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Erweiterungsbau der PHTG fertiggestellt

Kreuzlingen – Lange litt die Pädagogische Hochschule Thurgau unter akuter Platznot. Ein Erweiterungsbau schafft seit Dezember 2020 Abhilfe. Der fast vollständig aus Recyclingbeton bestehende Bau ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen. Interessierte können sich auf einem virtuellen Rundgang selbst ein Bild davon machen.

Foyer im neuen Gebäude Z der Pädagogischen Hochschule Thurgau. (Bild: Michael Egloff)

Seit der Gründung der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) 2003 hat sich die Anzahl der Studierenden und die Zahl der angebotenen Studiengänge mehr als verdoppelt. Mittlerweile sind es über 700 Studierende, die fünf unterschiedliche Studiengänge an der PHTG besuchen. Aufgrund der stetig steigenden Zahl an Studierenden mussten trotz im Jahre 2008 bezogener Neubauten auch weiterhin externe Räumlichkeiten dazu gemietet werden. Um dem entgegenzuwirken, wurde ein Erweiterungsbau ins Auge gefasst. 2017 haben die Thurgauer Stimmberechtigten dem Kredit dafür zugestimmt. Im September 2018 starteten die Bauarbeiten für das Gebäude. Nun ist das Werk vollendet und kann sich mit Leben füllen.

Neue Möglichkeiten dank Erweiterungsbau
Mit dem Bezug des Erweiterungsbaus im Dezember 2020 konnten diverse Provisorien und Übergangslösungen für Räumlichkeiten, die über die Jahre angemietet werden mussten, nun aufgehoben werden. Dank dem Erweiterungsbau kann die PHTG seit dem Studienjahr 2020/21 in ihrem Studiengang Sekundarstufe I das vollständige Fächerprofil anbieten und neu auch Lehrpersonen im Fach «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» ausbilden. Dafür gibt es eine neue Ausbildungsküche. Auf besondere Bedürfnisse abgestimmte Räumlichkeiten wurden zudem für das Fach «Bildnerisches Gestalten» sowie für einen Teil des Medien- und Didaktikzentrum geschaffen. Im Erweiterungsbau sind anfangs 2021 auch die Forschung, die Weiterbildung, die Informatik und das Rektorat eingezogen.

Ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen
Für den Kanton Thurgau ist der Bau eine Premiere: Als Erster besteht er soweit als möglich aus Recyclingbeton. Es wurden zirka 80 Prozent der gesamten Betonkubatur mit Recyclingbetonen gefertigt. Das schont Ressourcen und entspricht dem Geist der Nachhaltigkeit. Mit dem Bau setzt das Hochbauamt das kantonale Konzept für den Einsatz von Recyclingmaterial im Hoch- und Tiefbau (2019 bis 2023) vorbildlich um. Der Kanton Thurgau will damit eine Vorreiterrolle einnehmen. «Das ist mir persönlich ein grosses Anliegen. Im Sinne der Nachhaltigkeit müssen wir den ganzen Kreislauf und Lebenszyklus eines Baustoffs berücksichtigen», bekräftigt Regierungsrätin Carmen Haag, Chefin des Departements für Bau und Umwelt.

Offen, transparent und flexibel
Die Gebäude der PHTG tragen die Handschrift des Architekten Beat Consoni. Er hat bereits die beiden Gebäude aus dem Jahr 2008 gestaltet. Sein zweites Projekt hat sich in einem bis zum Schluss anonymen Projektwettbewerb durchgesetzt. «Im Architekturwettbewerb hat mich das Projekt durch seine eindrückliche Umsetzung einer für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung passenden Raumgestaltung überzeugt», sagt Priska Sieber, Rektorin der PHTG. Der Minergie-A-zertifizierte Neubau Z hat verschiedene Begegnungszonen und damit Räume, um den für eine Hochschule so wichtigen bereichsübergreifenden Austausch zu pflegen und Veranstaltungen mit Partnern aus dem Schulfeld und von anderen Hochschulen durchzuführen. Dank des dreibündigen Grundrisskonzepts konnte die Sicht vom See bis zur Klosteranlage gewährleistet werden. Wichtig war dem beauftragten Architekten Beat Consoni, «dass zusammen mit den bestehenden Bauten ein markantes Ensemble geschaffen werden konnte, das den Gedanken einer Gesamtanlage unterstützt». Zudem wurden die Transparenz, die Offenheit und die Flexibilität der Infrastruktur aus den bisherigen Gebäuden weitergeführt.

Virtueller Rundgang statt Einweihungsfest
Aufgrund der pandemischen Situation wurde das ursprünglich geplante Einweihungsfest auf unbestimmte Zeit verschoben. Interessierte Personen können das architektonisch herausragende und funktional überzeugende Gebäude stattdessen ab Freitag, 26. März 2021, auf einem virtuellen Rundgang besichtigen. Der Rundgang ist auf der Webseite der PHTG unter «www.phtg.ch/hochschule/campus/erweiterungsbau» aufgeschaltet.

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