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Auf Tuchfühlung mit den Bewohnern

Konstanz – Vergangenen Freitag führte das Theater Konstanz in der Fussgängerzone die sogenannte Stuhlaktion durch. Damit wollten sie Interessierten die Möglichkeit geben, auch Fragen an Personen zu stellen, die hinter der Bühne arbeiten.

Die Fragerunde wurde rege genutzt. (Bild: Theater Konstanz/Anna-Sophie Schmid)

Das Theater Konstanz empfindet es als ihre Aufgabe aktiv und zugewandt auf die Menschen der Region zuzugehen. Deshalb stellten sie neben dem Konstanzer Münster Stühle auf und liessen Passanten darauf Platz nehmen. Für Dani Behnke, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Theater Konstanz, findet Theater nicht nur im Theater statt: «Wir verstehen Theater als einen sozialen Ort, der von Austausch lebt.» Sie würden ihr Publikum mit offenen und corona-sicheren Armen empfangen und sich über jeden freuen, der zu einem Auftritt komme. Eines ihrer Anliegen sei aber auch, die Stadt und ihre Menschen kennenzulernen. Der Zeitpunkt für die Stuhlaktion sei perfekt gewesen, da sie als Team neu anfingen und einige Mitarbeiter selbst Konstanz noch nicht wirklich kennen. «Ein Treffen unter freiem Himmel ist in der momentanen Situation sicherer», sagt Behnke. Sie und das ganze Team sehen etwa ein Theaterfest Corona-bedingt als undurchführbar an, da die Anzahl an Besucher nicht planbar ist.

30 Mitarbeiter standen Rede und Antwort
Von Ensemblemitgliedern über Dramaturgie bis hin zur Tontechnik haben sich 30 Mitarbeiter ausfragen lassen. «Das Theater Konstanz hat viele Bereiche, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind», erklärt Behnke. Die Aktion an der frischen Luft ermöglichte es unter anderem Mela Breucker, Referentin für Drittmittel, und Inspizient Bernd Osswald Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Und was wollten die Passanten wissen? «Viele Menschen wollten erfahren, wie in Zeiten von Corona Theater möglich ist, sowohl auf der Bühne als auch im Saal für die Zuschauenden», sagt die Presseverantwortliche.

Den Interessierten seien die konkreten Hygienemassnahmen, welche die Sicherheit aller zu gewährleisten haben, im Detail erklärt worden. Viele hätten auch Infos zum neuen Spielplan gewünscht oder mehr über die neue Intendanz, die künstlerische und geschäftliche Leitung, wissen wollen. Theaterbegeisterte freue es zum Beispiel sehr, dass sie sowohl neue als auch bekannte Gesichter auf der Bühne sehen werden.

Nehmen und geben
«Toll an der Aktion war, dass wir als Theatermitarbeitende auch Fragen an unser Gegenüber stellen konnten», schildert Behnke die positive Erfahrung. Aus den Gesprächen habe jeder Impulse mitgenommen, welche die Arbeit direkt beeinflussen. Der Austausch mit dem Publikum liege ihnen am Herzen. Deswegen gäbe es nicht nur Einführungen und Nachgespräche, sondern auch Formate, die explizit auf einen Dialog mit der Region zielen. Dazu zählen «Lasst uns reinen Tisch machen» als Diskussionsforum und «Aus aktuellem Anlass». «Einige Ensemblemitglieder haben den Wunsch geäussert, dass diese Aktion eine Fortsetzung erhält», sagt Behnke. Es sei zwar als einmalige Sache geplant gewesen, aber da die Resonanz intern positiv war, gäbe es einen «Teil zwei» – vielleicht mitten in einem Wohngebiet. «Je nach Wetterlage dann halt mit Wolldecke».

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