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Eugensberg darf saniert werden

Salenstein – Vor allem in den Erhalt des Schlosses Eugensberg werden mehrere Millionen Franken investiert. Vier Monate nach Einreichung des Gesuchs ist nun kürzlich die Baubewilligung durch die Gemeinde erteilt worden.

Das Baugseuch für den Eugensberg wurde bewilligt. (Bild: Kurt Peter)

«Es ist eine grosse Freude, dass das Baugesuch, im September 2020 eingereicht, kürzlich von der Gemeinde bewilligt wurde», erklärt Architekt Peter Dransfeld beim Ortstermin am Dienstagnachmittag. Dem Schloss und dem gesamten historischen Komplex sehe man es bei genauerer Betrachtung an, dass die Anlage fast 20 Jahre lang vernachlässigt worden sei. «Es gibt Schäden an der Fassade, der Kanalisation, ein Balkon an der Nordseite ist einsturzgefährdet, muss gesichert und auch die Haustechnik muss erneuert werden», sagt Dransfeld.

Intensive Planungsphase
Nach dem Erb-Konkurs wurde der Komplex im Jahr 2019 an Christian Schmid verkauft. Die Bereitschaft, mehrere Millionen Franken in den Erhalt des Baudenkmals zu investieren, sei vorhanden gewesen. «Immer mit der Absicht, nur geringfügige Veränderungen vorzunehmen, aussen bleibt das Schloss zu 100 Prozent gleich», so der Architekt. Und im Innenbereich des Schlosses bleibe der Bestand bei 97 Prozent.

Bereits vor dem Verkauf seien bauliche Ideen geklärt, das Baukonzept sei im Winter 2019/2020 formuliert worden. «Es folgte das Vorprojekt sowie ein umfangreicher Behördenaustausch im Frühling und Sommer des vergangenen Jahres». Es sei eine intensive Planungsphase gewesen, erinnert sich Peter Dransfeld.

Werterhalt des Komplexes
«Es wurden sehr früh wichtige Fragen diskutiert, mit der Gemeinde und den kantonalen Behörden». Die Bauherrschaft sei dabei auf Wünsche eingegangen, die Gemeinde Salenstein und vor allem die Denkmalpflege hätten die Planungen kritisch und konstruktiv begleitet. Bauherrin Alexandra Schmid ergänzt: «Es wird so, wie wir uns das wünschen». Und genau vier Monate nach Einreichung des Baugesuchs sei nun die Bewilligung eingetroffen.

«Die Investitionen fliessen zum grössten Teil in den Werterhalt des Komplexes», sagt Dransfeld. Je etwa eine Million seien für Gebäudehülle, Haustechnik und historische Ausstattung vorgesehen. Auf über 500 historische Gegenstände schätzt der Architekt den Bestand, «den wir nun erfassen müssen». Die meisten der Bilder, Vasen, Uhren und anderen wertvollen Sachen sollen im Schloss verbleiben

Eigenes Holz verbrennen
Der Eugensberg verfüge über eine grosse Waldfläche und einer entsprechenden Menge Holz. «Wir realisieren daher eine Holzenergieanlage, welche fünf Gebäude innerhalb des Areals mit Heizung und Warmwasser versorgt». Das benötigte Heizmaterial stamme ausschliesslich aus dem eignen Wald, die grosse Menge von fast 60’000 Liter Öl jährlich könne so eingespart werde.

Mit der Baubewilligung seien auch sämtliche Fachstellungnahmen in Bezug auf Denkmalpflege oder Brandschutz eingegangen. Auch eine Einsprache sei ebenfalls in der für ein solch anspruchsvolles Projekt kurzen Zeit bearbeitet und abgewiesen worden, erklärt der Architekt. Nun soll im Frühling der Baustart sein, sind sowohl Alexandra Schmid wie auch Peter Dransfeld optimistisch. «Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr und hoffen, im Sommer 2022 das Schloss übergeben zu können», meint er.

Aus der Geschichte
Eugène de Beauharnais erwarb 1819 vom Landwirt Johann Eigenmann den Gutsbetrieb Sandegg für 15’000 Gulden – jedoch ohne die Burg Sandegg, welche damals Louise Cochelet gehörte. Damit erhielt Eugène de Beauharnais das Baugrundstück für Schloss Eugensberg. Das Schloss wurde von 1819 bis 1821 errichtet. Hippolyt Saurer nahm mit den Zürcher Architekten Johann Rudolf Streiff und Georg Schindler in den Jahren 1916 bis 1918 grössere bauliche Veränderungen vor. Die strenge Empire-Fassade wurde im Stil des ausgehenden Historisums verfeinert. 1948 wurde das Schloss für 850’000 Franken an den Diakonie-Verband Ländli verkauft, der ein Ferien- uwnd Erholungsheim einrichtete. 1987 wurde dessen Betrieb eingestellt.

1990 kaufte Hugo Erb, ein Unternehmer aus Winterthur, das Anwesen. Mit dem Architekten Hermann Schmidt wurden zahlreiche weitere bauliche Veränderungen vorgenommen: Schwimmbad mit Annexbauten, die Überdachung der Eingangspartie im Stil eines klassizistischen Portikus, die zweite Seeterrasse mit Treppenanlage sowie eine Tiefgarage samt Sicherheitstunnel zum Schloss wurden errichtet; das Wege- und Strassennetz wurde ausgebaut.

Kurt Peter

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