/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Nothilfe im Härtefall

Kreuzlingen - Hilfe für diejenigen Institutionen, die weder von Bund oder Kanton unterstützt werden. Das ist das Ziel des mit 500´000 Franken versehenen Corona-Fonds.

Stadtpräsident Thomas Niederberger erläuterte den Corona-Fonds. (Bild: Kurt Peter)

«Die Corona-Pandemie hält die Welt seit einem Jahr in Atem». Anlässlich der Medienkonferenz erläuterte Stadtpräsident Thomas Niederberger nun eine Massnahme, die «Hilfe für diejenigen bietet, die weder vom Kanton noch vom Bund unterstützt werden und denen daher ein Fiakso droht». Der Stadtrat möchte in einem Dringlichkeitsantrag an den Gemeinderat den Corona-Fonds gründen und ihn mit 500´000 Franken austatten.

Zentrale Anlaufstelle

Aufgrund eines «Offenen Briefs» der Gemeinderäte Christian Brändli und Andreas Hebeisen habe am 13. Januar ein Treffen mit dem Sportnetz, dem Kulturdachverband, Gastro TG, Sektion Kreuzlingen, Arbeitgeberverein und Gewerberverein sowie den Verfassern und den Fraktionspräsidenten stattgefunden. In der Diskussion konnten Ideen und Anregungen zur Verbesserung der einzelnen Schwierigkeiten vom Stadtrat aufgenommen werden.

«Eine erste Massnahme wurde sofort umgesetzt», so Thomas Niederberger. Es handle sich dabei um eine zentrale Corona-Anlaufstelle. «Die Stelle kann nicht als überlaufen bezeichnet werden, aber wir bekommen immer wieder Anfragen im Zusammenhang mit Corona». Die betroffenen Personen würden an die entsprechenden Fachstellen weitergeleitet. Das Thema «Impfen» sei aktuell Spitzenreiter.

Schnell und unkompliziert

Die zweite Massnahme sei die nun vorliegende Bildung eines Corona-Fonds. «Es geht um Nothilfe nur in Härtefällen, während das Gewerbe und die Unternehmen durch Bund und Kanton gut abgedeckt sind, trifft die Pandamie vor allem Vereine aus den Bereichen Sport und Kultur», meint der Stadtpräsident. Der Stadtrat habe von Beginn der Pandemie an den Grundsatz verfolgt, schnell und unkompliziert zu unterstützen, so dass Vereine und Organisationen nicht in Liquiditätsprobleme geraten würden. Darlehen wurden an den FC Kreuzlingen, den Handballsportclub Kreuzlingen und den EHCKK gewährt.

Um den Ablauf und die Rahmenbedingungen der Antragstellung beim Corona-Fonds zu regeln, habe der Stadtrat eine Richtlinie erarbeitet. «Diese hat den Vorteil, dass sie in der Kompetenz der Regierung liegt, dass so auch Änderungen aufgrund der Erfahrungen unkompliziert gemacht werden können». In den Richtlinien werde der allgemeine Ablauf, die Zuständigkeit und weitere besondere Bestimmungen und Kompetenzen geregelt.

Stadtrat entscheidet

Die Beurteilung der Gesuche um einen Unterstützungsbeitrag erforderten eine breit abgestützte Arbeitsgruppe, die den Antrag bewerte und dann dem Stadtrat zum Entscheid vorlegen werde. Die Arbeitsgruppe besteht aus dem Stadtpräsidenten, dem Stadtschreiber als Koordinationsstelle, den Abteilungen der Departemente Gesellschaft, Soziales und Finanzen. Wenn erforderlich könnten auch Vertreter des Gewerbevereins, Arbeitgeberverbands, Gastronomieverbands, Sportnetzes oder des Kulturdachverbandes zur Stellungnahme beigezogen werden.

«Wenn der Gemeinderat dem Nachtragskredit für die Bildung eines Corona-Fonds zustimmt, wird der Stadtrat die Richtlinien verabschieden und in Kraft setzen, allfällige Voten aus Kommission und Gemeinderat können noch in die Richtlinie einfliessen». Niederberger stellt klar, dass «finanzielle Unterstützungsleistungen an Gewerbebetriebe, Vereine, Institutionen oder Organisationen nur geleistet werden, wenn ein absoluter Härtefalle vorliegt». Also nur dann, wenn bisherige Unterstützungsmassnahmen durch Bund und Kanton nicht gegriffen hätten und alle anderen Hilfsinstrumente der öffentlichen Hand ausgeschöpft seien.

Mit dem Corona-Fonds erhalte der Stadtrat die Kompetenz, in Not geratene Betriebe oder Vereine finanziell zu unterstützen, entweder mit zinslosen Darlehen oder A-fonds-perdu-Beiträgen. «Auch in der Diskussion am 13. Januar wurde von Seiten der Vereine vorgebracht, die erhaltenen Beiträge nach Möglichkeit durch Mithilfe an städtischen Veranstaltungen zu vergelten».

Noch keine Erfahrung

«Die Herausforderungen für die Kreuzlinger Vereine sind derzeit riesengross», so Thomas Niederberger. Durch die Pandemie bestehe die Gefahr von Verlust an Mitgliedern und Sponsorengeldern. Wenn keine Anlässe mehr durchgeführt werden könnten, egal ob in Sport oder Kultur, gebe es auch keinen Grund von Seiten der Sponsoren, etwas zu unterstützen. «Zusätzlich macht die Ungewissheit, wann wieder welche Veranstaltungen oder das Öffnen von Gastrobereichen, eine wichtige Einnahmequelle für Vereine, möglich ist, fast hilflos», weiss Thomas Niederberger. Für den Stadtrat bedeute der Corona-Fonds insofern eine Herausforderung, als dass er noch nicht wisse, in welchem Umfang Anträge eingereicht und aus welchen Begründungen um Unterstützung angesucht werde.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.