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HSC Kreuzlingen verschenkt beim Leader zwei Punkte

Handball – Nach desolaten Schlussminuten verliert der HSC Kreuzlingen beim 28:29 (16:13) im NLB-Spitzenkampf in Gossau zwei sichergeglaubte Derbypunkte.

Den Kreuzlingern darf man trotz des bitteren Endes insgesamt einen positiven Auftritt in Gossau und eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Cup-Aus gegen Steffisburg attestieren. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Fassungslosigkeit war riesig in den Reihen der Kreuzlinger Spieler und mitgereisten Anhängern. Bis rund neuneinhalb Minuten vor Schluss sahen die 300 Zuschauer einen mehrheitlich besseren Herausforderer vom Bodensee und dessen leistungsgerechte 27:23-Führung. Ab dem 7:6-Penaltytreffer des in der ersten Halbzeit offensiv überragenden Valon Dedaj lagen die Thurgauer permanent vorne. Fünf Minuten vor Schluss waren es immer noch drei Treffer Vorsprung. Tabellenführer Gossau unterliefen bis dahin zu viele Fehler. Dazu kassierten die Fürstenländer auch noch mehrere Strafen. Aber die Unterzahlphasen in der Endphase beflügelten nicht etwa die Kreuzlinger, welche sich möglicherweise bereits am Ziel wähnten. Ganz im Gegenteil: Gossau schöpfte nochmals Hoffnung, kämpfte verbissen um jeden Ball und profitierte dabei auch von Unzulänglichkeiten der Kreuzlinger im Angriff. Alleine in den letzten zehn Spielminuten unterliefen den Thurgauern fünf technische Fehler und ab dem 25:28 (54.) erzielten sie kein einziges Tor mehr. Ausgerechnet dem Ex-Kreuzlinger Arie Thür gelang dann knapp zwei Minuten vor Schluss erstmals wieder der Ausgleich für den TSV Fortitudo.

Siegestreffer in Unterzahl
Eine packende Endphase in diesem NLB-Spitzenkampf Erster vs. Zweiter war damit eingeläutet. Mit dem besseren Ende für den Tabellenführer. Irgendwie typisch für die Schlussphase: Gossau gelang durch Linksaussen Benjamin Zehnder rund eineinhalb Minuten vor der Sirene in Unterzahl das 29:28. Kreuzlingens Trainer Werner Bösch nahm 38 Sekunden vor Schluss ein letztes Time-out. Aber Kreisläufer Manuel Zeller vergab, zumindest penaltyverdächtig behindert, kurz nach Wiederanpfiff die letzte Chance zum Punktgewinn. So wurden die Kreuzlinger für ihren unerklärlichen Einbruch in den Schlussminuten und die fehlende Effizienz im Abschluss mit einer Niederlage abgestraft. Für die Gossauer, bei denen Torhüter Gabor Busa (10 Paraden) und Davin Amman (9 Tore) die Protagonisten des Derbyerfolges waren, bedeutete dies der erste Sieg in den letzten drei NLB-Duellen gegen den HSC Kreuzlingen.

Nur vier Spieler mit guter Note
Den Kreuzlingern darf man trotz des bitteren Endes insgesamt einen positiven Auftritt in Gossau und eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Cup-Aus gegen Steffisburg attestieren. Am Willen und an der Einstellung lag es nicht, dass sie die Rückreise an den Bodensee ohne Punkte im Gepäck antreten mussten. Wirklich gute Noten verdienten sich allerdings einzig Spielmacher Valon Dedaj (10 Tore und eine makellose Penaltybilanz von 6/6), Kreisläufer Alan Lutz (6 Tore aus 8 Versuchen), Rechtsaussen Jonas Heim (3 aus 4) und Torhüter Haris Berisha. Der kosovarische Nationalkeeper sorgte nach seiner Einwechslung in der 42. Minute mit einem gehaltenen Penalty und drei Paraden in Serie für den zwischenzeitlichen Unterschied. Thierry Gasser, der zweite Spielgestalter neben Dedaj, hatte zwar gute Phasen, doch auch ihm unterliefen zu viele unerzwungene Fehler. Keinen guten Tag erwischte insbesondere der rechte Rückraum mit den beiden Linkshändern, denen zusammen lediglich drei Tore aus neun Versuchen gelangen.

Drei wegweisende Spiele folgen
Mit dieser ersten Saisonniederage am 4. Spieltag hat der HSC Kreuzlingen den Sprung an die Tabellenspitze verpasst und liegt neu auf dem 4. Rang. Für das Team von Werner Bösch folgen nun drei wegweisende Partien. Am nächsten Samstag, 18.00 Uhr, gastiert mit dem BSV Stans der Tabellenzehnte in der Egelseehalle. Die Innerschweizer haben nach dem knappen Starterfolg in Birsfelden zuletzt drei Mal in Folge nicht gewinnen können. Eine Woche später (10. Oktober) reist der HSC zum dem erweiterten Favoritenkreise zugehörenden Handball Stäfa (aktuell Tabellen-7.) und am Samstag, 17. Oktober, 18.00 Uhr, empfangen die Thurgauer den TV Möhlin (aktuell Ranglisten-11.).

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