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Visitenkarte für die Stadt

Kreuzlingen – Die Löwenstrasse soll saniert und umgestaltet werden. Über eine Kreditantrag von 4,38 Millionen Franken berät der Gemeinderat am kommenden Donnerstag.

Die Löwenstrasse soll umgestaltet und saniert werden (Bild: Kurt Peter)

An der gestrigen Medienkonferenz informierte Ernst Zülle als zuständiger Gemeinderat über ein Kreditbegehren von brutto 4,38 Millionen Franken. «Weil es sich beim Vorhaben um ein Projekt aus dem Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz handelt, ist eine Kostenbeteiligung vom Bund in Höhe von maximal 740’000 Franken zu rechnen», erklärte er. 103’000 Franken stammten aus dem Beitrag des Strassenfonds. Der Bruttokredit beläuft sich demnach auf 3,537 Millionen Franken.

Höhere Sicherheit

Die Löwenstrasse, insbesondere der Belag, sei in einem baulich schlechten Zustand, heisst es in der Botschaft an den Gemeinderat. Zudem müssten die Werkleitungen in diesem Bereich saniert werden. «Ausserdem müssen die Bushaltestellen bis zum Jahr 2023 den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden. Für eine der wichtigsten Geschäftsstrassen der Stadt sei es aber auch wichtig, Sicherheit und Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

«Weiter soll der Verkehr verstetigt und damit quartierverträglicher abgewickelt werden», sagte Zülle. Der Verkehrssicherheit, insbesondere dem Fuss- und Veloverkehr müsse grosse Beachtung geschenkt werden. Die Sanierung und Aufwertung sieht, laut Botschaft, einen zwei Meter breiten Mittelstreifen vor und anschliessend eine je zwei Meter breite Fahrbahn.

Querungen mit Insel

«Wir wollen soviele Parkplätze wie möglich erhalten, gestalten diese aber neu», führte Ernst Zülle weiter aus. Auf der Nordseite schliesst eine Baumallee mit dazwischenliegenden Parkfeldern mit einer Breite von 2,7 Meter an. Die Trottoirbreiten bleiben grundsätzlich unverändert, aufgrund der Neupflanzung der Baumreihen könne der tatsächlich vorhandene Raum jedoch deutlich erhöht werden.

Die Anzahl der Fussgängerstreifen wird im Projektierungsbereich vom Kolosseumkreisel bis Löwenkreisel von sechs auf vier reduziert. Neben den Fussgängerstreifen bei den beiden Kreiseln wird ein Übergang auf der Achse beim Rondo und einer Querung Alleeweg markiert. Die Querungen werden alle mit Inseln gesichert. Ausserdem kann der Mittelstreifen auf der ganzen Länge als Querungshilfe genutzt werden.

Es bleibt bei höchstens 50

«Die Löwenstrasse ist eine wichtige Ost-Westverbindung für den Veloverkehr in Kreuzlingen», so der zuständige Stadtrat. Der Veloverkehr werde im Mischverkehr geführt, bei einer angestrebten Projektierungsgeschwindigkeit von 30 bis 35 Stundenkilometer sei dies problemlos möglich. Der Autoverkehr könne die Radfahrer zwischen den Beleuchtungskandelabern überholen. Der Mehzweckstreifen dient zudem als Abbiegehilfe.Um die Sicherheit zusätzlich zu erhöhen werden die Parkplätze um einen halben Meter vom Fahrbahnrand entfernt markiert.

Der motorisierte Individualverkehr wird gemäss Botschaft weiterhin flüssig abgewickelt. Die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer wird belassen, «sollte sich später Tempo 30 als sinnvoller herausstellen, ist eine Umsetzung der Massnahme ohne Mehrkosten möglich», sagte der Stadtrat. Die Beschränkung der Fahrbahnbreite, kombiniert mit dem Mittelstreifen, führe zu erhöhter Aufmerksamkeit und einer langsameren Fahrweise.

Einheitliche Gestaltung

Der Mehrzweckstreifen kann befahren werden und dient auch als Abbiegehilfe für den Auto- und Veloverkehr. «Busse und Lastwagen fahren in der Regel hinter den Velofahrern, diese können aber mit Hilfe des Mehrzweckstreifen auch überholt werden». Alle einmündenden Strassen werden als Platz- oder Trottoirüberfahrten gestaltet. «Neben den verkehrstechnischen Verbesserungen können mit verschiedenen gestalterischen Elementen auch Verbesserungen im Bereich des Ortsbildes erzielt werden», schreibt der Stadtrat in der Botschaft.

Eines dieser Elemente ist die nordseitige Baumreihe, die bereits heute vorhanden ist und aufgegriffen sowie vertärkt wird. Dezu werden die bestehenden Bäume ersetzt und und in einem regelmässigen Abstand von 14 Meter als Baumreihe gestaltet. Diese wird durchgehend auf die gesamte Löwenstrasse verlängert. Ziel sei die Strassengestaltung zu vereinheitlichen.

«Neuer» Rathausplatz

Die Gestaltung des Vorbereichs des Sonnenhofes sei an einem Workshop ausgiebig diskutiert worden. Die bestehende Baumreihe werde belassen, da diese gemeinsam mit dem Bau des Sonnenhofes gepflanzt worden seien und somit gestalterisch zum Vorbereich des Gebäudes und nicht zur Strasse gehörten. Der Vorplatz soll sich mit einer Pfästerung vom Trottoirbereich gestalterisch abheben. Eine Neugestaltung ist auch für den Platz beim Rathaus vorgesehen.

Derzeit ist der Vorbereich zur Kirchstrasse mit einer Natursteinpflästerung besfestigt, «welche den heutigen Anforderungen des Langsamverkehrs und des Behindertengleichstellungsgesetzes nicht entspricht», heisst es in der Botschaft. Auf der gegenüberliegenden Seite werde mit der Umsetzung des Gestaltungsplanes Löwen/Sallmann der Raum gefasst. Der ganze Bereich, so ist geplant, soll mit einer neuen Natursteinpflästerung versehen werden. Baumbepflanzung und Sitzgelegenheiten dienen als Aussenraum für die Öffentlichkeit. Wenn der Gemeinderat am Donnerstag der Vorlage zustimmt, findet die nötige Volksabstimmung am 13. Juni statt. Die rund 18 Monate dauernden Bauarbeiten könnten nach einem positiven Entscheid 2023 beginnen.   Kurt Peter

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