/// Rubrik: Stadtleben

Lösung des Garderoben-Notstandes in Sicht

Kreuzlingen – Mit dem Spatenstich am Montag wurde der Baubeginn des neuen Garderobengebäudes des FC Kreuzlingen gefeiert und mit der Inbetriebnahme im April 2021 wird der Mangel an Umkleideräumen und Duschen behoben sein.

Freude am Spatenstich (v.l.): Ruedi Wolfender, Dorena Raggenbass, Thomas Niederberger und Daniel Geisselhardt. (Bild: Kurt Peter)

«Nach dem Baubeginn des Winterrasens für die AS Calcio auf dem Sportplatz Döbeli ist es eine grosse Freude, nun den Spatenstich für das neue Garderobengebäude des FC Kreuzlingen durchführen zu können», sagte Stadtpräsident Thomas Niederberger am Montag. Er sei optimistisch, dass es mit dem Bau gut vorwärts gehe. Der Bedarf an Garderoben für den FC Kreuzlingen sei ausgewiesen, spätestens seit dem Wegfall der Umkleideräume durch den Umbau der Bodensee-Arena,hielt er fest. «Unsere beiden Fussballclubs sind feste Institutionen, welche die Stadt Kreuzlingen sehr gerne unterstützt», sagte Thomas Niederberger.

Aus Wiese wurde Sportanlage
Die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass blickt zurück auf die Geschichte des FC Kreuzlingen: «Wenn etwas neu gegründet wird, ist auch ein Bedürfnis da», meinte sie. Der 1905 gegründete Fussballclub habe eine eigentliche Odyssee hinter sich, bis das ehemalige Aufüllgelände beim Klein Venedig, zunächst als einfache Spielwiese, zur Verfügung gestanden habe. «Aus dieser Spielwiese wurde zuerst ein Sportplatz und inzwischen, zusammen mit Bodensee-Arena und Tennishalle, eine grosse und attraktive Sportanlage».

Der Mangel an Garderoben für den FC Kreuzlingen sei seit Jahren ein Thema und habe sich verschärft, meinte sie weiter. Der Standort des neuen Gebäudes direkt beim bestehenden Clubhaus sei ideal. Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter des Departement Gesellschaft, ging detailliert auf das Prsojekt ein. Der Holzständerbau sei 26 Meter lang, neun Meter breit und knapp vier Meter hoch. Kreuzlingen habe als Energiestadt zudem die Aufgabe und den festen Willen, keine fossilen Brennstoffe für Heizung und Warmwasser zu verwenden.

Erdsonden und Pumpen
«Vier Erdsonden und zwei Speicher mit gesamthaft 5000 Liter Wasser werden realisiert», erklärte er weiter. Frischwasserstationen sorgten für den sicheren Betrieb trotz tiefer Wassertemperaturen. Das Raumprogramm des Neubaus umfasse eine fixe Mannschaftsgarderobe für die erste Mannschaft, zwei Mannschaftsgarderoben, zwei Multifunktionsgarderoben, die auch den Mädchen und Schiedsrichtern dienten, zwei WC-Anlagen, ein Serviceraum sowie ein überdachter Aussenraum. «Heute starten wir mit dem Bau, der vor Weihnachten aufgerichtet und mit den Fenstern versehen sein muss. Ebenso wollen wir das Dach abgedichtet haben», sagte Ruedi Wolfender.

Dieser angepeilte Termin sei unbedingt einzuhalten, denn im April 2021 solle das neue Gebäude in Betrieb genommen werden. Besonders positiv sei die Tatsache, dass «die hohen Investitionen von 800 000 Franken bei Handwerkern in der Region bleiben». Natürlich zeigte sich Daniel Geisselhardt als Präsident des FC Kreuzlingen erfreut über den Baubeginn. Mit der Bodensee-Arena seien zwar immer wieder konstruktive Lösungen in Bezug auf die Garderobenbenutzung getroffen worden. «Aber auch in der Halle mit der intensiven Nutzung duch Meisterschaft und Trainingslager waren Garderoben Mangelware. Nun freuen wir uns auf das neue Gebäude und sind glücklich, wenn wir es in Betrieb nehmen können».

