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Stadt unterstützt individuell

Kreuzlingen –Nur wenn belegbare Ausfälle von Veranstaltungen zu finanziellen Engpässen bei Vereinen führen, will der Stadtrat Anträge einzeln prüfen. Von einem «Giesskannenprinzip» will er absehen.

Dem HSC Kreuzlingen wurde ein Darlehen gewährt. (Bild: zvg)

Im April reichte Gemeinderat Ruedi Herzog im Namen der SP-Fraktion eine schriftliche Anfrage «zu den Folgen der Covid-19 Krise für Kreuzlinger Vereine» ein. In seiner Beantwortung hält der Stadtrat zunächst fest, dass «die wichtigen Aufgaben, die viele Kreuzlinger Vereine erfüllen, ihr enormes Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen ausserordentlich wertvoll sind und unser Leben und unsere Stadt bereichern». Die Stadt unterstütze viele dieser rund 220 Vereine mit Beiträgen, Mietsubventionen oder einmaligen finanziellen Mitteln.

Anträge einzeln prüfen

Der Stadtrat habe in einem Grundsatz festgehalten, dass allen Vereinen, «die nachweislich in einen finanziellen Engpass geraten sind, ein rückzahlbares Überbrückungsdarlehen gesprochen werden kann». Insgesamt seien bis 1. September drei Anträge eingereicht worden. Diese seien geprüft und gesprochen worden. Je 20’000 Franken für den FC Kreuzlingen und den EHCKK, 25’000 Franken für den Handballsportclub Kreuzlingen.

In der Beantwortung der Anfrage ist der Stadtrat aber nicht bereit, Vereinen, die geplante Anlässe nicht durchführen konnten oder können und deshalb finanzielle Einbussen erleiden, grosszügig mit Beiträgen entgegenzukommen. «Nur wenn belegbare Ausfälle von Veranstaltungen zu finanziellen Engpässen führten, seien Anträge einzeln geprüft worden.

Die Mittel reichen nicht

«Eine pauschale Entschädigung entgangener Ausfälle kann vom Stadtrat nicht verantwortet werden», heisst es in der Antwort auf die entsprechende Frage. Jeder Verein habe unterschiedliche Finanzierungsmethoden, Ausgangslagen und Konzepte. Darum müsse jeder Verein und jede Anfrage individuell beurteilt und ein finanzieller Beitrag nach Notwendigkeit und Schwere entschieden werden.

Der Stadtrat sei bereit, Sportvereine in der Jugendförderung weiterhin voll zu unterstützen. «Es ist aber nicht angemessen und vertretbar, im Giesskannenprinzip allen Jugendlichen der unterschiedlichsten Vereine eine um 60 Franken erhöhte Pauschale auszuzahlen», schreibt der Stadtrat auf die entsprechende Frage. Die budgetierten Jugendförderbeiträge würden 54’400 Franken auf 136’000 Franken ansteigen. Der Stadtrat sei besorgt über die weitere Entwicklung und die sehr ungewissen Aussichten auch für das kommende Jahr. Die Stadt werde Ausfälle aus den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht vollständig kompensieren können. «Dieser Umstand wird in den Kreuzlinger Vereinsstrukturen zu Veränderungen führen, noch wichtiger wird die vereinsübergreifende Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung werden», heisst es in der Anwort des Stadtrates.

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One thought on “Stadt unterstützt individuell

  1. Boris Kerzenmacher

    Das Virus wird durch und von Menschen übertragen. Wenn sich alle Menschen aus dem Weg hätten gehen können, würde es keine zweite Welle gegeben haben.
    Schon die Abstandregeln zu befolgen von Allen, hätte hier sehr deutlich geholfen.
    Die Politik kann hier noch so viel Einschränkungen und Regeln beschliessen, werden sie nicht befolgt, dann geht das mit den Infektionen eben ohne Ende weiter. Daher ist eben nicht die Politiker das Problem, sondern die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich einfach nicht konsequent an das halten, was vorgegeben ist.

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