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Papier schluckt alles

Kolumne – Ein paar Gedanken zur Macht der Worte und der Problematik, dass ein Blatt Papier alles annimmt, egal wie abstrus, verwerflich oder auch gefährlich die Zeilen sind.

Kolumne

(Bild: A_Different_Perspective/Pixabay)

Ein leeres Blatt Papier, in physischer und virtueller Version, ist wie ein frisch gegründeter demokratischer Staat, der darauf wartet, basierend auf dessen Grundrechten und Gesetzten, mit Meinungen und Ideen belebt zu werden. Es ist also nicht nur gut und recht, dass man sich beteiligt, sondern sogar Pflicht. Nur so erhält man ein Bild der aktuellen Stimmung. Also Papier und Stift oder die Tastatur in die Hand nehmen und loslegen. Aber Achtung: Nur weil das Blatt nichts von sich gibt, heisst das noch lange nicht, dass es die ganze Welt erfahren muss. Ein Stift kann heilend wirken, aber auch schärfer als jede Klinge sein. Es kommt also darauf an, wer die «Waffe» bedient.

Ein Text, ob lang oder kurz, braucht Emotionen. Denn wer liest schon gerne, aus literarischer Sicht, ein Geschäftsbericht durch. Emotionen müssen aber basierend auf Fakten hineinfliessen und nicht umgekehrt. Die Geschichte hat dazu genügend Beispiele, die aufzeigen, dass dadurch der Schuss nach Hinten losgehen kann. Wir müssen aber gar nicht tief graben, denn wenn man die Tweets auf Twitter des amtierenden US-Präsidenten verfolgt, sieht man, zu welchem Durcheinander wenige unüberlegte oder zumindest faktenlose und mit Emotionen vollgepackte Zeilen im Stande sind.

Worte können über Sieg und Niederlage oder auf und Abstieg entscheiden und im besten oder schlimmsten Fall Millionen Menschen erreichen und für eine Sache mobilisieren. Gerade da beisst sich die Demokratie hin und wieder selbst in den Schwanz. Dennoch denke ich, dass es besser so ist, als wenn jemand die Allwissenheit für sich pachtet und anfängt zu zensieren. Es ist ratsamer selber das Geschriebene nochmals zu überfliegen und zu überlegen, ob es die Welt braucht und ob sie überhaupt schon bereit dafür ist.

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