/// Rubrik: Stadtleben

Musik in der DNA

Kreuzlingen – In der Pop Factory wird Musik gelebt. Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, wer Lust am Spielen hat, ist da perfekt aufgehoben. Sängerin und Co-Initiantin, Betina Ignacio, unterrichtet selbst an der Schule.

Bê Ignacio. (Bild: zvg)

Der Schlagzeuger wirbelt mit seinen Drumsticks umher, der erste Akkord auf dem Klavier ertönt, dann gesellt sich Gesang dazu. Tausend Gedanken und Emotionen schiessen durch den Kopf, Gänsehaut auf dem Arm, ein Leuchten in den Augen. Kaum etwas auf der Welt bewegt Menschen mehr als Musik. Während der Besuch eines Konzertes oder Festivals bereits ein wundervolles Erlebnis darstellt, ist das «Selberspielen» definitiv das Tüpfchen auf dem I.

Die Kreuzlinger Musik-Fabrik 
«Die Popularmusik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Musiker haben aber eher noch eine klassische Ausbildung. Wir wollen Pop zu einem besseren Stellenwert verhelfen», sagt Kai Kopp, Musikschulleiter der Pop Factory. Eigentlich wollte er bereits im August die Maschine in Gang bringen und die Tore der «Fabrik» öffnen. Corona-bedingt ist der offizielle Start nun am 1. Januar 2021.

«Pop bietet viel mehr Spielraum als Klassik. Während es bei der Popularmusik um das Präsentieren und den eigenen Stil geht, steht bei der Klassik mit der Zeit nur noch die Technik im Fokus», erklärt Markus Schmidt, Musiklehrer und Webadministrator bei der Pop Factory. Auch das Alter der Musikschüler ist irrelevant, so Kopp: «Es gibt Leute, die mit den Stones aufgewachsen sind und nun nach vielen Jahren die E-Gitarre aus dem Keller holen und es nochmals wissen wollen.»

Auf Tuchfühlung mit einem Pop-Star
Nebst Kai Kopp und Markus Schmidt gehört auch Betina Ignacio alias Bê Ignacio zu den Initianten der Musikschule. Sie ist als Sängerin mit ihrer gleichnamigen Band auf dem ganzen Globus unterwegs. Sie performte unteranderem in der Sendung ZDF Fernsehgarten, war im italienischen TV zu sehen und sang auf dem Konstanzer Weihnachtsmarkt eine latainamerikanische Version von «Last Christmas» für den SWR. Im Corona-Monat Mai streamte die Mitbegründerin der Bürgerinitiative «Pro Amazonia Konstanz» live aus dem Jazzclub Karlsruhe, um auf Probleme im Amazonasgebiet aufmerksam zu machen. Ihre Bühnenerfahrung, ihre Gesangs- und Performancekenntnisse flossen nicht nur in den Aufbau der Pop Factory, sondern gibt sie in den Lektionen direkt weiter. «Für mich sind die Schüler Mitmusiker. Ich schaue nicht wie ein Mentor zu einem Neuling herab.» Sie freue sich stets auf das, was aus der Zusammenarbeit im Unterricht entsteht.

«Die Idee eine Pop-Musikschule zu eröffnen war bereits vor zehn Jahren ein Thema. Bê und Markus hatten aber zu dieser Zeit hauptsächlich den Fokus auf ihrem Schaffen und Tourneen. Deshalb klappte es noch nicht», erklärt Kopp. «Früher waren wir höchstens 100 Tage im Jahr in Konstanz. In den restlichen Monaten schliefen wir in Hotels und reisten von China bis Amerika», sagt Schmidt, der das Schlagzeug wie auch Percussion in der Band bedient. Nun ist die Sängerin, mit brasilianischen Wurzeln, «sesshaft» geworden und setzt ihren Schwerpunkt auf die Pädagogik. Dennoch liebt sie die Abwechslung – beruflich wie privat. Im nächsten Juli ist der Release ihres neuen Albums geplant und sie pendelt weiterhin zwischen der deutschen Metropole am Bodensee und der brasilianischen Stadt Ubatuba am Südatlantik.

Kein Platz für Langeweile
Für die Initianten ist es eine Herzensangelegenheit, dass die Pop Factory keine 08/15 Musikschule ist. «Wir wollen die Leute auf die Bühne bringen.» Ob zum Spass oder zur Förderung von Talenten sind diverse Kooperationen geplant. Gemäss Kopp sind Anfragen dazu jederzeit willkommen. «Für uns ist das Soziale sehr wichtig. Deshalb sind unter anderem Jam-Sessions und Karaokeabende geplant», fügt Ignacio an.

Wer Einzelstunden nimmt, könne auch trommeln gehen oder im Chor mitmachen. Auch das Groove-Training gehöre zum Paket dazu. Musik beginne und ende nicht mit den Instrumenten, ergänzt Schmidt: «Wir bieten auch das Fach Music Production an. Am Computer erarbeiten wir zusammen die Materie.» Die Herausforderung sei die Masse an Möglichkeiten, die es zu kanalisieren gelte. Durch das Erlernen des Handwerks wisse man schliesslich, was wo und wie platziert werden müsse, um elektronisch Songs zu erschaffen.

Wer beim Lesen unbewusst mit dem Schnippen begonnen hat, oder spätestens jetzt einen Song singen oder spielen will, findet weitere Infos zu den verschiedenen Lehrern und der Pop Factory selbst auf www.popfactory.swiss. Der Popchor für Erwachsene freut sich zudem auf Anmeldungen.

Verlosung!
Wir verlosen 10 x 1 Probemonat in der Pop Factory. Einfach eine Mail an verlosung@kreuzlinger-zeitung.ch senden. Bitte das gewünschte Instrument oder Gesang angeben. Einsendeschluss ist der 4. Januar 2021. Die Gewinner werden in der Zeitung erwähnt und von der Pop Factory kontaktiert. Niemand geht leer aus. Auch die Verlierer erhalten von der Musikschule einen «Trostpreis».

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.