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Seifenoper «Stadthaus Kreuzlingen»

Leserbrief – Heinrich Osterwalder aus Kreuzlingen wäre froh gewesen, wenn der Stadtrat das Projekt auf der Festwiese versenkt hätte.

Leserbrief

(Bild: StartupStockPhotos/Pixabay)

In einer Zeit, wo Steuergelder für die Überwindung einer Krise nötig sind, reitet der Stadtrat auf dem Mammutprojekt auf der Festwiese weiter. Er versteckt sich dabei hinter dem superknappen Abstimmungsergebnis von 2016, das auf inkorrekten Behauptungen in der Wegleitung beruht. Im Mai 2020 sprach das Verwaltungsgericht des Kantons TG ein Machtwort und verweigerte dem Bau die Bewilligungsfähigkeit. Der Stadtrat hätte diesen Steilpass annehmen und unbeschadet das Projekt versenken können. Mit einem «Buebetrickli» will er stattdessen den Gerichtsentscheid aushebeln: Man ändert flugs das Baureglement. Doch dieses «flugs» wird voraussichtlich Jahre dauern. Noch hat das neue Reglement die Hürden nicht genommen – es muss noch vors Volk. Ob dieses dann die maximale Baulänge von 180 statt 50 Metern schluckt, ist gar nicht sicher.

Viele, die jetzt schauen müssen, wie sie privat oder mit ihrem Betrieb über die Runden kommen, staunen, dass für diesen nicht bewilligungsfähigen Prestigebau kein Aufwand zu gross ist.

Bessere Bedingungen für die Verwaltung liessen sich günstiger realisieren. Die Stadt besitzt einige Liegenschaften, die man Haus um Haus an die Bedürfnisse anpassen könnte. Die ansässigen Handwerker erhielten dadurch Arbeit in einer finanziell angespannten Zeit. Da der Stadtrat diese Chancen nicht nutzt, geht die Seifenoper rund um das Stadthaus weiter. Ein Ja am 7. März zur Initiative Freie Festwiese führt aus dieser Sackgasse heraus.

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2 thoughts on “Seifenoper «Stadthaus Kreuzlingen»

  1. Bruno Neidhart

    Ein von Herrn Heinrich Osterwalder sehr sachlicher, gleichzeitig ideenreicher Leserbrief mit klarer Zielsetzung! Es wäre noch darauf hinzuweisen, dass der Ursprung der Misere (Überbauung der Festwiese) der vorgängige Stadtrat legte. Dessen Hauptpromotor hatte kurze Zeit später das Handtuch geworfen und verzog sich in die Privatwirtschaft. Das Erbe musste nolens volens der neu gebildete Stadtrat übernehmen. Ein neues Denken wäre somit für ihn eine überzeugende politische Botschaft, aus dieser Misere, die eine unendliche Geschichte zu werden droht, Lehren zu ziehen.

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  2. Martin Gisler

    Heini, ausgerechnet du erhebst den Vorwurf „Buebetrickli“! Es erstaunt mich überhaupt nicht, dass du dich in diesem rückwärtsgerichteten Komitee – ohne jegliche Visionen – engagierst. Ich bin überzeugt, die Stimmbürger*innen haben von euerer Verzögerungstaktik langsam, aber sicher die Nase voll.
    Übrigens: Der Kauf des Seeburgareals 1958 war gleichermassen umstritten. Was wäre Kreuzlingen heute, ohne dieses Juwel am See?
    Und was wäre mit eurer Initiative in 60 Jahren? Wir hätten immer noch kein zentrales Stadthaus und damit kein erkennbares Zentrum!

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