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Budget im Zeichen von Corona

Tägerwilen – Die Gemeinde Tägerwilen budgetiert für das kommende Jahr einen Verlust und will den Steuerfuss gleichbleibend lassen. Das hohe Eigenkapital macht es möglich.

Die Kostentreiber im Budget 2021 sind in den Bereichen «Gesundheit» und «Verkehr» auszumachen. (Bild: rawpixel/Pixabay)

Am 7. Dezember werden die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung über ein Budget 2021 abstimmen, welches, bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 33 Prozent, einen Verlust von 563’000 Franken ausweist. «Das ist bei einem Eigenkapital von 9,5 Millionen Franken ein Resultat, das die Gemeinde gut ertragen kann», sagte der zuständige Gemeinderat Thomas Gerwig anlässlich des Infoabends. Das Budget sei in grossen Teilen unspektakulär und weise doch einige zukunfstweisende Details auf.

Gewinn statt Verlust
«Den Steuerertrag haben wir in gleicher Höhe wie im Vorjahr budgetiert», erklärte Gerwig. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die «übliche Steigerung von sechs Prozent an Steuereinnahmen im nächsten Jahr fliessen werden, dies ist auf die Coronapandemie zurückzuführen». Für das laufende Jahr rechne er mit einem positiven Ergebnis. Dies sei auf höhere Grundstückgewinnsteuern und die konsequente Kostenkontrolle zurückzuführen. Budgetiert wurde ein Verlust von 568’000 Franken.

Die Kostentreiber im Budget 2021 machte Gerwig in den Bereich «Gesundheit» und «Verkehr» aus. Gegenüber dem Budget 2020 rechne die Gemeinde bei der Gesundheit mit rund 110’000 Franken höheren Ausgaben. Dabei schlage vor allem die ambulante Krankenpfleg zu Buche. Deutlich weniger Ausgaben werden im Bereich «Soziale Sicherheit» erwartet.

Wärmeverbund will wachsen
Von den Nettoinvestitionen der Gemeinde in Höhe von 2,25 Millionen Franken gehen 1,1 Millionen in den Strassenbau. Es stehen die Sanierung der Hauptstrasse und Torggelgasse an. Weitere grössere Projekte gibt es beim Hochwasserschutz und Erweiterung Urnenwand, budgetiert ist ein Beitrag von 100’000 Franken für die Stiftung Drachenburg sowie Sicherheitsmassnamen am Sportplatz für Parkplatz und Velo. Nicht mehr gebraucht werden die 200’000 Franken für das Projekt Kinder- und Jugendzentrum/Tiefgarage. die angefallenen Kosten werden komplett als ausserordentlicher Aufwand in der Jahresrechnung 2020 abgeschrieben.

Das Budget sieht beim Wasserwerk einen Gewinn von 94’000 Franken, beim Elektrizitätswerk einen Verlust von 21’000 Franken und beim Wärmeverbund einen Gewinn von 3000 Franken. Der Wärmeverbund investiert 700’000 Franken, um ein grösseres Gebiet und damit vermehrt Privatkunden anschliessen zu können. Gemeinderat Jean-Michel Farine machte am Informationsabend auch auf das neue Reglement aufmerksam: «Über das angepasste Reglement wird die Gemeindeversammlung entscheiden.

Wohnen und Gewerbe
Entscheiden werden die Stimmberechtigten auch über zwei Umzonungen. Im Gebiet Okenfiner soll ein Teil der Parzelle Nr. 1533 von der Arbeitszone A1 in die Wohn- und Arbeitszone WA 2,5 umgezont werden. «Die Regena AG verfügt über eine Landreserve von 4500 Quadratmeter, auf dem ein Therapiezentrum angedacht war», sagte Gemeindepräsident Markus Thalmann. Dieses werde nicht umgesetzt, so dass die Umzonung den Bau von Wohnungen und von ruhigen Gewerbetrieben möglich gemacht werden soll.

Anpassungen an die Parzellengrenze von zwei kleinen Flächen von der Wohn- und Arbeitszone WA 1,8 in die WA 2,5 im Gebiet «Oberstrasse» wird ebenfalls der Gemeindeversammlung vorgelegt. Nach der Aussiedlung des Metallverarbeitungsbetriebs Ammann AG soll das Areal einer neuen Nutzung zugeführt werden. «Es ist bekannt, dass verschiedene Investoren am Landkauf interessiert sind», sagte Thalmann. Geplant sei eine Wohnbebauung und untergeordnete Dienstleistungsnutzung. Untersuchungen zu den Altlasten hätten keine unerwarteten Überraschungen zu Tage gfördert.

Kurt Peter

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