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Unabhängige Stütze für Models

Gottlieben – Bis 2010 gab es keine unabhängige Organisation, die sich für Models einsetzt. Vor einem Jahr verlegte Nicole Jarchow den Geschäftssitz des Modelberufsverbands Fairplay von Pfäffikon nach Gottlieben.

Nicole Jarchow. (Bild: Frank Bauer)

Am 7. Juli 2010 fand im Dolder Grand Hotel Zürich die Gründerversammlung des Modelberufsverband Fairplay statt. «Ich habe absichtlich dieses Datum gewählt, da ich ein wenig abergläubisch bin und die Sieben meine Glückszahl ist», sagt Nicole Jarchow, Gründerin und Präsidentin von Fairplay. Bis dato gab es keine unabhängige Organisation, die sich für die Bedürfnisse der Models einsetzt. «In den Medien und auf Social Media Plattformen wird gerne nur der Glamour der Branche präsentiert. Doch hinter den Fotoaufnahmen, an den schönsten Orten der Welt, steckt ein völlig bodenständiges und komplexes Business», erklärt Jarchow.

Sitz am Bodensee ist strategisch besser
Noch vor einem Jahr befand sich der Geschäftssitz in Pfäffikon. «Als wir da den Schwerpunkt auf Workshops und Netzwerken setzten, besassen wir grosse und repräsentative Geschäftsräume», berichtet die Gründerin. Das Einzgugsgebiet ihrer Tätigkeit umfasst Deutschland, Österreich und die Schweiz. Da der Bodensee sehr zentral liegt und für sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl der drei Länder verströme, sei der Umzug für sie nur logisch gewesen. «Durch die geografische Lage sind wir für die Models und unsere Partner besser greifbar.» Dass sie aber Gottlieben entdeckt habe, sei ein Zufall. Sie habe sich sofort in die kleine «Perle» verliebt und sich wie am Set eines Rosamunde-Pilcher Film gefühlt.

Rückendeckung für Models
Das Programm des Verbandes hat drei Kernpunkte; Beratung für Einsteiger, Safe-Room für Mitglieder und die Vergabe der Auszeichnung «True Blue Initiative». Im Aufklärungsprogramm für Neulinge gebe sie ihre persönlichen Erfahrungen als Model weiter, inspiriere durch Insider Video-Talks und vermittle Infos zum Weg ins seriöse Model-Business. In einer Feedback-Session könnten auch die individuellen Chancen in der Branche abgeklärt werden. Für Mitglieder stelle die unabhängige Anlaufstelle auch ein sicherer Hafen dar, so Jarchow: «Wir ermöglichen einen geschützten Raum, worin Lösungsvorschläge für das weitere Vorgehen, bezüglich Unsicherheiten bei der Auftragsabwicklung zwischen Auftraggeber oder Modelmanager und dem Model, erarbeitet werden. Und bei sexuellen Übergriffen machen wir uns Stark für die betroffene Person.» Hingegen die «True Blue Initiative» richtet sich an Auftraggeber. Mit dem jüngsten Projekt sollen Brands und Firmen für ihr korrektes und professionelles Arbeiten im Zusammenhang mit Models durch ein Fairness-Label ausgezeichnet werden – nach dem Motto «Miteinander statt gegeneinander».

Spricht aus eigener Erfahrung
Mit 17 nahm Jarchow an der Berliner Misswahl teil. Dadurch erhielt sie die ersten kleinen Aufträge. «Ich wurde von Boutique-Besitzern für Hausmodeschauen gebucht.» Daneben lief sie für junge Avantgarde Designer über die Catwalks der deutschen Hauptstadt. Beim Konfektionsunternehmen Umlauf & Klein setzte sie sich gegen 500 Bewerber durch und wurde Mannequin mit einem festen Anstellungsvertrag. Später zog sie nach Hamburg und arbeitete für die namhafte Modelagentur «Network Modelmanagement». «Dadurch kam ich an Aufträge für Print und TV-Spots oder auch redaktionelle Fotoshootings von Calvin Klein und Jil Sander. In Nürnberg wurde ich von Adidas und dem Quelle-Katalog gebucht.»

Um ihr Wissen weiterzugeben hat sie das Buch «Erfolgreich Modeln» geschrieben. Es soll der ehrlichste Guide auf dem Markt sein. «Es ist ein schnörkelloses, praktisches Arbeitsbuch. In 20 Minuten kann der Leser seine Chancen realistisch einschätzen. Der Guide kommt zudem ohne Stories von Promis wie Heidi Klum aus.»

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