit Markus Ellenbroek und Thomas Gerwig treten zwei bürgerlich politisierende Kandidaten für das Amt des Tägerwiler Gemeindepräsidenten zur Wahl an. Sie kreuzten in der Podiumsdiskussion ihre Klingen, die von Gemeinsamkeiten geprägt war.

Unter der Leitung von David Angst (mitte) diskutierten Markus Ellenbroek (links) und Thomas Gerwig. (Bild: Kurt Peter)

«Jetzt müssen Sie den Anwesenden einmal ihre Differenzen erklären, Sie sind sich ja in allem einig», sagte Moderator David Angst zur Hälfte der Podiumsdiskussion in der Dreifachturnhalle, in der am Montagabend 120 Interessierte Platz genommen hatten. «Die Stimmberechtigten wollen nach der Veranstaltung schliesslich wissen, wen sie am 29. November wählen wollen». Tatsächlich hatten die beiden Kandidaten bis zu diesem Zeitpunkt in fast allen Themen Übereinstimmung gezeigt. Auf die Nachfrage von Angst gab es dann doch die einzig bemerkenswerte Differenz: Thomas Gerwig stellte sich als eindeutig «grüner» heraus, für ihn standen Klimaschutz, Biodiversität und die Förderung erneuerbarer Energien weit oben auf der Prioritätenliste. «Für mich ist das tatsächlich ein Thema, aber kein Schwerpunkt», sagte Markus Ellenbroek.

Offen, tolerant und liberal
Beide Kandidaten sind verheiratet, haben zwei Kinder und einen ähnlichen beruflichen Werdegang. Beide arbeiten im Finanzbereich und beide sehen Führungserfahrung sowie Teamwork als Stärken an. Und beide bezeichneten sich, aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit, als offen, tolerant und liberal. «Diese freiheitlichen Werte sind der Grund, warum ich in der FDP bin», sagte Ellenbroek, und Gerwig politisiert für die CVP in der Mitte: «Familie gehört für mich auch zu den grossen Werten.»

Beide haben politische Erfahrung in der Gemeinde. Ellenbroek ist Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, Gerwig seit 3,5 Jahren im Gemeinderat.

Über den starken Wachstum der Gemeinde machten sich beide Gedanken. Für Ellenbroek war wichtig: «dass wir den dörflichen Charakter behalten können, doch leider sind viele Bauvorhaben nicht durch den Gemeinderat kontrollierbar.» Er wünsche sich eine Konsolidierung des Wachstums. «Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der nächsten 15 bis 20 Jahre sind durch die Ortsplanung gegeben», sagte Gerwig. Die Probleme des Wachstums sehe er, er wolle diese mit der Bevölkerung in einem Dialog besprechen.

Beide für Kinder- und Jugendzentrum
Beim momentan heissesten Eisen in der Gemeinde, dem Kinder- und Jugendzentrum, sprachen sich beide für ein «Ja» am kommenden Wochenende aus. «Aber das gibt eine enge Kiste und das Resultat ist schwer vorherzusagen», sagte Ellenbroek. Er habe für sich die Vor- und Nachteile sowie persönliche Bedenken abgewogen: «Ich bin zum Schluss gekommen, dass die Realisierung eine Riesenchance für Gemeinde und Schule ist.» Gerwig hoffte auf ein deutliches Votum, egal ob Ja oder Nein. Er persönlich sei für das Kinder- und Jugendzentrum, der Bedarf sei ausgewiesen, es sei ohne Steuererhöhungen umsetzbar und löse die problematische Parkplatzsituation.

Auf die Frage nach anstehenden Infrastrukturprojekten war für beide ein neuer Werkhof und die Realisierung der Mehrzweckhalle wichtig. «Unsere Vereine haben zu wenig Platz», sagte Gerwig. Die Mehrzweckhalle sei aber im Zusammenhang mit Bürgerhalle und Sportplatz zu beurteilen.

Beide Kandidaten waren klar der Meinung, dass solche Projekte eine vor-ausschauende Planung, eine gute Kommunikation und eine frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung brauchen, um sie breit abzustützen.

Tägerwilen habe einen Ausländeranteil von 40 Prozent, so Angst: «Wie sehen Sie deren demokratische Mitwirkung?» Thomas Gerwig sah die Möglichkeiten des Engagements, Tür und Tor ständen offen. Wenn die Stimm- und Wahlberechtigung für Ausländer politisch realisierbar wäre, «warum nicht?», sagte er. Ellenbroek hingegen sprach sich für den Einbürgerungsprozess aus, um an die Wahl- und Stimmberechtigung zu kommen.  Kurt Peter

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