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Zweiten Überraschungscoup gegen Rekordmeister hauchdünn verpasst

Handball – Im drittletzten Spiel vor den SPL1-/NLA-Playoffs unterliegen die Kreuzlingerinnen zuhause dem neuen Tabellenführer Brühl St. Gallen unglücklich mit 20:21.

Petra Skoricova (links) vs. Kathryn Fudge. (Bild: Felix Walker)

Nach dem Schlusspfiff war man sich auf Kreuzlinger Seite nicht so richtig sicher, ob man sich nun über eine weitere starke Leistung in der SPL1/NLA-Finalrunde freuen oder sich über den hauchdünn verpassten erstmaligen Punktgewinn gegen den Rekordmeister ärgern soll. Bei der Kreuzlinger Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug dominierte nach dem Abpfiff verständlicherweise primär der Ärger. In den Schlusssekunden entschieden die Unparteiischen bei einer kniffligen Abwehraktion der Brühlerinnen gegen den Gastgeber und beraubten ihn so einer realen Ausgleichschance. So durften sich am Ende die St. Gallerinnen über den Derbysieg und ihre Rückkehr auf den Leaderthron freuen. Auf der anderen Seite trat der HSC Kreuzlingen den endgültigen Beweis an, dass er zurecht erstmals im Kreis der besten vier Teams im Schweizer Frauenhandball mitspielt. Gegen wen die Thurgauerinnen dann in den Playoff-Halbfinals antreten müssen, ist zwar weiterhin offen, doch weder gegen Brühl noch gegen die Spono Eagles Nottwil werden sie sich verstecken müssen.

Wörner in Topform
Der Favorit aus der Olmastadt erwischte zwar den besseren Start, konnte sich aber nicht wie erhofft frühzeitig absetzen. Das lag primär an einer starken Abwehrleistung des HSCK und einer herausragenden Torhüterin. Nathalie Wörner erwischte einen «Sahnetag» und erreichte in den ersten 30 Minuten eine hervorragende Abwehrquote von beinahe 50 Prozent. Gleich drei Mal scheiterte der Titelverteidiger dabei vom Penaltystrich: Die Polin Kinga Gutkowska sah ihre beiden Versuche von Wörner abgewehrt und Brühl-Topscorerin Malin Altherr scheiterte an der Torumrandung. Trotzdem lag der Titelverteidiger bei Halbzeit mit vier Treffern (11:7) vorne, weil dem Kreuzlinger Rückraum aus elf Versuchen nur gerade drei Tore gelangen und er sich gegen die kompakt-aggressive Abwehr der St. Gallerinnen insgesamt schwer tat.

Gegenwehr verunsichert Titelverteidiger
Dies änderte sich nach der Pause. Neben Petra Skoricova entwickelten nun auch Isabel Tissekker und Maria Olsovska deutlich mehr Torgefahr. Mit drei Treffern in Serie zum 15:16 (46. Minute) schaffte der HSCK den Anschluss. Er vermochte in dieser Phase seine Fehlerquote tief halten. Zwölf Minuten vor dem Abpfiff gelang Linkshänderin Skoricova mittels Penalty der 17:17-Ausgleich und plötzlich lag für die Kreuzlingerinnen der zweite Überraschungscoup nach dem 35:31 an gleicher Stätte über Co-Leader Spono Nottwil in Reichweite. Nach dem Gleichstand unterliefen dem HSCK dann aber wieder drei ärgerliche Fehlzuspiele bei Gegenstössen und statt selbst in Führung zu gehen, lag er rund drei Minuten vor Schluss wieder mit 18:21 im Hintertreffen. Rechtsaussen Katerina Novotna mit ihrem dritten Tor und Petra Skoricova, die auch ihren vierten Penalty zum 20:21 verwertete, sorgten aber nochmals für Hochspannung. Und weil die St. Gallerinnen nun Nerven zeigten und den Ball verloren, kam der HSCK in den letzten 30 Sekunden zu einem letzten Angriff, der aber eben mit diesem umstrittenen Entscheid endete.

Noch zwei Einsätze
Nach der Nationalmannschaftspause bestreitet der HSCK seine beiden letzten Finalrundenpartien innerhalb von sechs Tagen. Am 27. März trifft er in Nottwil LU auf die Spono Eagles und am 1. April, 20.00 Uhr, empfängt er den Tabellennachbarn LK Zug. Auswirkungen auf die Tabelle werden diese Partien für die Kreuzlingerinnen keine mehr haben.

HSC Kreuzlingen – LC Brühl St. Gallen 20:21 (7:11)
Egelsee. – ohne Zuschauer. – Sr. Abalo/Maurer.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 1-mal 2 Minuten gegen St. Gallen.
Kreuzlingen: Wörner (1.-60./15 Paraden, davon 2 Penalties), Federau (für 1 Penalty/0); Singer-Duhanaj, Mayer, Skoricova (8/4), Tissekker (3), Klein, Weidmann (1), Rothacker, Marku (2), Gulyas (2), Lischka, Olsovska (1), Novotna (3).
St. Gallen: Dokovic (1.-60./10 Paraden), F. Schlachter (für 1 Penalty/0); Ackermann, Simova (2), Brunner, Pavic (3/2), Stacher, Altherr (5), Gutkowska (3/1), Schnyder (1), Schmid (2), Fudge (1), M. Schlachter (4), Lüscher.
Penaltystatistik: Kreuzlingen 4 von 4, St. Gallen 3 von 6 (2./0:1 Gutkowska scheitert an Wörner, 14./4:5 Lattenschuss Altherr, 26./6:9 Gutkowska scheitert an Wörner).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Heinstadt, Plüss und Hildebrand (alle verletzt).
RAUSCH-Best-Player: Nathalie Wörner (K) und Marina Schlachter (B).

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