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Im Fokus: Der Wein und Ermatingen

Ermatingen – Seit vier Monaten ist Karin Peter Geschäftsführerin des Vinorama Museum Ermatingen. Die Stelle trat sie in einer sehr turbulenten Zeit an, die es der Kulturbranche alles andere als leicht macht.

Karin Peter. (Bild: zvg)

Seit dem 1. Juli leitet Karin Peter die Geschicke des Vinorama Museum Ermatingen. Trotz Corona und den daraus resultierenden Einschränkungen macht sie das Beste aus der Situation. «Wir nutzen die Zeit, um das Vinorama wieder bekannt zu machen und führen Veranstaltungen durch», sagt Peter. Die weitläufige Anlage und die grosszügigen Platzverhältnisse in den Ausstellungsräumen machen es möglich, den Betrieb unter Einhaltung der verschärften Massnahmen aufrecht zu erhalten. Auch ihre Ziele hat sie weder über Bord geworfen noch neu definiert: «Im Museum geht es um Weinbau und Regionalgeschichte. Das Ziel war von Anfang an, sich in erster Linie auf die Region zu konzentrieren und zwar was das Angebot als auch die Besucher anbelangt.» Dies sei im Sinn der Schenkerin, Dr. Margrit Kobelt-Ammann. Ihr ehemaliges Elternhaus soll ein Ort der Begegnung sein, worin den Besuchern die Geschichte von Ermatingen und der Region näher gebracht wird. Die zusätzliche Fokussierung auf Wein rühre daher, dass die Familie Ammann einst einen Weinhandel mit Kelterung betrieben habe.

Jubiläumsfeier fällt Corona zum Opfer
«Alle Veranstaltungen finden normal statt, ausser der Anlass zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung. Diesen mussten wir absagen», erklärt die Geschäftsführerin. Die Feier hätte morgen Samstag stattgefunden. Über 70 Anmeldungen seien bereits vorgemerkt gewesen. Sie sei aber zuversichtlich, dass im kommenden Jahr für grössere Feste wieder angenehmere Umstände herrschen würden. Dafür findet neu ein Winterprogramm, von Januar bis März, einen festen Platz im Kalender des Museums. Es sind Referate zur Esskultur und weitere kulturelle Häppchen geplant, wie etwa eine erneute Vorführung des Seegfrörnifilms.

Anlässe im November und Dezember müssen lauffend allfälligen neuen Bestimmungen angepasst werden. Ein Adventsfenster soll es dennoch geben. Auch Weihnachtsfeiern und zivile Trauungen mit anschliessendem Apéro seien in einem gewissen Rahmen weiterhin möglich.

An vorderster Front
«Ich konzipiere nicht nur Projekte und Anlässe, ich halte auch selber Vorträge und stehe an vorderster Front, wenn es ums Kulinarische geht», sagt die Geschäftsführerin. Im Rahmenprogramm des Herbsthoppings der Schifffahrt Untersee und Rhein, erkläre sie einiges zur Herkunft und der Produktion der Produkte, die die Besucher auf dem Apéroplättli und im Weinglas vorfinden. Dabei kann die studierte Esskulturhistorikerin aus dem Vollen schöpfen. «In meiner neuen Stelle kommen mir das Unternehmerische, das Historische, die Sprachen und ganz besonders meine Affinität zur Esskultur und zum Wein zugute», sagt Peter. Wertvoll sei auch ihre Vernetzung im Thurgau, in der Ostschweiz und überhaupt im Bodenseeraum. «Ich kenne viele Produzenten und Winzer persönlich.» Als Präsidentin der KMU Frauen Thurgau verfüge sie zudem über gute Kontakte in die Wirtschaft.

Das Vinorama verfügt über eine stattliche Sammlung an Kochbüchern. Viele davon sind uralt und einmalig. Nebst dem bekannter machen der Produkte des Thurgaus und der Geschichte des Bodenseeraums ist das weitere Aufarbeiten der Kochbuchsammlung eine ihrer Herzensangelegenheiten. Anlässlich der Vortragsreihe über die Esskultur, wird Peter Anfang 2021 einen Teil der Bücher vorstellen. Ein Thema behandelt Festgelage, Gewürzhandel, Wein und Most im Thurgau.

Die Esskulturhistorikerin sieht im Vinorama mehr als nur ein Museum: «Ich sehe es als lebendigen Begegnungsort, wo Geschichte und Genuss zusammenkommen und die Besucher genussreiche Stunden verbringen. Ganz im Sinn der Stifterin.»

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