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Günstig, mobil und volksnah

Kreuzlingen - Der Stadtrat will in einem Pilotprojekt mobile Jurten zur Erfüllung von Verwaltungsaufgaben einsetzen. Wenn das Vorhaben gelingt, so heisst es, ist ein Neu- oder Ergänzungsbau vom Tisch.

Pilotprojekt Jurten.

«Derzeit läuft ja eine Vernehmlassung in der Verwaltung, wie ein Alternativprojekt zum geplanten Stadthaus auf der Festwiese aussehen könnte», meint Stadtpräsident Thomas Niederberger. Ein Mitarbeiter, der zehn Monate in Zentralasien unterwegs gewesen sei, habe die Idee von Jurten auf den Tisch gelegt. Die Skepsis bei den Abteilungsleitern führte nach etlichen Diskussionen dazu, dass wir uns nun für ein Pilotprojekt mit Jurten entschlossen haben».

Sehr mobil

Zwei solcher Jurten sollen zum Einsatz kommen. Das Motto: «Die Bevölkerung kommt nicht mehr zur Verwaltung, die Verwaltung kommt zur Bevölkerung». Der Vorteil sei, dass «wir sehr mobil und nach Bedürfnis einzelne Abteilungen der Verwaltung im ganzen Stadtgebiet für eine gewisse Zeit platzieren können», meint Thomas Niederberger. So könne beispielsweise die Bauverwaltung passend zu Informationen über ein grosses Bauprojekt vor Ort «Stellung beziehen». Aber Informationen über Gestaltungspläne könnten abgegeben und die Projekte vor Ort erklärt werden.

Viele Abteilungen, nicht nur die Bauverwaltung, könnten aber profitieren. Ein Jurte beim Schifffahrtshafen könne, vor allem beim kommenden Andrang bei schönem Wetter, für den Ordnungsdienst bereitgestellt werden. «Die Mitarbeitenden haben dann kurze Wege und können entsprechend mehr Bussen verteilen». Das wirke sich positiv auf die Erfolgsrechnung aus. Das kantonale Zivilstandsamt könne sich vorstellen, dass nach einer Trauung auch eine kirchliche Feier in einer geschmückten Jurte möglich sei.

Schutzmassnahmen einhalten

«Mit diesem Pilotprojekt entlasten wir in Pandemiezeiten die bestehenden Verwaltungsgebäude, indem einzelne Abteilungen ihre Arbeit extern erledigen können und wir daher weniger Besucherinnen und Besucher in den Räumlichkeiten haben» erwähnt Thomas Niederberger einen weiteren Vorteil. Natürlich werde das Schutzkonzept trotzdem eingehalten. Übrigens auch in den Jurten: «Selbstverständlich gestalten wir das Innere coronakonform mit allen Sicherheitsvorkehrungen» wie verschiedenen Ein- und Ausgängen».

Der Preis einer Jurte sei natürlich von deren Grösse abhängig. Für die Zwecke der Stadtverwaltung müssten spezielle «Zelte» konstruiert werden. Sie hätten, neben der Wetterfestigkeit, auch den Anforderungen an die Mobilität überzeugen. «Die Kosten werden jetzt geprüft, wir gehen von bis zu 14’000 Franken pro Jurte aus, ohne Einrichtung». An den jeweiligen, geeigneten Standorten sei das Dienstleistungszentrum Arbeitsintegration für Auf- und Abbau, die Technischen Betriebe für die nötigen Anschlüsse zuständig.

Volk wird befinden

Sollte das Pilotprojekt umgesetzt werden könnte der Gemeinderat in eigener Kompetenz über den definitiven Einsatz beschliessen. «Weil aber das Projekt Schlussstein auch abgeschrieben werden muss, geht das Geschäft dann doch vor das Stimmvolk», erklärt der Stadtpräsident das weitere Vorgehen. Erst bei einem Ja zur Variante sei der Auftrag der Inititiative zur Freihaltung der Festwiese erfüllt.

Diese Initiative meldete sich nach Bekanntwerden der «Jurten-Lösung» auch gleich zu Wort: «Auf der Festwiese darf niemals ein solches Zelt stehen, um die Freihaltung laut Initiative umzusetzen». Alle anderen möglichen Standorte würden geprüft: «Wir haben viele Mitglieder mit sehr viel Zeit, wir werden uns die Projekte genau anschauen und, wenn nötig, rechtliche Schritte einleiten».

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2 thoughts on “Günstig, mobil und volksnah

  1. Mechthild Täschler

    Liebes Team der KreuzlingerZeitung, vielen Dank für den informativen Artikel zum Erscheinungsdatum 01. April. Das ist doch mal ein humorvoller Umgang mit dem zugrundeliegenden Thema. Wir haben uns sehr amüsiert.

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