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Das Juwel vollenden

Salenstein – Mit dem Baugesuch geht die Wiederherstellung des Schlossparks Arenenberg, Teil 2, in die nächste Phase. Die Bauarbeiten an den fünf Teilobjekten sollen im Frühling starten, die Eröffnung ist auf den Frühsommer 2022 geplant.

Christof Baumann (links) und Heinrich Lang freuen sich auf den baldigen Baustart. (Bild: Kurt Peter)

2008 konnte der westliche Teil des grossen Parks von Schloss Arenenberg nach einer umfangreichen Wiederherstellung der Öffentlichkeit übergeben werden. Die Stiftung Napoleon III nahm 2017 die vollständige Sanierung und Gestaltung der Anlage in Angriff. Eine grossangelegte Kampagne brachte die gewünschte Aufmerksamkeit und den Erfolg. Für die fünf Teilobjekte konnte in den Gemeinden Salenstein und Ermatingen das Baugesuch eingereicht werden.

Erfolgreicher «Baumverkauf»
«Dank der grosszügigen Unterstützung der öffentlichen Hand, von Stiftungen, Sponsoren und privaten Spendern haben wir 1,45 Millionen Franken zusammen», erklärt Heinrich Lang, Präsident der Baukommission und Vizepräsident der Stiftung. 500’000 Franken sprach der Lotteriefonds, 100’000 das kantonale Hochbauamt. Von verschiedenen Stiftungen seien 750’000 Franken zugesagt worden. «Dass die 80 Bäume von Privatpersonen, vor allem aus der Region aber bis hinauf nach Stuttgart, finanziert wurden, zeigt, dass das Projekt auf grosses Interesse stösst».

Die ursprüngliche Bogenbrücke soll als Teilobjekt wieder sichtbar gemacht werden. Diese wurde in den 1950er Jahren wegen angeblicher Baufälligkeit nahezu unkenntlich gemacht. «Inzwischen wurden Sondierungen gemacht, Bogen und Fragmente sind teilweise wieder zu sehen», so Heinrich Lang.

Den Bach erlebbar machen
Ein wichtiger Teil der Wiederherstellung ist die Bachöffnung. Das derzeit teilweise eingedolte Gewässer soll vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg bis zur Hauptstrasse wieder frei fliessen können. «Wir werden den Bach zum Erlebnis und ihn deshalb grossteils durch Wege und Stege in seiner ganzen Länge erlebbar machen», erklärt Christof Baumann, Präsident der Stiftung. Für die Bachöffnung, die 300’000 Franken kostet, gibt es Beiträge von Kanton und Bund. In Abklärung sei derzeit, ob ein Weg im östlichen Teil des Baches angelegt werde.

Das Zelt (oder Pavillon) bekommt einen leicht veränderten Standort und wird, inklusive Zugang, neu gebaut. Denn der Bau aus den Ursprüngen des Parks wurde im Laufe der Geschichte mehrfach verändert. Ende der 1950er Jahre wurde die Baute im Zuge einer Rekonstruktion neu interpretiert. Störend sind die hohe Sockelmauer und die hangseitige Bepflanzung. Das Zelt soll natürlich in die Landschaft eingebunden sein und einen atemberaubenden Blick auf den Untersee bieten.

Weg zum Schloss
Von der Serpentine, die von der Hauptstrasse Ermatingen – Mannenbach hinauf auf den Arenenberg führt, sind heute nur noch Überreste vorhanden. Wer den Weg vom See hinauf wählt, wird einen schattigen Weg benützen können, denn die Serpentine wird durch eine Baumreihe ergänzt. Die Lage des Weges ist auf dem Plan aus dem Jahr 1861 klar dokumentiert, die Baumreihe weist als sichtbares Zeichen darauf hin, dass die Serpentine zu einem bedeutenden Punkt, dem Schloss führt. Die Allee besteht im Hangbereich aus kleinkronigen Zierobstbäumen, in der Ebene aus Pappeln.

Ein Teilobjekt der Wiederherstellung des Arenenbergparks umfasst die Neuführung des Wanderwegs. Heute führt dieser im Bereich des Arenenbergs über den Parkplatz. Die unbefriedigende Situation wird mit der Verlegung gelöst. Diese bietet die Möglichkeit, den Wanderweg neu über die Serpentine und über den Tobelweg zurück auf die restaurierte Brücke zu führen. Von hier aus soll der Weg entlang der Arenenbergstrasse, aber separat und unabhängig davon geführt werden. Baubeginn soll im Frühling sein, auf rund ein Jahr sind die Arbeiten angesetzt. «So können wir im Frühsommer 2022 die Eröffnung feiern», freuen sich Lang und Baumann. Kurt Peter

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