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Kreuzlingen dreht sich im Kreis

Kreuzlingen – Am 11. 11., um 11.11 Uhr, setzte ein Kran von TIT Imhof den Grundstein auf dem Bärenplatz. Der Narrengesellschaft Emmishofen geht es viel zu lange mit dem seit 40 Jahren geplanten Stadthaus. Mit dem Felsbrocken nahmen sie die Sache selbst in die Hand.

Die NGE hat selbst angepackt und den Schlussstein auf dem Bärenplatz gesetzt. (Bild: Sandro Zoller)

«Kreuzlingen heisst im Volksmund auch Kreislingen und das stimmt so, denn bei uns dreht sich vieles sehr gerne im Kreis», sagte Markus Baiker in seiner Ansprache am vergangenen Mittwoch. Anders lasse sich die 40jährige Geschichte rund um das Kreuzlinger Stadthaus nicht erklären. Die Mitglieder der Narrengesellschaft Emmishofen (NGE) wollten aber nicht mehr länger warten und dem Hin und Her ein Ende setzten. Kurzerhand orderten sie einen Schwertransporter von der Firma TIT Imhof auf den Bärenplatz. Standesgemäss, um 11.11 Uhr, hievte der Kran einen Steinklotz auf die Wiese. Mit dem selbstgesetzten Grundstein zum Schlussstein möchte die NGE eine richtige Initiative aufgleisen. Rhetorisch fragte Baiker in die Runde: «Oder ist es doch schon ein Grabstein?»

Des einen Glück ist des anderen Leid
Starte ein Projekt mit einer Initiative, basierend auf einer klaren Idee, entstehe fast gleichzeitig zum Objekt ein ewiges Wenn und Aber mit Alternativen und Einsprachen. Darauf folge dann ein Gegenvorschlag mit einer Gegeninitiative und einer Zurückweisung zur Bearbeitung. Daraus entstünden wiederum Planungsvarianten und Neuauflagen. «Ein Kreisel, der alles in seinen Wirbel zieht und vor allem Steuergelder verschlingt», sagte Baiker. Die Einzigen, die an diesem politischen Karussell ihre grosse Freude hätten und sich wegen diesen Fehlplanungen «is Füschtli» lachen, seien all diejenigen, die durch die Studien, Wettbewerbe und etlichen Beratungen finanziell immer korpulenter werden. «Und das Schöne für sie ist, dass sie dafür nie Verantwortung übernehmen müssen», fügte der Präsident der NGE an.

Dem Stadtrat schwirrt der Kopf
Nun seien es schon 40 Jahre, in denen sich der liebe Stadtrat mit hoher Geschwindigkeit im Kreis drehe. Langsam wisse er nicht mehr wie ihm der Kopf stehe. Dies ergänzte Baiker mit den Worten: «Im Volksmund sagt man dazu – dem isch glaub trümlig.» Der Stadtrat hoffe, dass sich im Gemeinderat jemand zum Retter in der Not mausere und dem Ganzen den Weg aus dem Kreisel weist. Denn die vermeintlich einfache Volksinitiative «Zur Freihaltung der Festwiese beim Bärenplatz» entpuppe sich als vollkommen kompliziert. Ein Ja zu ihr sei in Wirklichkeit kein effektives Nein zum Schlussstein.

Zum Schluss betonte Baiker: «Üs Narre isch es einerlei, denn mir sind z’Emmishofe dihei.»

Die Fasnacht 2021 wird Corona-bedingt einen Tiefschlaf halten müssen. Doch wie sieht es mit der Narren-Night-Show aus? Der NGE Präsident verriet: «Wir sind bereits fleissig am Schreiben. Spätestens Ende Dezember entscheiden wir, ob die Aufführungen stattfinden. Wenn ja, dann planen wir zusätzliche Abende, wegen der verringerten Platzzahl, ein.»

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