Kurt Peter

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2 thoughts on “Lösung des Garderoben-Notstandes in Sicht

  1. Bruno Neidhart

    Das Ganze hat zwei Seiten: Die eine ist, dass dieses Provisorium, das neben ein bereits bestehendes Provisorium gestellt wird (Clubhauspavillon) trotz seines unmittelbaren Nutzens das grundsätzliche Zustandsbild des Traditionsclubs FC Kreuzlingen 1905 nicht verändert. Der Club lebt – schlecht und recht – in einer provisorischen Heimat weiter. Da sich die Stadt noch immer nicht imstande zeigt festzulegen, wo denn in absehbarer Zeit der Club zu spielen hat, ob er auf Klein Venedig bleiben darf oder die Variante Seezelg vorgezogen wird, bleibt eine Unsicherheit, die somit erneut als Provisorium ihren Ausdruck finden muss. Genug der provosorischen Andeutungen!

    Um was es im Kern geht: Auch im Fussballsport ist die Neuzeit angebrochen und sollte sich bereits in der Platz-Infrastruktur abbilden. Diese verlangt heute von erfolgreichen Clubs (und solchen, die es werden wollen!), ein ganz anderes Management wie in früheren (erfolgreichen) Zeiten. Die ganze Managementbreite spiegelt sich heute auch in einer Infrastruktur, die sich besonders auf die Ausgestaltung des Zentrum der Aktivitäten bezieht – die Gestaltung des Hauptspielfeldes. Hier sollen alle Bedürfnisse angesprochen und möglichst verwirklicht werden: Zum Beispiel Umkleidekabinen, Trainerkabinen, Schiedsrichterkabinen M/F, Sanitäts-, Material-, Technikraum, usw., – bis hin zum Clubrestaurant, Fanshop und der Verpflegungseinrichtung. Dazu kommen Räume für Platzsprecher, Medien, Reporter, Kamera. Eine besondere Sorgfalt gilt der Gestaltung eines guten Rahmens für Sponsoren, Offiziellen, Gästen, VIP’s, usw. Und nicht zuletzt ein Clubsekretariat mit Konferentraum macht einen modernen Club aus.

    Nun könnte es einem vielleicht schwindelig werden ob der Vielfältigkeit, die hier für einen Sportclub anzeigt wird. In der Tat kann ein solches Konstrukt nur auf der Basis einer rationalen architektonischen Lösung kreativer Architekten gefallen und letztlich als bezahlbar realisierbar vorgezeigt werden. Und selbstverständlch kann auch in infrastrukturell-minimalistischer provisorischer Art „getschuttet“ werden. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob es dann auch zukünftig noch zu einer sich neben Bildungs-, auch als Sportstadt definierenden Stadt passt.

    Ohne zu sehr auf die erfolgreichste FCK-Vergangenheit einzugehen (s. dazu Blog „Hafetschutter“), die an der unteren Konstanzerstrasse in den (kurzen) 30er Jahren an Spieltagen jeweils bis zu 4-5000 Interessierte zu bewegen vermochte, die den auch als „Grenzlandstadion“ benannten Spielplatz aufsuchten, ist heute sicher eine andere Situation. Weitere Sportarten haben sich nach vorne gedrängt und begeistern. Doch zeigt gerade die jüngste Entwicklung in Kreuzlingen, dass durch erfolgreiche Fussballclubs wieder eine Basis gelegt ist, die sich durch ein stärkeres Zuschauerinteresse auszeichnet. Und für diese Kategorie Sportinteressieter sind bei einer out-door-Sportart gute Bedingungen zu schaffen. Ohne einen gewissen Komfort ist heutzutage kaum ein breiter Besuch quer durch die Gesellschaft zu erwarten. Bei Regen sowieso nicht – ist eine andere, ungelöste Geschichte……

    Die Annahme, man könnte mit einer immerhin 800’000er Investition gleich den Grundstock für eine Investition in die Zukunft legen ist aktuell von der Stadt nicht zu erbringen, da sie mit Klein Venedig und Seezelg als mögliche Spielorte zwei Pfeile im Köcher zu haben erwähnt. Wer wann, wie und wohin den endgültigen Pfeilt abschiesst, bleibt nach wie vor im Vagen. Was andere Städte in nächster Zeit vorhaben, eine neue Infrastruktur (Chur, Gossau), ist nicht vergleichbar, da sie die Spielplatz-Standortfrage lösten. In Kreuzlingen hängt sie nach wie vor in der Luft. So gesehen kommt der Stadt ein weiteres Provisorium sogar zu Recht, muss doch „eines Tags“ eventuell nicht zuviel abgerissn werden.

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  2. Pingback: Provisorische Heimat – Hafetschutter – Kreuzlinger Fussballgeschichten

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