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Heiko Grimm neuer Gesamtleiter das HSC Kreuzlingen

Kreuzlingen - Der Ostschweizer Club professionalisiert seine Strukturen: Mit dem ehemaligen Vize-Weltmeister, Europameister und Bundesliga-Trainer Heiko Grimm wird per 1. Juli 2021 die neue Funktion des sportlichen Gesamtleiters geschaffen.

Alexander Mierzwa (aktueller Sportchef Männer NLB), Heiko Grimm (sportlicher Gesamtleiter Männer NLB/Frauen NLA ab 1. Juli 2021) und Patrick Müller (Präsident HSC Kreuzlingen). (Bild: pd)

«Als sich die Gelegenheit ergab, mit Heiko Grimm einen herausragenden Spieler und langjährigen Erfolgstrainer für die neue Stelle des sportlichen Gesamtleiters verpflichten zu können, mussten wir nicht lang überlegen. Wir sind überzeugt, dass uns Heiko gerade im sportlichen Bereich einen weiteren, wichtigen Schritt nach vorne bringen wird», betont HSCK-Präsident Patrick Müller. Der 43-jährige Deutsche übernimmt die Verantwortung sowohl für die NLB-Männer (bisher Alexander Mierzwa) als auch für die SPL1/NLA-Frauen (bisher Markus Rutishauser). Die abtretenden Sportchefs werden sich im Businessclub und Beisitzer im Vorstand (Mierzwa) beziehungsweise der Öffentlichkeitsarbeit/Medien (Rutishauser) weiter im HSCK engagieren. Neben der Betreuung der beiden Leistungsmannschaften wird Grimm seinen grossen Erfahrungsschatz auch im Nachwuchsbereich und bei der Trainerausbildung einbringen.

Bodenständig und authentisch
Heiko Grimm hat in seiner langen Spielerkarriere viele grosse Erfolge realisiert. Neben diversen Engagements bei 1. Bundesliga-Clubs (u.a. TV Grosswallstadt und HSV Hamburg) absolvierte er insgesamt 48 Länderspiele für Deutschland. 2003 wurde er Vize-Weltmeister und 2004 Europameister. Im Sommer 2009 wechselte Grimm dann als Spielmacher zu GC Amicitia Zürich in die Schweiz und – wegen finanzieller Probleme der Stadtzürcher – im Dezember 2010 zu Pfadi Winterthur. Seine Spielerkarriere beendete er nach der Saison 2013/14 im Alter von 36 Jahren und wurde anschliessend Trainer des NLA-Männerteams des HC Kriens-Luzern. Legendär war sein TV-Interview in der Winterthurer Eulachhalle, als sogar Beni Thurheer für einige Sekunden sprachlos blieb (Youtube: Unfall bei Handballinterview).
Bei den Luzernern leistete der jederzeit bodenständig und authentisch auftretende Grimm herausragende Arbeit. Er führt den NLA-Klub während seiner fünfjährigen Amtszeit immer zumindest in die Top 5 und wurde deshalb beim letzten Heimspiel vom Publikum mit einem minutenlangen Applaus verabschiedet. Hans-Peter Würmli, der Verwaltungsratspräsident des HC Kriens-Luzern, sagte dabei in seiner Laudatio: «Heiko war nicht nur ein hervorragender Trainer. Sondern vor allem ein grossartiger Mensch. Kriens hat ihm für die Zukunft in jeder Beziehung unerhört viel zu verdanken.»

Auszeit genützt
Im Januar 2018 wechselte Heiko Grimm zurück in die 1. Bundesliga und übernahm das Amt des Co-Trainers bei der MT Melsungen (20 km südlich von Kassel). Bei den Nordhessen wurde er nur drei Monate später bereits zum Cheftrainer befördert. Obschon sich der Club unter Grimm für einen internationalen Wettbewerb (EHF Cup) qualifizierte, wurde er nach 22 Monaten und vier sieglosen Partien Ende Februar 2020 beurlaubt. Seine Freistellung wurde gerade von der Fachpresse sehr kritisch kommentiert. Grimms Vertrag mit dem 1. Bundesligisten läuft am 30. Juni 2021 aus. Der EHF Master Coach nutzte die Zwangsauszeit, um sich beruflich im Bereich Finanz- und Rechnungswesen weiterzubilden. Grimm ist mit einer Schweizerin verheiratet und freut sich auf die Rückkehr in die Schweiz. Neben seiner Anstellung beim HSC Kreuzlingen wird der 43-jährige Deutsche auch in der Privatwirtschaft tätig sein.

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