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Standorte genau abklären

Tägerwilen – Um Lösungen für den fehlenden Raumbedarf der Tägerwiler Schule zu finden, wird ein externes Ingenieubüro die Parzellen erfassen, die Möglichkeiten darauf prüfen und die Entwicklung der Schülerzahlen miteinbeziehen.

Der Pavillon beim Sekschulhaus bleibt erst einmal stehen. Bild: Kurt Peter

«Der Raumbedarf der Volksschulgemeinde ist seit Jahren ein Thema und hat sich mit dem Nein zum Kinder- und Jugendzentrum nicht verbessert», sagte Präsident Daniel Heidegger anlässlich der Gemeindeversammlung in der Dreifachturnhalle des Sekundarschulhauses. Der Pavillon müsse immer noch ersetzt werden, die teuren Provisiorien in Betrieb bleiben. Die Behörde habe sich entschieden, ein externes Ingenieurbüro zu beauftragen, eine Gesamtlösung zu erarbeiten.

Nutzungsdauer wird geprüft

«Alle Parzellen der Volksschulgemeinde, sowohl in Tägerwilen wie auch in Gottlieben und Wäldi, werden erfasst und auf ihre Möglichkeiten hin geprüft». Dabei gehe es darum, ob und wie es Sinn mache, am betreffenden Standort Schulraum zu bauen. Zudem werde geprüft, Kindergärten in Quartieren zu realisieren. Derzeit kläre die Behörde ab, welches Büro für die Aufgabe in Frage käme.

«Im Sommer 2021 werden wir die Studie der Öffentlichkeit vorlegen», erklärte Heidegger. Aufgrund der aktuellen Situation sei aber auch klar, «dass sich an der Situation so schnell nichts ändert und dass die Volksschulgemeinde keine Investitionen tätigen wird». Wie lange der Pavillon noch genutzt werden könne sei derzeit in Prüfung. Im Vorfeld der Abstimmung zum Kinder- und Jugendzentrum waren vor allem Sicherheitsbedenken geäussert worden.

Erste Planstudie

Im Vorfeld der Information über den fehlenden Schulraum diskutierte die Versammlung über den Kreditantrag von 150’000 Franken für die Neugestaltung des Pausenplatzes der Sekundarschule. «Seit Erstellung ist der Platz nicht optimal und wurde durch kleinere Farbtupfer, wie den Windrädern oder den Sitzplätzen aufgepäppelt», sagte der Schulpräsident. Im vergangenen Jahr seien die Schülerinnen und Schüler nach ihren Wünschen für den Platz befragt worden.

Es sei dabei deutlich geworden, dass mehr Schatten durch Bepflanzung, mehr Farbe auf auf dem Platz und Trinkwasserspender oben auf der Wunschliste ständen. «Wir haben zusammen mit den Architekten, die ihre Zustimmung zur Neugestaltung geben müssen, und Gartenbauspezialisten die Wünsche der Jugendlichen in eine erste Planstudie aufgenommen», erklärte Heidegger. Details müssten aber noch ausgearbeitet werden, ergänzte er.

Architekten haben Mitsprache

Noch nicht in der Planskizze enthalten sei der Wunsch nach einer Graffitti-Wall und einer Fussballwand. In der anschliessenden Diskussion machte Christian Schwarz klar, dass «es für viel Geld wenig gibt». Er wünsche sich eine Bepflanzung, die auch richtig wachsen könne sowie eine Wandbegrünung. Dieser Meinung schloss sich Marcel Fässler an, er hielt die angestrebte Beschattung für nicht ausreichend. Ausserdem schlug er einen Brunnen statt der Wasserspender vor.

«Sie haben meine Unterstützung, wenn es um mehr Begrünung geht», erwiderte Heidegger auf die Voten. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dass die Architekten ein Mitspracherecht hätten. Die Bepflanzung werde robust, pflegeleicht und naturnah sein. «Die Neugestaltung soll so weit wie möglich auch der Biodiversität dienen», meinte er auf eine entsprechend Frage. Dem Kreditantrag wurde schliesslich mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Ein gewolltes Defizit

Das eigentliche Haupttraktandum der Schulgemeindeversammlung am Montagabend war das Budget 2021, welches, bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 87 Prozent, ein Defizit von 743’800 Franken vorsieht. «Das ist eine Tendenz, die wir mit der Steuerfussenkung ja auch gewollt haben», erklärte Schulbehördenmitglied Stefan Keller bei der Präsentation der Vorlage. Der vorgesehene Verlust gehe zu Lasten des Eigenkapitals, welches sich Ende 2019 auf 8,22 Millionen Franken belaufe. Der betrieblliche Ertrag sei im Rahmen des Budgets 2020 errechnet worden: «Die zu erwartenden Ausfälle werden durch die Zuwanderung und höhere Beiträge aus der Grundstückgewinnsteuer kompensiert», gab sich Stefan Keller sicher.

Der betriebliche Aufwand erhöhe sich um 650’000 Franken gegenüber dem Vorjahr. Das sei mit der steigenden Schülerzahl und damit verbundenen Personalkosten zu begründen. Ausserdem müssten an die Sanierung der Pensionskasse Beiträge geleistet werden, sagte er weiter. Aus dem Finanzplan werde deutlich, dass bei einem gleichbleibenden Steuerfuss ab 2025 wieder ein Gewinn prognostiziert werde. Es werde auch ersichtlich, dass sich das Eigenkapital 2024 auf noch 5,7 Millionen Franken belaufen werde.

Geteilte Klassen wieder füllen

Die Investitionen der Volksschulgemeinde belaufen sich 2021 auf 270’000 Franken. Neben der Neugestaltung des Pausenplatzes müssen für 100’000 Franken die Garagen beim Spritzenplatz ersetzt werden. Zudem gibt es für 20’000 Franken eine Planung Gesamtsanierung Schulhaus Wäldi. Roland Werner wollte in der Diskussion wissen, warum die Volksschulgemeinde den zweithöchsten Aufwand pro Schüler im Kanton habe und warum die Schulbehörde nichts unternehme, um in Richtung Durchschnitt zu kommen. «Wir legen grossen Wert auf Schulqualität und haben früh die Klassen geteilt», entgegnete Heidegger. Mit den steigenden Schülerzahlen würden die Klassen gefüllt. Damit gleiche sich Tägerwilen dem kantonalen Durchschnitt wieder an. Das Budget 2021 wurde ebenso wie der gleichbleibende Steuerfuss mit grosser Mehrheit genehmigt.

Das Schulhaus Castell sei im Rahmen des gesprochenen Kredits saniert worden, informierte Heidegger anschliessend, «wahrscheinlich werden wir die Summe leicht unterschreiten». Mit der definitven Abrechnung müsse die Behörde zuwarten. «Im Laufe des kommenden Jahres werden wir diese vorlegen können. Kurt Peter

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