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HSCK-Frauen spielen erstmals im Konzert der Grossen mit

Handball – Mit einem 24:20-Heimsieg im Showdown gegen Thun haben sich die Frauen des HSC Kreuzlingen das vierte und letzte Ticket für die SPL1/NLA-Finalrunde gesichert.

Mit der Finalrundenteilnahme realisiert der HSC den grössten Erfolg in der über 50-jährigen Clubgeschichte. (Bild: Felix Walker)

Geschafft! Die Nervenanspannung löste sich bei den Kreuzlingerinnen nach erfüllter Mission gegen den Finalrunden-Stammgast aus Thun in einem Ringel- bzw. Freudentanz auf. Zum ersten Mal in der Clubgeschichte hat der HSC Kreuzlingen den Sprung unter die Top 4 des Schweizer Frauenhandballs geschafft. Letztmals gelang dies einem Thurgauer Handballteam (BSV Weinfelden-Bürglen) vor langen 31 Jahren.

Sicher im Playoff-Halbfinal
Zusammen mit Titelverteidiger Brühl St. Gallen, den Spono Egales aus Nottwil LU und dem LK Zug bestreitet die Mannschaft von Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug die sechs Spieltage umfassende Finalrunde, bevor es dann in den Playoffs um die Wurst bzw. den Meistertitel geht. Verlierer Thun mit seinem ehemaligen Männer-National- und Bundesligatrainer Urs Mühlethaler, der auf diese Saison hin angetreten war, um Titel zu holen, muss hingegen erstmals seit vielen Jahren in die Abstiegsrunde. Die Bernerinnen haben mit der überraschenden Freistellung ihrer beiden ausländischen Topscorerinnen Lucia Weibelova (37) und Laura Retondo (28) Mitte Januar den angekündigten Umbruch bereits eingeleitet.

Nur einmal in Rückstand
In den Showdown gegen Verfolger Thun stieg allerdings auch Kreuzlingen nicht in Bestbesetzung. Die angeschlagene Leistungsträgerin Isabel Tissekker konnte nur für drei Siebenmeter eingesetzt werden, von denen sie zwei verwertete. Dazu fehlte immer noch Torfrau Miriam Federau, weshalb die ganze Verantwortung zwischen den Pfosten auf der zuletzt formstarken Nathalie Wörner lastete. Immerhin kehrte die Slowakin Maria Olsovska nach ihrer Fussverletzung ins Team zurück.

Insgesamt waren die Thurgauerinnen über weite Strecken spielbestimmend. Die Gäste konnten nur einmal – zum 3:4 in der 10. Minute – in Führung gehen, als die Rechtsaussen Marija Gajikj bereits ihren vierten Treffern realisierte. Die Thuner Neuverpflichtung bekam die HSCK-Abwehr nie wirklich Zugriff. Am Ende hatte die 22-jährige Nordmazedonierin mehr als die Hälfte aller Thuner Treffer erzielt. Auf den erstmaligen Rückstand reagierten die Einheimischen allerdings postwendend. Danach lagen sie meist vorne, jedoch nie mit mehr als zwei Treffern. 12:10 lautete der Halbzeitstand zugunsten des HSCK.

Zwischenspurt entscheidet
Zu Beginn der zweiten 30 Minuten drückten die Kreuzlingerinnen sofort aufs Gaspedal. Linkshänderin Petra Skoricova mit ihrem dritten Tor und Torhüterin Nathalie Wörner mit einem erfolgreichen Wurf über das ganze Feld in den verwaisten Thuner Kasten sorgten für die Kreuzlinger 14:10-Führung. Thun stemmte sich vehement gegen die drohende Niederlage im Showdown. Trainerfuchs Mühlethaler versuchte in der zweiten Halbzeit mit einer siebten Feldspielerin anstelle der Torfrau das Momentum wieder auf seine Seite zu zwingen. Thun kam zwar immer wieder auf Schlagdistanz heran, doch der Gleichstand wollte nicht gelingen. Die letzten Ambitionen auf einen Berner Punktgewinn schmetterte der HSCK ab der 50. Minute mit vier Treffern in Serie zum 23:18 ab und ebnete so den Weg zum grössten Erfolg in seiner über 50-jährigen Clubgeschichte.

Sieg in Zürich gefordert
Zum Abschluss der 14 Spiele umfassenden Hauptrunde reist der HSC Kreuzlingen am nächsten Samstag in die Zürcher Saalsporthalle, wo er ab 18 Uhr gegen den Tabellenletzten GC Amicitia die Hauptrunde mit dem achten Vollerfolg abschliessen möchte. Obschon die Finalrunden-Qualifikation bereits in trockenen Tüchern ist, wäre ein Vollerfolg wichtig, da die Punkte aus der Hauptrunde in die Finalrunde mitgenommen werden.

HSC Kreuzlingen – DHB RW Thun 24:20 (12:10)
SH Egelsee. – ohne Zuschauer. – Sr. Henning/Meier.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./1 Tor); Mayer (1), Skoricova (4), Tissekker (2/2), Klein, Weidmann (2), Rothacker, Marku (3), Sivka (1), Gulyas (3), Lischka, Olsovska (3), Heinstadt, Novotna (4/1).
Thun: Korenic (1.-30.), Peronina (31.-60.); Nora Gerber (1), Knecht (1), Zumstein(4), Lauper, Nina Gerber, Wyer, Strupler, Karlen, Frey (3), Eberhart, Schmied, Gajikj (11/2).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 3 von 4 (17./6:5 Tissekker neben das Tor), Thun 2 von 4 (19./7:6 Gajikj scheitert an Wörner, 53./21:18 Gajikj an die Latte).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Hildebrand, Plüss (beide verletzt) und Federau (rekonvaleszent); Thun ohne Weibelova, Rotondo (beide freigestellt), Murgovska (rekonvaleszent), Lehmann (verletzt) und Kuslys (überzählig). – Rausch-Best-Player: Katerina Novotna (K) und Marija Gajikj (T).

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