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Kanton plant Impfzentrum auf einem Bodenseeschiff

Frauenfeld – Am Donnerstag nimmt das erste kantonale Covid-19-Impfzentrum in Frauenfeld seinen regulären Betrieb auf. Ein zweites Impfzentrum wird ab 2. Februar 2021 auf der MS Thurgau eingerichtet werden. Die Thurgauer Bevölkerung wird sich dort an den Standorten Kreuzlingen, Romanshorn und Arbon impfen lassen können.

Auf der MS Thurgau soll gegen Covid-19 geimpft werden. (Bild: SBS Schifffahrt AG)

Das erste kantonale Covid-19-Impfzentrum wurde am Montag, 11. Januar, in Frauenfeld aufgestellt. Am Dienstag und Mittwoch wurden die Impfabläufe soweit optimiert, dass es morgen Donnerstag in den regulären Betrieb übergehen kann. Das zweite Impfzentrum steht ab dem 2. Februar auf einem Schiff der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt AG zur Verfügung. Die MS Thurgau wird an den Standorten Kreuzlingen, Romanshorn und Arbon Impftermine anbieten und so grossen Teilen der Thurgauer Bevölkerung wohnortsnah eine Impfung ermöglichen, wie Regierungsrat Urs Martin, Chef des Departementes für Finanzen und Soziales, an einer Medienkonferenz zum Start des Impfzentrums in Frauenfeld publik machte.

Knappe Anzahl Impfdosen – Geduld gefragt

Kantonsärztin Agnes Burkhalter betonte, dass vorläufig nur Ärzte ausschliesslich Risikopersonen für eine Impfung im Impfzentrum anmelden können: «Gemäss der empfohlenen Priorisierung des Bundesamtes für Gesundheit und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen impfen wir vorerst Personen, die über 75-jährig sind, sowie Personen mit schweren chronischen Krankheiten, die das höchste Risiko für einen schweren Verlauf bei Covid-19 haben. Alle anderen bitten wir um Geduld.»

Eine Impfung im kantonalen Covid-19-Impfzentrum in Frauenfeld erfolgt in vier Schritten: Identifikation, Aufklärung, Impfung, Überwachung. In den zehn Büro-Containern, die zusätzlich von einem grossen Zelt überdacht werden, können bei optimaler Auslastung derzeit 336 Personen pro Tag geimpft werden.

Hirslanden als externer Partner

Für den Betrieb der Impfzentren arbeitet der Kanton Thurgau mit einem externen Partner zusammen, der Hirslanden-Gruppe. Deren Gesamtpaket überzeugte die Thurgauer Regierung im Vergleich zu den Mitbewerbern in einem mehrstufigen Evaluationsprozess am meisten. «Ziel war es, möglichst viele Ressourcen für die Impfungen im Kanton Thurgau sicherzustellen. Dies ist uns mit der Partnerschaft mit Hirslanden als grösstem Anbieter auf diesem Gebiet gelungen», sagte Kantonsärztin Agnes Burkhalter.

Daniel Liedtke, CEO der Hirslanden-Gruppe, rief in Erinnerung, dass die Corona-Pandemie eine enorme Herausforderung für das Schweizer Gesundheitssystem darstellt. In der aktuellen Situation sei die beste Medizin jene, welche die Menschen erst gar nicht erkranken lasse. «Dank der steigenden Impfstoffverfügbarkeit haben wir jetzt endlich das richtige Instrument, um Infektionen und dem Leiden der Menschen vorzubeugen. Wir setzen unser medizinisches Know-how und unsere Ressourcen neben der Krankenversorgung in unseren Kliniken bewusst zusätzlich für den Betrieb von Impfzentren schweizweit ein, um in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit allen anderen Akteuren die weitere Verbreitung dieser Pandemie zu stoppen», sagte Daniel Liedtke.

Spital Thurgau leistete Vorarbeit

Die Aufgabenteilung ist auch optimal für die Spital Thurgau AG, wie CEO Marc Kohler erklärte: «Wir haben mit dem neuen Impfstoff in den letzten drei Wochen Erfahrung gesammelt, die etwas heiklen Verabreichungs-Prozesse und die Logistik gründlich optimiert und das ganze gesammelte Knowhow weitergegeben. Jetzt sind wir froh, dass Hirslanden die Impfzentren im Thurgau betreibt und wir unsere in den letzten Monaten – und wohl auch noch weiter – arg strapazierten Mitarbeitenden damit nicht belasten müssen.»

Mit der Inbetriebnahme des ersten kantonalen Covid-19-Impfzentrums in Frauenfeld ist nach dem Einsatz der mobilen Impfequipen nun der zweite Teil der Impfstrategie des Kantons Thurgau umgesetzt. Eine weitere Beschleunigung des Impfprozesses wird der am Dienstag zugelassene zweite Impfstoff Moderna bringen. Aber auch hier wird der Kanton Thurgau eine relativ kleine Anzahl an Impfdosen erhalten, so dass vorläufig weiterhin strikt nur jene Personen geimpft werden, die am meisten durch das Coronavirus gefährdet sind. Ziel ist es, die Hausärzte möglichst schnell mit diesem Impfstoff bedienen zu können.

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One thought on “Kanton plant Impfzentrum auf einem Bodenseeschiff

  1. Boris Kerzenmacher

    Entweder zieht man jetzt den totalen Lockdown mit strengsten Kontaktbeschränkungen durch oder lässt es einfach geschehen. Die Zeit des Herumeierns ist vorbei. Die Zahlen sind eindeutig. Entweder man nimmt in Kauf, dass weiterhin Tausende sterben, oder man riskiert die Rezession und soziale Spannungen. Da möchte man doch lieber nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken. Es gibt hier keinen Königsweg.

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