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«Zukunft mitgestalten»

Tägerwilen – «Zämä fürs Dorf» ist eine Interessensgemeinschaft, die sich als Zusammenschluss kritischer Bürgerinnen und Bürger sieht, aber nicht als fundamentale Opposition.

«Zämä fürs Dorf (v. l. Rebecca Fässler, Brigitt Drexler, Selina Fässler, Marcel Fässler und Christian Schwarz) wollen sich kreativ und engagiert einbringen. Bild: Kurt Peter

Die Interessensgemeinschaft «Zämä fürs Dorf» habe sich aus dem Kreis der Mitstreiter rund um «die Rettung der Gemeindewiese» gegründet, wie Marcel Fässler erklärt. Die IG werde sich künftig zu verschiedenen Themen, welche die Gemeinde betreffe, mit den Behörden austauschen, kritische Fragen stellen, die Diskussion suchen, Inputs geben. « Aber wir sind keine Nörgler und keine fundamentale Opposition», ergänzt er.

Breitere Mitsprache

Seline Fässler, die in Tägerwilen geboren und aufgewachsen ist, will «ein tolles und lebenswerte Dorf». Ihrer Meinung nach gehört dazu auch die Teilnahme an planerischen und politischen Prozessen. Das ist auch eine der Hauptforderungen und Anliegen der IG: «Eine breitere Mitsprache bei Projekten, ein Meinungsaustausch, bevor schon Pläne vorliegen», wie es Marcel Fässler formuliert. Die Gruppe setze sich auch daür ein, dass relevante Informationen vor, und nicht erst an den Versammlungen bereitgestellt würden.

Das Beispiel Kinder- und Jugendzentrum habe gezeigt, dass eine breitere Teilnahme der Bevölkerung beim Projekt gefehlt habe. «Ich bin in die Politik gekommen, weil ich die Überbauung der Wiese für falsch halte, hier soll ein offenes Begegnunszentum im Dorf entstehen, ein kultureller Treffpunkt», erklärt Rebecca Fässler.

Offene Diskussion führen

Bei der Weiterentwicklung einer Mehrzweckhalle wünsche sich die IG ein breiteres Mitspracherecht, die Planung solle nicht nur mit den Vereinen als wahrscheinliche Hauptnutzer durchgezogen werden, meint Brigitt Drexler. «Zämä fürs Dorf» möchte als weiteres Ziel eine proaktivere Informationspolitik der Behörden. Dazu gehöre nach Ansicht der IG eine aktuelle Darstellung aller laufenden und geplanten Projekte auf der Gemeinde-Homepage, sagt Marcel Fässler.

«Wir wollen an den Gemeindeversammlungen keine Konfrontation, sondern wir plädieren für eine freie Meinungsäusserung», erklärt Rebecca Fässler. Persönliche Diffamierungen seien fehl am Platz. Schliesslich müsse eine Gemeindeversammlung auch die offene Diskussion und Meinungsbildung fördern. «Diesen Zweck muss übrigens auch die Tägerwiler Post erfüllen», ergänzt Brigitt Drexler.

Gemeindeordnung überarbeiten

Im Bereich der Gemeindeordnung hat die IG zahlreiche Vorstellungen. So sollen die Kompetenzen für Beiträge, Subventionen und Schenkungen überprüft und, falls nötig, neu geregelt werden. Zu den Zielen der IG gehört «die Stärkung der Rechnungsprüfungskommission hin zu einer Geschäftsprüfungskommission». So könnten unabhängige Meinungen und Empfehlungen an die Gemeindeversammlung abgegeben werden. Überhaupt «muss die Gemeindeordnung überarbeitet werden», sind sich die Mitglieder der Kerngruppe sicher.

In Gremien und Kommissionen wäre die Einbindung unabhängiger Bürgervertreter in einem ausgeglichenen Verhältnis zu Behörden, Parteien und Vereinen anzustreben. Ebenso ein Beizug von Fachpersonen für Vorabklärungen und Entscheidungen. «Wir bieten an, an der Zukunft der Gemeinde mitzuarbeiten, die IG will und kann sich in verschiedenen Bereichen einbringen», erklärt Marcel Fässler.

Kandidatur wird diskutiert

Im Dorf seien viele Sachen auch gut gelaufen, sagt Christian Schwarz. Die Förderung errneuerbarer Energien sei gut umgesetzt, die Gemeinde stehe hinter den Projekten und unterstütze sie. Auch die Gründung der Naturkommission wird von Christian Schwarz sehr positiv beurteilt. Der Biodiversität könne auf diesem Weg deutlich mehr Gewicht verliehen werden. Er, der ohnenhin als Kritiker des massiven Wachstums gilt, möchte aber «keine Umzonungen mehr, wie an der letzten Gemeindeversammlung geschehen».

Der IG wurde öfter vorgehalten, dass «es einfach ist zu kritisieren, wenn man nicht in der Verantwortung steht». Die notwendige Ersatzwahl in den Tägerwiler Gemeinderat bringt die Chance, dies zu ändern. «Ob wir eine eigene Kandiatur bringen oder ob wir Unterstützung für eine Kandidatur aussprechen, das wird in der Kerngruppe noch diskutiert», sagte Rebecca Fässler. Aber klar sei, dass «der neue Gemeindepräsident Markus Ellenbroek auf gute Gespräche mit uns setzen kann».

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One thought on “«Zukunft mitgestalten»

  1. Toni Müeller

    Hier fehlt doch ganz klar auf dem Bild Herr Max Riehtmann, die treibende Kraft hinter dieser IG! Wo ist er?
    Bitte holen sie das Bild noch nach – er soll sich auch der öffentlichkeit zeigen und nicht nur im verborgenen in jeweils geheimen Morgencafè’s treffen um wieder gegen die Gemeinde Tägerwilen zu „schiessen“!

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