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«Nein-Komitee» ist gegründet

Kreuzlingen – Die Gegner der Initiative für eine freie Festwiese formieren sich. Ein breit abgestütztes Nein-Komitee ist inzwischen gegründet.

Die Gegner der Initiative befürchten, dass dessen Behauptungen die Bürger falsch beeinflussen könnten. (Bild: zvg)

«Nach diversen Leserbriefen, Inseraten und Kommentaren der Initianten formieren sich zurzeit die Fraktionen des Gemeinderates zu einem Neinkomitee», heisst es in einer kurzen Mitteilung. Da es für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Stadt keine einfache Abstimmungsfrage und die Folgen des Wahlergebnisses komplex seien, hätten sich namhafte Gemeinderäte aller Fraktionen zu einem Nein-Komitee zusammengeschlossen. «Die Initianten des Nein-Komitees werden an der Medienkonferenz vom kommenden Dienstag die Sachlage erörtern und auf die kritischen Punkte hinweisen».

Die SP-Gemeinderatsfraktion stehe ganz klar hinter dem Neubau des Verwaltungsgebäudes, sagt Gemeinderat Cyrill Huber, einer der Mitbegründer des gegnerischen Komitees. Vorstand und Fraktion seien vom Konzept und Standort Festwiese überzeugt. Es sei wichtig, jetzt endlich auch Argumente für das Projekt vor allem objektiv gegenüber der Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Fakten gegen Behauptungen
«Es braucht jetzt endlich eine Gegenbewegung», sagt FDP-Gemeinderat Christian Brändli, ein weiterer Exponent des Komitees. Man dürfe die Bühne nicht nur den Befürwortern überlassen. Die Fraktionen seien über die Gründung informiert, er erwarte eine breite Abstützung. Eine erste Sitzung habe bereits stattgefunden und eine Umfrage betreffend Teilnahme am Komitee laufe noch in der FDP/CVP/EVP-Fraktion. «Fakten gegen Behauptungen» nennt er ein wichtiges Anliegen. Es werde zuviel Unwahrheit über das Projekt verbreitet, «das Komitee wird die Diskussion auf eine sachliche Ebene bringen».

«Gewerbe Kreuzlingen hat die Sachlage im Vorstand diskutiert und spricht sich ganz klar gegen die Initiative aus», erklärt Präsident Andreas Haueter. Er macht klar, dass «wir die Initiative bekämpfen werden». Das Projekt Stadthaus auf der Festwiese werde von Gewerbe Kreuzlingen unterstützt, das habe eine Umfrage vor der damaligen Abstimmung ergeben. Der Vorstand sei der Meinung, dass ein Ja zur Initiative weitere, teure Planungen nach sich ziehen würden. «Der Bau einer neuen Stadtverwaltung steht so oder so an, ein Nein zur Initiative lässt die Umsetzung der bestehenden Pläne zu und verhindert damit unnötige Kosten». Gewerbe Kreuzlingen werde im Komitee gegen die Initiative sicher in einer Form vertreten sein.

«Für weitere Auskünfte über unser Komitee stehe ich allen Interessierten gerne zur Verfügung, eine breite Abstützung ist wichtig», hält Cyrill Huber abschliessend fest.

Kurt Peter

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2 thoughts on “«Nein-Komitee» ist gegründet

  1. Bruno Neidhart

    Die Frage, um die es im Kern geht, ist eine ganz einfache! Sie lautet: Soll der letzte freie Raum der inneren Stadt überbaut werden? Die Auffassung, dass dieser Raum für die Bevölkerung frei bleiben soll, ist sowohl historisch, wie stadtkulturell begründbar. Die erklärten „Gegner der Initiative“ haben indes – wie es scheint – Mühe, in diesen historisch-kulturellen Kategorien zu denken.

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    1. schiesser

      Es gibt nicht nur eine einzige „historisch-kulturelle Kategorie“. Man könnte genausogut „historisch-kulturell“ argumentieren, ein einfach leerer Raum sei stadthistorisch gesehen,kein „Platz“ sondern nur eine Baulücke. Städtische Plätze entstehen als Freiraum zwischen Gebäuden und sie haben damit das Potential eine soziale Funktion als Raum für soziale Interaktion zu übernehmen. Der Bärenplatz ist bisher einfach eine unattraktive Baulücke, auf der in elf von zwölf Monaten die einzige soziale Interaktion, die stattfindet, das Parkieren von Autos ist. Bisher liegt er auch nicht in der „inneren Stadt“ sondern an deren Peripherie. Er könnte durch eine Randbebauung sowohl zu einem echten Platz als auch zu einem Teil der inneren Stadt werden. Es ist ja auch nicht so, als ob Kreuzlingen nicht noch andere Grünflächen und/oder Freiräume hätte. (Ob der geplante Stadthausbau nun architektonisch gefällt oder nicht, ist eine andere Frage)

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