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Thurgauer Regierung befürwortet weitere Lockerungen

Thurgau – Der Regierungsrat des Kantons Thurgau begrüsst im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie einen zweiten Öffnungsschritt per 22. März, weil die Bevölkerung und die Wirtschaft dringend eine positive Perspektive brauchten. Diese Haltung hat der Regierungsrat mit den Ostschweizer Nachbarkantonen abgesprochen. Die vom Bund verwendeten Indikatoren beurteilen die Ostschweizer Kantone als zu wenig differenziert. Zusammen sehen sie in der Auslastung der Intensivpflegeplätze den verlässlichsten Indikator. Ihm sollte ein höheres Gewicht zukommen, flankiert durch aussagekräftige vorauslaufende Indikatoren.

Für den Thurgauer Regierungsrat fiel der erste Öffnungsschritt zu zögerlich aus. (Bild: Pete Linforth/Pixabay)

Wenn es die epidemiologische Lage erlaubt, sollen gemäss Vorschlag des Bundes ab dem 22. März 2021 mit Einschränkungen unter anderem wieder Veranstaltungen mit Publikum, Treffen zu Hause mit zehn Personen sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten in Gruppen möglich sein. Restaurants sollen ihre Terrassen wieder öffnen können. Wann und in welcher Form dieser zweite Öffnungsschritt erfolgt, ist aber noch offen. Der Bundesrat entscheidet an seiner Sitzung vom Freitag, 19. März, über das weitere Vorgehen.

Abstimmung unter den Ostschweizer Nachbarkantonen
Mitglieder der Regierungen der Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden haben sich gestern Sonntag zur Vernehmlassung des Bundes ausgetauscht. Man ist sich einig, dass der Bund am 22. März 2021 den nächsten Lockerungsschritt vollziehen soll. Dabei sollte sich der Bund stärker an der Auslastung der Plätze der Intensivpflegestationen (IPS) orientieren. Flankierende Indikatoren könnten gemäss den vier Kantonen zum Beispiel die Hospitalisationsrate sowie die 14-Tage-Inzidenz darstellen. Hierbei muss man allerdings die höheren Testaktivitäten und damit auch die in der Tendenz höheren Fallzahlen berücksichtigen. Die Positivitätsrate ist bei verändertem Testregime und Pandemieverlauf keine aussagekräftige Grundlage mehr. Da das Bundesamt für Gesundheit bei Massentests in Schulen und Betrieben zudem nur die positiven Tests in die Berechnung einbezieht, nicht aber die tausenden negativen, resultiert eine zu hohe Positivitätsrate.

Nach Einschätzung der vier Ostschweizer Kantone ist eine Lockerung der Massnahmen vor allem auch ein wichtiges Zeichen an die Bevölkerung. Ein solcher Schritt unterstützt aus Sicht der Ostschweizer Kantone den Erfolg der weiteren Massnahmen wie des Testens und der Einhaltung der allgemeinen Verhaltens- und Hygienevorschriften.

Restaurants sollen so rasch als möglich geöffnet werden
Für den Thurgauer Regierungsrat fiel der erste Öffnungsschritt zu zögerlich aus. Zudem müsse für die coronamüde Bevölkerung und die strapazierte Wirtschaft eine positive Perspektive geschaffen werden. Ausserdem steige der Anteil der geimpften Personen. Im Thurgau werden Ende April alle impfwilligen vulnerablen Personen geimpft sein, in den Alters- und Pflegeheimen ist dies bereits der Fall. Deshalb fordert der Regierungsrat weitergehende Lockerungen. Zum Beispiel fordert der Regierungsrat, das Verbot des Präsenzunterrichts im Tertiärbereich aufzuheben. Damit könnte eine schrittweise Rückkehr in den Präsenzunterricht an den Hochschulen und in der Höheren Weiterbildung − unter Einhaltung der Abstände durch starke Ausdünnung der Belegung in Hörsälen − realisiert werden.

Die Öffnung der Aussenbereiche von Restaurants geht dem Regierungsrat zu wenig weit. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei es unabdingbar, dass die Öffnungsstrategie ganzheitlich sei und die verschiedenen Sektoren (Kultur, Sport, Freizeit, Restaurants etc.) nicht in Konkurrenz zueinander bringe. Restaurants sollen so rasch als möglich auch im Innenbereich unter Einhaltung der strengen und bewährten Schutzkonzepte öffnen dürfen.

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One thought on “Thurgauer Regierung befürwortet weitere Lockerungen

  1. B. Kerzenmacher

    Auch wenn Infizierte keinerlei Symptome haben, können sie andere anstecken.
    Und wie sich dann bei denen die Ansteckung äussert, während sie das Virus unwissentlich weiter verbreiten, kann von leicht bis zum Tod sein.
    Daher harte Strafen für Maskenverweigerer.

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