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Unter dem Einfluss der Pandemie

Thurgau – In der Thurgauer Wirtschaft bleibt die Lage weiterhin angespannt. Die Erwartungen für die nächsten Monate sind durchzogen. Dies geht aus der soeben publizierten Februar-Ausgabe des Thurgauer Wirtschaftsbarometers hervor.

In der Metallindustrie und im Maschinenbau ist der Auftragsbestand vielerorts zu niedrig. (Bild: EFAFLEX_Schnelllauftore/Pixabay)

Gemäss dem Thurgauer Wirtschaftsbarometer, der vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank, der IHK Thurgau und dem Thurgauer Gewerbeverband getragen wird, zeigen sich die Spuren der zweiten Corona-Welle in der Thurgauer Wirtschaft deutlich. Nicht alle Bereiche sind jedoch gleich betroffen.

Industrie mit knappem Auftragsbestand
Die Industriebetriebe waren im Januar 2021 gemäss der Konjunkturumfrage der KOF ETH insgesamt mit ihrer Geschäftslage zufrieden: 40 Prozent meldeten eine befriedigende, die übrigen je zur Hälfte eine gute bzw. eine schlechte Geschäftslage. Deutlich gedrückter war die Lage jedoch in der Metallindustrie und im Maschinenbau. Der Auftragsbestand ist vielerorts zu niedrig. Für die nächsten Monate erwarten die Betriebe kaum Änderungen, auch der Bestellungseingang dürfte sich im bisherigen Rahmen bewegen.

Baukonjunktur bleibt robust
Die Thurgauer Baukonjunktur blieb auch im vierten Quartal 2020 solide, schwächte sich aber etwas ab. Die Bautätigkeit war leicht rückläufig. Auch die Nachfrage liess im Schlussquartal 2020 nach. Anfang 2021 stuften die Betriebe ihren Auftragsbestand als normal bis eher zu klein ein. Für die kommenden Monate gehen die Thurgauer Baubetriebe von einer nahezu gleichbleibenden Lage aus.

Getrübter Ausblick im Detailhandel
Anfang Januar 2021 waren die Thurgauer Detailhandelsunternehmen mit ihrer Geschäftslage mehrheitlich zufrieden. Grosse und mittelgrosse Firmen meldeten überwiegend eine gute Lage, bei den kleinen war die Stimmung deutlich gedämpfter. Die meisten Antworten gingen jedoch vor der neuerlichen Schliessung von Läden ein. Die Zukunftserwartungen sind im Detailhandel stark getrübt: Über 40 Prozent der Betriebe rechneten gemäss der Januar-Umfrage mit einer Verschlechterung ihrer Situation bis zur Jahresmitte, nur gut zehn Prozent mit einer Verbesserung.

Viele Kurzarbeitsgesuche
Im Januar 2021 lag die Arbeitslosenquote im Kanton Thurgau bei 2,9 Proznet, fast tausend Personen mehr als im Vorjahr waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Im von der Pandemie stark betroffenen Gastgewerbe erreichte die Arbeitslosenquote im Januar sieben Prozent. Die Zahl der Voranmeldungen zur Kurzarbeit stiegen im Schlussquartal 2020 erneut an, im November gingen 859, im Dezember 596 und im Januar 2021 725 Voranmeldungen zur Kurzarbeit ein. Bis zum 9. Februar 2021 wurden bereits gut 181 Millionen Franken COVID-19-bedingte Kurzarbeitsentschädigungen an 4020 Firmen ausbezahlt, davon 20 Millionen Franken im Jahr 2021.

Seit dem 1. Februar 2021 haben von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie besonders stark betroffene Thurgauer Unternehmen die Möglichkeit, online einen Härtefallantrag zu stellen. Bis zum 9. Februar 2021 erhielt das Amt für Wirtschaft und Arbeit 521 Härtefallanträge. Von diesen wurden 403 (77 Prozent) zum Härtefallprogramm zugelassen. 118 (23 Prozent) mussten abgelehnt werden.

Neues Quellensteuergesetz seit dem 1. Januar
Die Februar-Ausgabe des Thurgauer Wirtschaftsbarometers beleuchtet zudem das neue Quellensteuergesetz, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Damit soll die Ungleichbehandlung zwischen quellenbesteuerten und ordentlich besteuerten Personen beseitigt werden.

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