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Eugensberg wird auf Vordermann gebracht

Salenstein – Die neuen Eigentümer des Schloss Eugensberg, der Internetmillionär Christian Schmid und seine Frau, renovieren zusammen mit dem Architekturbüro von Peter Dransfeld das vernachlässigte Anwesen für einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Ziel ist zudem eine CO2-neutrale Energieversorung.

Bruno Lorenzato (links), Alexandra Schmid, Peter Dransfeld. (Bild: Sandro Zoller)

Vor rund 1,5 Jahren hat Christian Schmid das Schloss Eugensberg erworben. Der Preis lag bei über 30 Millionen Franken. Damit gehört ihnen der wohl grösste Privatgrundbesitz des Kantons. Seit vergangenem Frühling sind er und seine Frau, Alexandra Schmid, auf dem Gelände eingezogen. Momentan leben sie aber noch im Wohnhaus des früheren landwirtschaftlichen Gutshofes.

Schmid, die Bauherrin, freut sich bald ins Schloss einzuziehen. Wenn alles nach Plan verläuft, beginnen die Bauarbeiten Anfang 2021 und im Frühling 2022 können die Schlossherren den Räumen Leben einhauchen. «Ich hatte nie vor in einem Museum zu wohnen, da ich zu dieser Epoche nicht wirklich einen Bezug habe. Aber mir gefällt es hier einfach. Auch die Abgeschiedenheit kommt mir entgegen», sagt Schmid. Mit dem Areal verbindet sie dann doch etwas. Ihre Grossmutter habe zwei Mal auf Eugensberg logiert, während er als Erholungsort genutzt wurde. «Ich habe von ihr eine Postkarte mit diesem Raum darauf erhalten», erzählt Schmid während des Rundgangs. Auch dass sie zu zweit so viele Zimmer zur Verfügung haben, mache ihr keine Probleme.

Der elegante Prachtbau entstand 1819 auf Geheiss von Eugène de Beauharnais, einem Stiefsohn von Napoleon Bonaparte. In der jüngeren Geschichte des Hauses lebten die Familie des Arboner Industriellen Hyppolit Saurer und danach die Familie Erb auf Eugensberg.

Eine neue Herausforderung
«Denkmalpflege hat mich schon immer begleitet, diese Art aber noch nicht», sagt Peter Dransfeld. «Anders als sonst, enthält dieses Projekt keinen Erweiterungsbau.» Bei der Aufarbeitung der Akten und Pläne habe ihn verwundert, dass zu Erbs Zeiten extrem eingegriffen und nicht nur aufgehübscht wurde. Dieses Mal sind nur sanfte Eingriffe geplant, um das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Ein Balkon wird leicht vergrössert, Zimmerwände entfernt und die Gebäudehülle sowie Haustechnik auf den neusten Stand gebracht. Zusätzlich fallen Sicherungsarbeiten zum Erhalt der baulichen Zeugnisse in der Sandegg an. Deren Geschichte reicht 1200 Jahre zurück. Der grosszügige Swimmingpool hat bereits eine Generalüberholung erfahren und ist bereit, um darin Längen zu schwimmen. «Als mir Frau Schmid mitteilte, dass ihr eine schonende Energieversorgung am Herzen liegt, freute mich das sehr», sagt Dransfeld. Deshalb setzten sie sich gemeinsam als Ziel, dass der Jahresbedarf an Strom und Wärme für das gesamte Areal CO2-neutral durch Energieholz aus dem eigenen Wald gedeckt wird. Die Bauherrin ist pragmatisch: «Räume, die wir nicht nutzen, können auch nur 16 anstelle 22 Grad haben.»

Schloss bleibt der Öffentlichkeit verwehrt 
«Als Gemeinde sind wir erfreut mit Schmids eine Käuferschaft gefunden zu haben, die ins Schloss Eugensberg investiert. Das ist nicht selbstverständlich», sagt Bruno Lorenzato, Gemeindepräsident von Salenstein. Das Baugesuch wurde bereits Anfang letzter Woche eingereicht und im Gemeinderat besprochen. Dieser ist bereit, die geplanten Renovationsarbeiten zu genehmigen. Die Gemeinde schätzt es zudem, dass die neuen Schlossherren zugesagt haben, dass die Feuerwehr und Rettungskräfte die Durchgangsstrasse auf dessen Gelände nutzten dürfen. Es ist aber nicht vorgesehen, dass die Öffentlichkeit in irgendeiner Form die Räumlichkeiten besichtigen kann. Dransfeld könnte sich aber eine erneute Begehung in einem Jahr vorstellen, wenn sich bis dahin etwas tolles ereignete.

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