/// Rubrik: Stadtleben

Auf vier Rädern ganz nach oben

Kreuzlingen – afael Gwizdak flitz seit er drei Jahre alt ist im Kart umher. Mit nun fast 13 Jahren besitzt er eine Profi-Lizenz und macht an diversen Rennen der Konkurrenz das Leben schwer. Nicht nur seine Kontrahenten hat er fest im Blick, sondern auch sein Ziel: Formel 1 Fahrer zu werden.

Rafael Gwizdak gewann mit einem Teamkollegen die polnische Meisterschaft. (Bild: zvg)

Bereits mit drei Jahren sass Rafael Gwizdak das erste Mal in einem Kart. Die Fahrt auf dem Hallenrundkurs hat es ihm angetan. Aus der Ferienaktivität in Polen entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für die kleinen vierrädrigen Boliden.

Mehr als ein Hobby
«Erst mit acht Jahren konnte ich eine Fahrlizenz für das Indoorkarting beantragen», erklärt der zwölfährige Rafael aus Kreuzlingen. Seit da nimmt er regelmässig an Rennen teil. Vor drei Jahren wechselte er dann von den Hallenkarts zu den professionellen Flitzer. «Zuerst wollte ich herausfinden, ob es wirklich das Richtige für mich ist. Im Training erkannte ich, dass es das Vorherige definitiv übertrumpft.» Mit zwölf liess sich Rafael eine Profi-Lizenz ausstellen und startete in Polen an einem Rennen mit einem eigenen Kart. Seit da drückt er nur noch in Profirennkarts auf das Gas.

Training und ein Team sind das A und O
«Ich bin meistens zwei bis drei Tage früher vor Ort, wenn ich von der Schule eine Bewilligung erhalte, und trainiere auf der Strecke des anstehenden Rennens, um ein Gefühl für die Piste zu erhalten», sagt der Kreuzlinger Motorsportfahrer. Am Freitag steht jeweils die Qualifikation an und an den beiden Wochenendtagen muss er fünf Rennen meistern. Erfahrung sammelte er unter anderem auf dem Asphalt in Italien, Deutschland, Tschechien und Polen. Damit Rafael nicht nur hoch motiviert in seinen Kart steigt, sondern auch körperlich die Belastungen eines Turniers gut durchsteht, hat er einen Fitnessplan. Dieser beinhaltet Kraft-, Ausdauer- und Gymnastiktraining. «Dies kommt mir auch zugute, wenn ich einmal in einen Unfall verwickelt werde. Man muss sich bewusst sein, dass Karting nicht ungefährlich ist», sagt der junge Motorsportler. Zuhause setzt er sich zudem täglich in seinen virtuellen Rennboliden und übt mit dem Fahrsimulator.

Um die ganze Sache seriös angehen zu können, braucht es ein Team, das einem den Rücken stärkt. Rafael gehört deshalb dem polnischen Team «Speed Race Tarnow» an, das insgesamt drei Fahrer unterstützt. Dessen Zentrale befindet sich in der 450’000 Einwohner grossen Stadt Tarnow. Da wohnt auch der Mechaniker, mit welchem er seit Jahren zusammenarbeitet. «Bestreite ich internationale Rennen, sind die anderen Kart-Piloten nie dabei. Deshalb stehen dann nebst dem Wagen nur unser Mechaniker, mein Vater und ich unter dem Team-Zelt», erklärt Rafael.

Bald in den Top 10
Im Hallenkarting hat der zwölfjährige Pilot viele Rennen in Deutschland und der Schweiz absolviert. An mehreren Teilnahmen reichte es auch für einen Platz auf dem Podest. Im Profikarting ist bis jetzt der Titel in der polnischen Meisterschaft, den er zusammen mit seinem Teamkollegen holte, der grösste Erfolg. Alleine bestreitet er Wettkämpfe in zwei der drei wichtigsten Serien weltweit; Rotax und ROK. «Obwohl ich noch nicht meinen 13. Geburtstag erreicht habe, fahre ich bereits in der Kategorie Junior, welche auch 15-jährige umfasst», sagt Rafael stolz. Um das Maximale aus sich herauszuholen und auf der Welle des Erfolgs weiter aufzusteigen, nimmt er an möglichst vielen Rennen teil. Nach den Schätzungen seines Teams befindet er sich in der europäischen Serie Rotax unter den Top 20 und in der internationalen Serie ROK unter den Besten 30. «Kann ich mehr Sponsoren für mich gewinnen, wird endlich auch ein Podestplatz in diesen Serien machbar sein. Wenn alles nach Plan läuft, sollte es nicht mehr lange dauern und ich kann mich in meiner Kategorie zu den Top 10 der Weltrangliste zählen», sagt der Kreuzlinger voller Zuversicht.

Bei den Besten mitmischen
«Ich will soweit kommen, wie es nur möglich ist. Vielleicht erhalte ich dann eines Tages einen Platz in einem Formel 1 Cockpit. Mein Favourit wäre der Rennstall Scuderia Ferrari», sagt Rafael über seine Ambitionen. Er nehme es sehr ernst und arbeite jeden Tag intensiv, um seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Nebst einem guten Team und Sponsoren brauche es eine grosse Portion Glück. Sein Vater, Bartosz Gwizdak, sage immer dazu: «Voll Gas in der Schule und auf der Rennstrecke.» Dann sei alles möglich.

Auf www.rafaelgwizdak.com kann Rafaels sportliche Karriere verfolgt werden.

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