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Sich nicht verloren fühlen

Kreuzlingen – Gerade während schwierigen Zeiten sind mehr Menschen auf Unterstützung im Alltag angewiesen. Die Anfragen für Einkäufe oder die Lieferung von Mahlzeiten sind dennoch aktuell nicht so hoch, wie während des 1. Lockdowns.

Peter Ellenbroek holt die Essensboxen im Alterszentrum ab. (Bild: Sandro Zoller)

«Die Anfragen sind nicht so hoch wie zur Zeit des ersten Lockdowns im März und April 2020», erklärt Zeljka Blank Antakli, Leiterin der Fachstelle Integration und Familie. Momentan sind 27 Helferinnen und Helfer für «Kreuzlingen hilft» im Einsatz. Der Pool sei aber deutlich grösser: «Falls mehr Nachbarschaftshilfe benötigt wird, wären wir parat.» Nebst den klassischen Besorgungen wie Einkäufe und Botengänge zur Post und Bank seien auch Anfragen eingegangen, die in erster Linie nichts mit Corona zu tun haben. Vor zwei Wochen hätte sich eine ältere Dame, aufgrund des heftigen Schneefalls, nicht mehr aus dem Haus getraut. Generell suchen ältere und alleinstehende Menschen Unterstützung. «Während des ersten Lockdowns waren wir aber auch einer Familie mit einem Neugeborenen und Personen mit psychischen Beeinträchtigungen behilflich», resümiert Blank.

Alessandro Ruberti, ein Helfer von «Kreuzlingen hilft», war für jemanden einkaufen. (Bild: Sandro Zoller)

Kleines Team, grosse Hilfe
Täglich von 9 bis 12 Uhr sind die Mitarbeiterin Erika Michiels und der Student der Sozialen Arbeit, Paul Sommer unter der Nummer 071 677 65 50 und kreuzlingen.hilft@kreuzlingen.ch erreichbar. Zusammen koordinieren sie die eingehenden Anfragen. «Wir kennen somit bei jeder Aktion die beteiligten Personen», sagt Blank. Es hätten sich aber im Laufe der Zeit feste Tandems gebildet. Dies bedeute, dass immer derselbe Helfende für dieselbe Person die Besorgungen macht. Der Ablauf sei immer der gleiche. Der Einkäufer findet vor der Tür der entsprechenden Person eine Tasche inklusive Geld und der Liste mit den benötigten Artikeln vor. Ist alles erledigt, stellt er wieder alles vor der Haustür ab und klingelt. So könne dies ohne persönlichen Kontakt oder zumindest mit genügend Abstand durchgezogen werden.

Zunehmend würden auch Anrufe entgegengenommen werden, wobei es nur um ein Gespräch ginge, so Blank: «Täglich rufen etwa zwei bis drei Personen an. Bei der Hälfte können wir bereits mit einem Schwatz dienen. Wir vermuten, dass die Einsamkeit ein zunehmendes Problem darstellt.» Bestehe das Interesse weiter, könne sie sich den Aufbau einer dauerhaften Nachbarschaftshilfe durchaus vorstellen.

Täglich eine warme Mahlzeit
«Vor allem zu Beginn des 1. Lockdowns wurde der Mahlzeidendienst mit Anfragen überhäuft. Manche nutzten danach eher wieder den Service der Restaurants. Aufgrund des aktuellen Lockdowns sind ehemalige Kunden zurückgekehrt», stellt Claudia Ilg, Leiterin des Mahlzeidendienst See, fest. Sicher habe der eine oder andere wegen Corona das Angebot in Anspruch genommen. Da aber die Kundschaft aus betagten und kranken Menschen bestünde, gäbe es sowieso einen stetigen Wechsel. Deshalb sei das nicht immer klar festzustellen.

Seit dem 1. Lockdown hätten sie von drei auf vier Touren aufstocken müssen. Dies sei auch heute noch der Fall. Im Einzugsgebiet Kreuzlingen, Bottighofen, Lengwil und Münsterlingen beliefert der Mahlzeitendienst zwischen 50 und 60 Kunden. «Damit die vorwiegend älteren Fahrer und belieferten Personen geschützt sind, wird das Essen vor der Tür abgesetzt», erklärt Ilg. Die Helfer hätten auch die Empfehlung erhalten, sich mit Handschuhen, Masken und Desinfektionsmittel zu schützen.

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