/// Rubrik: Sport | Topaktuell

Meister erneut eine zu hohe Hürde

Handball – Die Kreuzlinger SPL1/NLA-Frauen bleiben auch im zweiten Saisonvergleich mit Meister Brühl St. Gallen chancenlos. Sie verlieren auswärts klar mit 22:33 (12:16).

Torhüterin Nathalie Wörner war trotz der 33 Gegentreffer eine der besten HSC-Spielerinnen. (Bild: Mario Gaccioli)

«Der HSC Kreuzlingen hat zuletzt deutliche Fortschritte gemacht, doch die Bäume wachsen für ihn noch nicht in den Himmel», analysierten die Kommentatoren das Spiel zwischen dem Meister und Leader LC Brühl St. Gallen sowie dem Tabellenvierten vom Bodensee. Es hätte schon eine Topleistung seitens des HSC gebraucht, um den Leader in Bedrängnis bringen zu können. Doch diesen Effort konnten die Thurgauerinnen am Freitagabend nicht leisten. Hierfür unterliefen ihnen zu viele Fehler. Zudem liessen sie auch noch ein halbes Dutzend hochkarätige Chancen und gleich drei Siebenmeter ungenutzt. Nach zuletzt drei Auswärtssiegen in Serie zum Jahresabschluss kassierte der HSC somit im Startspiel 2021 erstmals wieder eine Niederlage in fremder Halle.

In der Tabelle gab es am Strich keine Veränderungen. Weil auch Thun sein Gastspiel beim Tabellenzweiten Zug mit 22:30 verlor, bleiben die Kreuzlingerinnen mit einem Punkt Vorsprung auf dem vierten Platz. Brühl St. Gallen führt die Rangliste nach seinem bereits achten Sieg in Serie souverän an.

Am nächsten Samstag, 16 Uhr, im Heimspiel gegen Yellow Winterthur sind die Kreuzlingerinnen dann in der Favoritenrolle. Wollen sie ihren Traum von der erstmaligen Finalrunden-Teilnahme weiter träumen, müssen die beiden Punkte unbedingt in der Egelseehalle bleiben.

Turbo- vs. Dieselmotor
Die Kreuzlingerinnen kamen zu Beginn überhaupt nicht auf Touren. Zwei technische Fehler und ein unpräziser Abschluss des HSC, zwei Turbokonter von Brühl– und der Favorit führte nach nur 223 Spielsekunden bereits 3:0. Auch ein früh genommenes Time-out des Kreuzlinger Trainerduos Ertl-Hug/Dedaj brachte den Dieselmotor vorerst nicht auf Betriebstemperatur. Im Gegenteil: Die Titelverteidigerinnen nützten die Fehler des HSC gnadenlos aus. Zwar hatte der Tabellenvierte in der Startviertelstunde gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, doch Brühl kam zu vielen einfachen Treffern, zwei davon innert nur 21 Sekunden erneut durch Gegenstösse. Beim Stand von 9:1 für Brühl ersetzte die HSC-Cheftrainerin ihren gesamten, viel zu fehleranfälligen Rückraum. Tissekker kehrte danach praktisch nurmehr für die Abwehr und für Penalties aufs Spielfeld zurück. Diese Aufgabe löste die Bundesliga-erfahrene Deutsche bei vier Versuchen vorerst tadellos.

Ausgerechnet während einer einminütigen doppelten Unterzahl schien ein Kontertreffer von Topscorerin Pashke Marku beim HSC die Verkrampfung endlich zu lösen. In der Abwehr spielte man nun mit der nötigen Agressivität und verleitete so den Leader auch zum einen oder anderen Fehler. Vom 10:2 (16.) kämpften sich die Kreuzlingerinnen in der Folge wieder bis auf drei Treffer (14:11) heran. Mit dem dritten Treffer von Kira Klein in letzter Sekunde zum 16:12 hielt der HSC bei Halbzeit zumindest eine kleine Hoffnung auf den Überrraschungscoup am Leben.

Meister behält Kontrolle
Leider blieb es aus Kreuzlinger Sicht bei diesem rund einviertelstündigen Strohfeuer vor der Pause. Brühl kontrollierte die Partie nach dem Seitenwechsel wieder mehrheitlich souverän. Dem HSC fehlte es sowohl an der Durchschlagskraft und auch an der nötigen Präzision. Dazu spielten im Angriff die meisten Leistungsträgerinnen unter ihren Möglichkeiten. Angesichts des klaren Rückstandes wechselten die Kreuzlingerinnen in der Schlussviertelstunde wieder häufiger, damit sämtliche Spielerinnen zum Einsatz kamen. Nach 52 Minuten lag der Meister erstmals mit zehn Treffern vorne. Die Frage nach dem Sieger war zu diesem Zeitpunkt längst beantwortet. Die Schlussminuten waren für beide Teams mehr Pflicht denn Kür.

LC Brühl St. Gallen – HSC Kreuzlingen 33:22 (16:12)
Kreuzbleiche. – ohne Zuschauer. – Sr. Castiñeiras/Zwahlen.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen St. Gallen, 3-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
St. Gallen: Dokovic (1.-30./6 Paraden), F. Schlachter (31.-60. und für 2 Penalty/4 Paraden); Ackermann, Simonva (1), Brunner, Pavic (2), Altherr (3/1), Gutkowska (6/1), Betschart (9), Schnyder, Tomasini, Schmid (4), Fudge (4), Lüscher (4).
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./8 Paraden); Skoricova (4), Tissekker (4/4), Klein (3), Weidmann (1), Rothacker, Lischka, Marku (3), Sivka (1), Plüss, Olsovska (2), Singer-Duhanaj (1), Gulyas (3), Heinstadt.
Penaltystatistik: St. Gallen 2 von 4 (11./9:2 Gutkowska scheitert an Wörner, 43./22:15 Altheer über das Tor), Kreuzlingen 4 von 7 (34./18:13 Tissekker scheitert an F. Schlachter, 35./19:13 Tissekker trifft Pfosten, 60./Rothacker trifft Pfosten).
Time-outs: 7./5:1 Kreuzlingen, 23./13:5 St. Gallen, 41./22:15 Kreuzlingen, 51./28:19 St. Gallen.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Federau, Novotna (beide krank) und Maier (abwesend), dafür erstmals mit Singer-Duhanaj (2. Mannschaft); Comeback von Marina Schlachter bei St. Gallen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.