/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Mit Leben füllen

Kreuzlingen - Die Pädagogische Hochschule hat ihr drängendstes Problem gelöst. Mit Fertigstellung des Ergänzungsbaus gibt es für alle Studierenden genug Platz.

Rektorin Priska Sieber im Studio des Campus-TV. (Bild: Kurt Peter)

Gestern Donnerstag empfingen Regierungsrätin Carmen Haag, Priska Sieber, Rektorin der Pädagogischen Hochschule und Architekt Beat Consoni die Medien zur Fertigstellung des Ergänzungsbaus der Pädagogischen Hochschule Thurgau. «Das Werk ist vollendet und kann mit Leben gefüllt werden», meinte die Regierungsrätin. Und mit dem Neubau könne ein Problem gelöst werden, welches die Hochschule seit Jahren plage: «Wir hatten Platznot, aber nie Mangel an Studierenden.»

Vollständiges Fächerprofil

Seit der Gründung der Hochschule im Jahr 2003 hat sich die Anzahl der Studierenden und die Zahl der angebotenen Studiengänge mehr als verdoppelt. Mittlerweile sind es über 7000 Studierende, die fünf unterschiedliche Studiengänge belegen. «2008 wurden die ersten Neubauten bezogen, bereits 2011 gab es Pläne für einen Erweiterungsbau», so die Rektorin. Mit der Eröffnung des Neubaus Z konnten, bis auf die Miete der Räumlichkeiten im Einkaufszentrum ceha! alle weiteren Mietlösungen aufgehoben werden.

Für die Rektorin war das gestern daher ein «Freudentag, den wir leider nicht im grossen Stil feiern können». Dank dem Erweiterungsbau könne die Hochschule in ihrem Studiengang «Sekundarstufe I» das vollständige Fächerprofil anbieten, dank der grosszügigen Schulküche im Neubau auch Lehrpersonen im Fach «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt». Auf besondere Bedürfnisse abgestimmte Räumlichkeiten wurden zudem für das Fach «Bildnerisches Gestalten» sowie für einen Teil des Medien- und Didaktikzentrums geschaffen.

80 Prozent Recyclingbeton

Der Neubau ist auch eine Premiere», sagte Carmen Haag. Als erster bestehe er soweit als möglich aus Recyclingbeton, rund 80 Prozent der gesamten Betonkubatur sei mit diesem noch immer unterschätzten Material gebaut worden. Das Hochbauamt setze das kantonale Konzept für den Einsatz von Recyclingmaterial im Hoch- und Tiefbau (2019 bis 2023) vorbildlich um. «Das ist mir persönlich ein grosses Anliegen. Im sinne der Nachhaltigkeit müssen wir den gesamten Kreislauf und Lebenszyklus eines Baustoffs berücksichtigen», meinte sie.

Für den Architekten «war der Zeitrahmen eine grosse Herausforderung», wie Beat Consoni sagte. Vor fünf Jahren noch mitten im Wettbewerb und am 25. März 2021 Inbetriebnahme, das habe das Team ganz schön in Trab gehalten. Gefordert worden sei es auch deshlab, weil «ganz verschiedene Nutzungen unter ein Dach gebracht werden mussten und dies immer mit Berücksichtigung der Vorschriften «und unter Einhaltung des Kostenrahmens».

Virtuell statt physisch

Die Handschrift von Beat Consoni ist deutlich zu sehen. Er hat bereits die beiden Gebäude aus dem Jahr 2008 gestaltet. Sein Ergänzungsbau hat sich in einem bis zum Schluss anonymen Projektwettbewerb durchgesetzt. «Im Architekturwettbewerb hat mich das Projekt durch seine eindrückliche Umsetzung einer für Lehreinnen- und Lehrerbildung passenden Raumgestaltung überzeugt», sagt Rektorin Priska Sieber. Der Minergie-A-zertifizierte Neubau Z hat verschiedene Begegnungszonen und damit Räume, um den für eine Hochschule so wichtigen bereichsübergreifenden Austausch zu pflegen und Veranstaltungen mit Partnern aus dem Schulfeld und anderen Hochschulen durchzuführen.

Dank des dreibündigen Grundrisskonzepts konnte die Sicht vom See bis zur Klosteranlge St. Ulrich gewährleistet werden. Für Beat Consoni war es wichtig, «dass zusammen mit den bestehenden Bauten ein markantes Ensemble geschaffen werden konnte, das den Gedanken einer Gesamtanlage unterstützt». Zudem sei die Transparenz, die Offenheit und die Flexibilität der Infrastruktur aus den bisherigen Gebäuden weitergeführt worden.

Aufgrund der pandemischen Situation wurde das geplante Einweihungsfest auf unbestimmte Zeit verschoben. Ab heute Freitag ist der virtuelle Rundgang unter www.phtg/hochschule/campus/erweiterungsbau aufgeschaltet.

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