/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Die Überbauung erhielt ihr Maskottchen

Kreuzlingen – Das Projekt «Hinter der Eiche» musste eine Zeit lang ohne den namensgebenden Baum auskommen. Vergangenen Dienstag lieferte ein LKW gleich elf verschiedene Eichen. Auch für Gartenbau Fahrion & Partner kein alltäglicher Job.

Ein Kran von TIT Imhof hievte die Bäume in die Lücken. (Bild: Sandro Zoller)

Alle 20 Wohnungen und die Praxis der Überbauung «Hinter der Eiche» an der Hofstattstrasse seien bereits übergeben und bezogen, so Andrea Wolff, Verantwortlich für das Marketing bei der Häberlin AG. Was aber noch fehlte war ein Ersatz für die geschützte Stiel-Eiche, die doch nicht mehr so fest im Leben stand, wie angenommen wurde. Eine Laboranalyse brachte 2018 ans Tageslicht, dass entweder ein Pilzbefall des Spindeligen Rüblings oder andere Faktoren wie Verletzungen, Trockenheit, Hitze, und Schädlinge der Eiche ihre Lebensenergie raubten. Durch dessen Fällung wurde dem Projekt die Identität geraubt. Diese sollte ihm durch die Pflanzung eines nur so von Kraft strotzenden Exemplars zurückgegeben werden.

PS starke Gefährte am Start
Am Dienstag, nach 14 Uhr, erreichte ein LKW aus Belgien den Zielort in Kreuzlingen. Mit an Bord hatte er aber nicht nur eine verholzte Pflanze, sondern gleich elf. Diese organisierte die Baumschule Roth Pflanzen AG aus Kesswil. Bereits vor Ort war ein grosses Kranfahrzeug von TIT Imhof, das die Bäume vom Laster holte und in die entsprechenden Lücken hievte. Den Rest übernahm ein Team von der Gärtnerei Fahrion & Partner AG. «Vor den Gebäuden soll mit den Eichen eine Parksituation geschaffen werden. Der Blumenrasen wird den natürlichen Charakter weiter unterstützen und die Biodiversität fördern», erklärte Geschäftsleitungsmitglied Claudio Egli. Für die Firma sei dies keine alltägliche Aufgabe. Höchstens zwei bis drei Mal im Jahr erhalte sie den Auftrag solch einen grossen Baum einzusetzen. Nebst den in der Luft schwebenden Drohnen der Firma Häberlin, verewigten auch die Arbeiter von Fahrion selbst den Moment mit der Kamera. Zudem gab es Schaulustige und Bewohner, welche gespannt den «Act» mit gezückten Smartphones verfolgten.

Der Baum musste zuerst aus der liegenden Position geholt und aufgestellt werden – eine Millimeteraufgabe. (Bild: Sandro Zoller)

Schon einige Jahre auf dem Buckel
Die Ersatz-Stil-Eiche hat bereits 50 Jahre auf der «Baumrinde» und eine stattliche Höhe von zehn Metern. Mit einem Ballendurchmesser von rund zwei Metern und einem Gewicht von vier Tonnen, zwang sie die Experten dazu, alles in mehrere Etappen aufzuteilen. Damit die Tragseile den Baum nicht verletzen, wurde jeweils der Stamm mit Tüchern ummantelt. Nach 30 Minuten ausbalancieren, ausrichten und stützen, konnte die Eiche endlich an ihrem neuen Platz heruntergelassen werden. «Gesponsert hat das Exemplar Konrad Häberlin, der nur noch als Verwaltungsratspräsident im Unternehmen mitwirkt», sagte Projektleiter Jens Gatellier.

Die sechs Säulen-Stiel-Eichen säumen in Zukunft die Strasse und die Westseite der Parzelle. «Bei der Flaum-Eiche handelt es sich um einen malerischen Baum, der das Stadtklima gut erträgt. Zwei Exemplare markieren die Tiefgaragenzufahrt», erklärte Wolff.

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