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Kein zweiter Überraschungscoup gegen den Titelanwärter

Handball – Am zweitletzten Spieltag der SPL1-Finalrunde kassierte der HSC Kreuzlingen eine 20:34-Packung beim neuen alleinigen Leader Spono Eagles Nottwil.

Maria Olsovska. (Bild: Felix Walker)

Den Luzernerinnen gelang damit die Revanche für die überraschende 31:35-Hinspielniederlage in Kreuzlingen. Für ihre gute Leistung wurden sie mit der Rückkehr an die Tabellenspitze belohnt, weil Brühl St. Gallen gleichzeitig dem LK Zug beim 29:30 in eigener Halle auch im zweiten Finalrundenspiel unterlag. Damit kommt es am nächsten Samstag zum Showdown zwischen Brühl und Spono. St. Gallen muss gewinnen, will es von Platz 1 aus in die Playoffs starten. Der Sieger trifft im Halbfinal (best of 3) auf das viertplatzierte Kreuzlingen, der Verlierer auf Zug (3.). Man kann davon ausgehen, dass sowohl Brühl als auch Spono den Finalrunden-Neuling vom Bodensee als Gegner bevorzugen.

Nur zu Beginn überzeugend
Die Kreuzlingerinnen begannen in Nottwil durchaus selbstbewusst und führten in der Startviertelstunde sogar die feinere Klinge. Trotz eines verschossenen Gegenstosses und einer insgesamt ungenügenden Abwehrleistung insbesondere auf den Aussen ging der Aussenseiter vom Bodensee mit 8:6 in Führung und zwang den Co-Leader so zu einem frühen Time-out (14. Minute). Diese Auszeit schien für die Luzernerinnen eine Art Weckruf zu sein. In der zweiten Viertelstunde steigerten sie sich in dem grossen Masse, wie die Thurgauerinnen abbauten. Nachdem die zuletzt starke Penaltyschützin Petra Skoricova für einmal scheiterte, legte der Co-Leader ab dem 8:8 so richtig los. Neli Irman schoss die Einheimischen in der 20. Minute mit ihrem bereits fünften Treffer zum 11:9 erstmals mit zwei Treffern in Führung. Ein Gegentor später nahm auch HSCK-Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug ihr erstes Time-out. Doch Besserung stellte sich bei Kreuzlingen nicht ein. Im Gegenteil, offensiv passte nun gar nichts mehr und es schlichten sich viele Fehler ein. Dagegen reihte Spono einen erfolgreichen Abschluss an den anderen. Erst der Pausenpfiff stoppte den Lauf des Leaders. Mit einer 11:1-Serie zum 19:9 hatten die Adlerinnen bereits in den ersten 30 Minuten eine deutliche Zäsur zustande gebrachte. Während Nottwil auf das treffsichere Trio Irman-Hodel-Stähelin (zusammen 13 Tore) bauen konnte, wusste bei Kreuzlingen offensiv keine der üblichen Leistungsträgerinnen zu überzeugen.

Nur kurzes Aufbäumen
Nach dem Seitenwechsel schien es vorerst, als ob Kreuzlingen doch noch Interesse an einem ordentlichen Resultat besass. So kam der HSCK wieder bis auf sieben Treffer heran. Doch es blieb schlussendlich bei einem kurzen Aufbäumen. In der Folge ergaben sich die Ostschweizerinnen ihrem Schicksal. Trainerin Ertl-Hug würfelte die Formation in der Schlussviertelstunde kräftig durcheinander. So kamen die Rückraumspielerinnen Isabel Tissekker und Maria Olsovska phasenweise auch am Kreis zum Einsatz, wo die krankgeschriebene Ungarin Vanda Gulyas schmerzlich vermisst wurde. Und im rechten Rückraum spielte nun mehrheitlich die Abwehrspezialistin Kira Klein, weil der zuletzt formstarken Linkshänderin Petra Skoricova an diesem Abend wenig gelang. So kam Nottwil zu einem deutlichen 34:20-Erfolg, dem man im Kreuzlinger Lager allerdings nicht allzu grosse Bedeutung beimessen wird. Der Fokus ist längst auf die Playoff-Halbfinals gerichtet, wo man möglicherweise erneut auf die Spono Eagles trifft.

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