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Kulturzentrum war immer ein Ziel

Kreuzlingen – Um ein Kulturzentum der Grössenordnung von «Kult-X» dem Volk vorzulegen, brauche es erst ein ausgearbeitetes Projekt, Fakten und Werte. Dies hält der Stadtrat in der Antwort auf eine Anfrage betreffend Schiesser-Areal fest.

Das Kult-X bietet seit 2018 erfolgreich verschiedene Veranstaltungen im Schiesser-Areal an. (Bild: Sandro Zoller)

Am 2. Juli 2020 reichte Gemeinderätin Barbara Hummel für die SVP-Fraktion eine schriftliche Anfrage betreffend Kulturzentrum im Schiesser-Areal ein. Sie wollte vom Stadtrat unter anderem wissen, ob es sich noch immer um einen Versuchsbetrieb handle, welche finanziellen Mittel eingeflossen seien und ob nicht zuerst das Volk befragt werden solle, ob es überhaupt ein Kulturzentrum dieser Grössenordnung wolle, bevor der Kulturbetrieb schrittweise ausgeweitet werde. Zudem fragte Barbara Hummel, ob es einen Plan B gebe, falls die Nutzung des Schiesser-Areals von der Stimmbürgerschaft abgelehnt werde.

Entscheidende Erfahrungen 
Der Betrieb des Kulturzentrum «Kult-X» befinde sich immer noch in der Versuchsphase «Etappe 1», schreibt der Stadtrat. In den Jahren 2018 bis 2020 seien entscheidende betriebliche und wirtschaftliche Erfahrungswerte gesammelt worden. «Ab 2021 soll der Trägerverein Kult-X noch stärker in die Leitung und Verantwortung eingebunden werden». Im Frühjahr 2021 werde der Gemeinderat über die weitere Zukunft des Kulturzentrums entscheiden können. «Ziel ist es, die Pilotphase Ende 2021 abzuschliessen und ab 2022 die Verantwortung längerfristig an die Trägerschaft zu übergeben».

Insgesamt seien von 2018 bis 2020 Mittel in Höhe von 561’730 Franken in die Bereiche Projektleitung, subventionierte Miete, Beitrag an Betrieb, baulicher Unterhalt, Machbarkeitsstudie und Parkplatzersatzabgaben geflossen, hält der Stadrat auf die entsprechende Frage fest. Er verneint die Frage, ob das Volk befragt werden solle, bevor ein Kulturzentrum dieser Grössenordnung ausgeweitet werde.

Programm kommt an
«Um dem Gemeinderat und dem Volk ein Kulturzentrum dieser Grössenordnung zur Entscheidung vorzulegen, braucht es erst ein ausgearbeitetes Projekt, Fakten und Werte, die auf Erfahrungen über einen längeren Zeitraum beruhen», antwortet der Stadtrat. Es müssten räumliche Gegebenheiten und Möglichkeiten der Infrastrukturerweiterungen geklärt sein. Es brauche im Weiteren eine Trägerschaft, die mit den einzelnen Anspruchsgruppen die Struktur, die Zusammenarbeit und die Finanzierung im Vorfeld einer Abstimmung regle.

«Der Bedarf an räumlichen Nutzungen im Kulturbetrieb konnte bereits ausgewiesen werden», heisst es weiter. Das Programm mit seinem vielfältigen Kulturangebot finde grosses Interesse bei der Bevölkerung. Dank der unterschiedlichen Betriebsphasen und Erfahrungswerten könne der Gemeinderat und später gegebenenfalls die Bevölkerung über ein Kulturzentrum auf Basis der vorliegenden Fakten entscheiden.

Kanton laufend informiert
Der Stadtrat habe die Liegenschaft vor über zehn Jahren mit der Absicht gekauft, ein Kulturzentrum zu errichten. Sowohl im Kulturkonzept wie auch in den Legislaturzielen und im aktuellen Richtplan sei der Aufbau des Kulturzentrums im Schiesser-Areal als Ziel formuliert. Der Regierungsrat und das Kulturamt Thurgau seien seit dem Kauf der Liegenschaft immer über den Stand der Entwicklung und Planung des Projekts durch den Stadtrat informiert worden. «Der Regierungsrat anerkennt die gute Arbeit der Trägerschaft und den Erfolg des Projekts. Dies zeigt sich auch darin, dass der Kanton 2020 dem Kult-X einen Beitrag an den Betrieb von 25’000 Franken und an die Infrastruktur von 75’000 Franken zugesprochen hat».

Im Richtplan der Stadt Kreuzlingen sei die Schaffung eines Kulturzentrums als Beschluss festgehalten: «Das Schiesser-Areal wird zu einem Kulturzentrum (Mehrspartenhaus mit Mischnutzung /Kultur/Gewerbe/Wohnen) ausgebaut» hält der Stadtrat in der Beantwortung fest. Das Theater an der Grenze, das Z88 und der Kunstraum seien in der ersten Ausbauetappe Hauptmieter und Nutzer.

Plan B gibt es nicht
Im Baugesuch an den Kanton, nach dessen Wortlaut Barbara Hummel anfragte, werde die Frage der Umnutzung von Gewerberäumen in Veranstaltungen mit einer definierten maximalen Personenbelegung gestellt. «Im Kellergeschoss wird die Erweiterung der heutigen Nutzung als Veranstaltungsraum mit einem Einbau einer Gastroküche angefragt. Zudem seien Umbaumassnahmen im Gewerbebereich Inhalt des Baugesuchs. «Abgegeben wurde diese Absichtserklärung an die ganze Bevölkerung».

Der Stadtrat habe keinen Plan B, falls die Nutzung des Schiesser-Areals von der Stimmbürgerschaft abgelehnt werde. «Die gesamte Vorbereitung zum Aufbau eines Kulturzentrums wurde auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Gruppierungen in den vergangenen Jahren erarbeitet», schreibt der Stadtrat. Das Betriebskonzept stütze sich auf diesen Erkenntinssen und den Erfahrungen des Pilotprojekts ab. Bis heute habe sich diese langsame und stete Entwicklung des Betriebs bewährt. «Sollte der Gemeinderat oder das Volk eine Weiterentwicklung ablehnen, werden andere Möglichkeiten oder Varianten gesucht», schreibt der Stadtrat abschliessend in seiner Beantwortung.

Kurt Peter

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One thought on “Kulturzentrum war immer ein Ziel

  1. Bruno Neidhart

    Es ist denkbar, dass eine solche Kunstinstitution langfristig nur über eine „Stiftung“ als Grundlage gut funktioniert. Eine Recherche in dieser Richtung wäre vielleicht mal sinnvoll. Wo sind die Mäzene in Kreuzlingen?

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