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Covid hinterlässt Spuren

Kreuzlingen – Die Rechnungen 2020 der beiden Kreuzlinger Schulgemeinden schliessen besser als budgetiert ab. Die Primarschule macht Gewinn, die Sekundarschule einen kleinen Verlust. Die Stimmberechtigten werden am 13. Juni über die Vorlagen entscheiden.

Seraina Perini und Susanne Burgmer präsentierten die Rechungen der Schulgemeinde. (Bild: Kurt Peter)

«Es sind die Rechnungen eines speziellen Jahres in der eine Krise herrschte, mit der niemand gerechnet hat», erklärte Schulpräsidentin Seraina Perini zu Beginn der gestrigen Medienkonferenz. Zusammen mit Susanne Burgmer, Leiterin Finanzen der Schulgemeinden, präsentierte sie zwei Rechnungen, die deutlich besser als budgetiert abschnitten. Ein Glücksfall», meinte sie, «weil wir nicht wissen, was noch auf uns zukommt».

Auf Lager verzichten müssen

Die Primarschulgemeinde schloss mit einem Gewinn von 882’000 Franken ab. «Damit fällt das Resultat um fast zwei Millionen Franken besser als budgetiert aus», erklärte Susanne Burgmer. Das Resultat ist auf den ersten Blick erfreulich, auf den zweiten aber zeigt es auf, dass für Lager 200’000 Franken weniger ausgegeben wurden. «Die Kinder, welche auf die Reisen verzichten mussten, tun uns leid, aufgrund der Pandemie gab es keine andere Lösung.»

Bei den Grundstückgewinnsteuern flossen 400’000 Franken mehr als budgetiert in die Kasse der Primarschulgemeinde. 300’000 Franken weniger als im Budget mussten an den Finanzausgleich abgegeben werden. Allerdings wurden 200’000 Franken weniger aus den Gemeindesteuern eingenommen. «Der Personalaufwand stieg wie budgetiert, das liegt an den Anpassungen in der Verwaltung und dem Ausbau der Tagesbetreuung», sagte Seraina Perini.

Pandemie schenkte ein

«Bei der Sekundarschule haben wir eine Punktlandung gemacht», konnte Burgmer vermelden. Sie weise einen Verlust von 10’000 Franken aus. Das Budget hatte einen Verlust von 1,465 Millionen Franken vorgesehen. Zum Resultat trugen die Mehreinnahmen bei der Grundstückgewinnsteuer (200’000 Franken), dem geringeren Beitrag an den Finanausgleich (300’000 Franken) und leider auch hier, der geringere Aufwand an Lager- und Reisekosten (200’000 Franken) bei.

«Eingeschenkt» habe die Pandemie in vielen Bereichen. Deutlich aber seien die Einnahmen im Thermalbad Egelsee zurückgegangen. «Durch die Schliessung wurden 170’000 Franken weniger an Ticketeinnhamen verzeichnet», erklärte die Schulpräsidentin. Weniger Einnahmen gab es auch bei der Tagesbetreuung: «Wir mussten die Plätze für Eltern in systemrelevanten Berufen freihalten».

Eigenkapital reduzieren

Die Pandemie führte zu einem Mehraufwand von insgesamt fast 400’000 Franken in den beiden Schulgemeinden. Für Stellvertretungen und Reinigungspersonal mussten 210’000 Franken mehr ausgegeben werden. für Hygienematerial und Schutzmasken 60’000 Franken, für Reinigungsmaterial 50’000 Franken und die Mieterlasse für Vereine beliefen sich auf 30’000 Franken. «Wir sind den Vereinen gerne entgegengekommen, sind sie doch wichtig für die Jugendförderung».

Die Nettoinvestitionen in der Primarschule beliefen sich 2020 auf 5,2 Millionen Franken, deutlich weniger als die budgetierten 7,5 Millionen Franken. «Es wurden einige Projekte zeitlich verschoben, wie etwa der Kinderhort Tannegg», begründete Perini diesen Umstand. Die Sekundarschule investierte von den budgetierten 4,135 Millionen Franken 4,133 Millionen.

Das Eigenkapital beider Gemeinden (Primarschule 19,2 Millionen, Sekundarschule 15,1 Millionen) soll mittelfristig reduziert werden, erläuterte Susanne Burgmer das Ziel. Die per 1. Januar dieses Jahres in Kraft gesetzte Steuerfussverschiebung sei notwendig gewesen. Die Primarschulbehörde schlage vor, vom Gewinn eine Million für die Bildung von Reserven für Baufolgekosten zu verwenden. Der Verlust von 118’000 Franken soll dem Eigenkapital belastet werden. In der Sekundarschule sollen 250’000 Franken in die Reserven für Baufolgekosten fliessen, der Verlust von 260’414 Franken ebenfalls dem Eigenkapital belastet werden.

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