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Soll Illighausen 5G-Pionier werden?

Leserbrief – Ueli Liniger aus Kreuzlingen hinterfragt das geplante Projekt der 5G-Antenne auf dem Kirchturm Illighausen.

Leserbrief

(Bild: Devanath/Pixabay)

Am 12. November höre ich in der Tagesschau, dass schweizweit 95 Prozent der 5G-Projekte gestoppt sind und dreiviertel der Bevölkerung Gesundheitsbedenken bezüglich Mobilfunk hat. Trotzdem und trotz Corona werben die Kirchenvorsteherschaft und die politische Behörde Lengwil mit einer einseitigen Werbeveranstaltung der Swisscom in der Mehrzweckhalle Illighausen dafür, «den Kirchturm Illighausen an die Swisscom zu vermieten» zwecks Installation einer 5G-Antenne. Die Abstimmung soll dann aber wegen Corona brieflich stattfinden, obwohl zu einer Kirchgemeindeversammlung viel weniger Menschen eingeladen sind als zu einer gemeindeweiten «Infoveranstaltung». Will man bei Erfolg mit den angebotenen lächerlichen Mieteinnahmen den Illighausern ein paar 5G-Handys zur Verfügung stellen, damit sie überhaupt über die neue Antenne telefonieren können? Um das kleine Dörfchen zu «versorgen», beansprucht die Swisscom die gesamte mögliche Sendeleistung des Standortes für sich, und das direkt neben dem Schulhaus! Ist dies aus Konkurrenzgründen oder will sie noch das weitere Umfeld bis Klarsreuti, Graltshausen und zum Ekkharthof verstrahlen?! Zudem behauptet sie, die Strahlenbelastung durch 5G sei inzwischen messbar. Dies stimmt ja nun überhaupt nicht und ist bei diesem dynamischen System auch gar nicht möglich, weil es nämlich benutzungsabhängig strahlt. Es kann ja auch niemand sagen, wie gross die Lärmbelastung meiner Bohrmaschine ist, weil niemand weiss, wann und wie oft ich sie benutze.

Über soviel Behördennaivität kann man nur staunen und die Swisscom lacht sich wohl ins Fäustchen über ihren gelungenen Coup. So bleibt zu hoffen, dass die Stimmberechtigten diese Machenschaften durchschauen und mit einem deutlichen Nein im Abstimmungscouvert quittieren.

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