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Mit Herzblut den Lockdown meistern

Kreuzlingen – Auf der Website www.meinKreuzlingen.ch, die im Frühling 2020 entstanden ist, sind aktuell knapp 200 Geschäfte vertreten. Einige davon sind stark von den Corona-Einschränkungen betroffen. Wie ist es als Modegeschäft möglich, den Lockdown zu meistern?

Claudia Buchmann ist überzeugt, dass jetzt der aktive Austausch mit der Kundschaft wichtiger denn je ist. (Bild: Guenther Lüchinger)

«Für mich als Inhaberin eines Modegeschäftes ist der zweite Lockdown zu einer unpassenden Zeit gekommen», erklärt Claudia Buchmann von Dias-Mode an der Hauptstrasse in Kreuzlingen. Die Zwischensaison sei normalerweise der Zeitpunkt, um die Wintersachen abverkaufen zu können. Jetzt, im Februar, kommen bereits die neuen Frühlings- und Sommerkollektionen und das Geschäft zieht wieder an. Trotz Lockdown? «Ja», bestätigt Buchmann, «die modebewusste Kundin kauft jetzt ein. Sie habe sogar schon Sommersachen verkauft, meint sie augenzwinkernd. Es läuft also bei Dias-Mode, doch der Aufwand ist entsprechend hoch: «Letzten Frühling haben wir innerhalb einer Woche einen Online-Shop auf die Beine gestellt – die ganze Familie hat mitgeholfen», ist Claudia Buchmann dankbar. Nicht nur ihr, sondern vor allem den Kundinnen und Kunden soll ihr Angebot Freude bereiten.

Kreativität leben
In der derzeitigen Situation seien kreative Lösungen gefragt, sagt Buchmann. Das sei herausfordernd und bewirke gleichzeitig, dass sie ihr Laden-Konzept noch intensiver lebe als zuvor. Wo der Auftritt via Website und Facebook bereits vor Corona wichtig war, ist er heute unabdingbar. Jede weitere Möglichkeit, sich als Geschäft zu zeigen, ist wichtig. So auch auf der von der Stadt und vom Gewerbeverein Kreuzlingen ins Leben gerufenen Website www.meinKreuzlingen.ch. Dort hat Claudia Buchmann, wie zahlreiche weitere Geschäfte, zum Beispiel eingetragen, dass sie einen Lieferservice anbietet oder dass ihre Kundinnen die reservierte Ware direkt im Laden abholen können. Normalerweise findet bei Dias-Mode alle sechs Wochen ein Anlass, wie zum Beispiel ein Vollmond-Shopping, statt. Buchmann ist trotz Lockdown kreativ. So bietet sie beispielsweise einen Kleiderschrank-Beratungsservice an. «Wer weiss, was gut zusammenpasst, ist morgens viel schneller beim Anziehen», erklärt Buchmann. Die nötigen Fotos der Kleider-Kombinationen seien auch im Paket inbegriffen.

«Was hast du Neues?»
Per Social-Media bekommt Buchmann nun öfters Anfragen zur aktuellen Kollektion, die sie auf ihrer Website veröffentlicht hat. Es gibt auch Kundinnen, die einfach mal anrufen mit der Frage: «Was hast du Neues?» Das sei richtig schön, gesteht Buchmann. Sie fühle sich getragen von ihrer Kundschaft. Unter diesen Bedingungen macht es ihr nichts aus, auch mal bis nachts um 12 Uhr am Online-Shop zu arbeiten. Oder ihr grossflächiges Schaufenster mit grösster Sorgfalt zu dekorieren. «Mit Hilfe des Schaufensters haben bereits zahlreiche neue Kundinnen und Kunden zu mir gefunden», verrät die Geschäftsführerin mit den sympathischen, strahlenden Augen. Dass sie ihren Modeladen mit Herzblut führt, ist ihr anzumerken. Gerade jetzt sei es wichtig, aktiv und im Austausch mit der Kundschaft zu bleiben, ist sie überzeugt. Und auch, trotz den Einschränkungen eine positive Grundhaltung einzunehmen. Denn gerade das führt dazu, dass sich die Kundschaft wohl fühlt und gerne immer wiederkommt.

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One thought on “Mit Herzblut den Lockdown meistern

  1. B. Kerzenmacher

    Wenn nur das persönliche Empfinden das Mass aller Dinge sein sollte, könnte man die gesamte Gesetzgebung abschaffen.
    Aber das Mass der Dinge ist, was den Schaden der Anderen auf ein akzeptables Mass begrenzt.

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