/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Ab ins Schwimmbad

Kreuzlingen – Letztes Jahr konnte das Schwimmbad Hörnli Corona-bedingt erst 43 Tage später öffnen. Nun kann die Badi morgen Samstag wieder zum üblichen Zeitpunkt in die Saison starten. Deshalb lud Genossenschaftspräsident Jürg Schlatter mit seinem Team zu einem Rück- und Ausblick ein.

Da< Schwimmbad Hörnli Team. (Bild: Sandro Zoller)

«Trotz einer um 43 Tage verkürzten Saison waren die Eintrittszahlen vergangenes Jahr gut bis sehr gut», sagte Jürg Schlatter, Präsident der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli. Mit 92’522 Eintritten besuchten im 2020 5649 Personen mehr die Badi als im Jahr davor. «Trotz den erfreulichen Zahlen fielen die Einnahmen tiefer aus. Wir haben weniger Jahresabos verkauft, weil die Gäste nicht sicher waren, wann wir die Tore öffnen können», ergänzte Felix Jetter die Ausführungen des Präsidenten. Deshalb habe am Ende ein kleines Minus von rund 30’000 Franken herausgeschaut. «Nur weil wir weniger lange offen hatten, konnten wir das Schwimmbad nicht einfach zu machen. Die Infrastruktur und der Rasen mussten in Stand gebracht werden.»

Neue Bademeister haben sich eingelebt
Nebst den Schwierigkeiten durch Corona, waren auch neue Bademeister am Start. René Knup hat das erste Mal ein Bademeister-Team geführt: «Es war für mich eine grosse Herausforderung. Zusammen haben wir es aber gut gemeistert.» Schlatter fügte hinzu, dass die Feedbacks der Gäste sehr positiv ausgefallen seien. Nebst Valeria Tormova, welche Anfang März die Stelle antrat, gehört noch Ruedi Fehr zum Dreierteam. Die Arbeit sei für ihn sehr befriedigend: «Wenn man gerne in einem Schwimmbad arbeitet, wird man hier im Hörnli viel Freude haben. Mir gefällt die Abwechslung, den kreativen Freiraum und den Kundenkontakt. Dieser war bis jetzt immer sehr schön.»

«Das Hörnli hat eine Fläche von 36’000 Quadratmeter. Dadurch haben wir eine gute Ausgangslage», sagte Ruedi Wolfender. Die Corona-Bestimmungen würden vorschreiben, dass jede Person zehn Quadratmeter haben muss. Somit dürften 3300 Gäste gleichzeitig im Schwimmbad sein. Wie letztes Jahr werde am Eingang wieder nur ein Drehkreuz offen sein und darauf geachtet, dass die Wartenden 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Auch in den Pools gebe es erneut eine Obergrenze. Im Bodensee hingegen gäbe es keine Einschränkungen, sagte er schmunzelnd «Die Zahlen können wir stets abrufen. Wenn also das Hörnli voll ist, kann der Zutritt vorübergehend gestoppt werden», so Wolfender. Somit sei Baden ein relativ sicheres Freizeitvergnügen. Warme Temperaturen und das Chlor im Wasser seien zudem nicht gerade die besten Freunde des Coronavirus.

ÖV vermehrt nutzen
«Teilweise standen mehr Autos auf dem Parkplatz, als Personen am Schwimmen waren», sagte Wolfender. Um die Parksituation besser in den Griff zu kriegen bittet er die Gäste vermehrt den ÖV, das Fahrrad oder Fahrgemeinschaften zu nutzen. «Die Parkplatzbewirtschaftung ist für mich ein grosses Anliegen.» Deshalb seien auch bereits gute Gespräche mit dem Ordnungsdienst im Gange. Damit könnten sie während den zehn bis 25 Spitzentagen weitere Unterstützung hinzuziehen. «Den Autofahrern, die nicht ins Hörnli gehen, kann somit der Parkplatz zwischen dem Restaurant ‹Alti Badi› und der Bodensee-Arena nahegelegt werden. Dies führt zu weniger Rückstau vor Ort und einer besseren Durchfahrt für den Bus», führte Wolfender weiter aus.

Jürg Schlatter (links) und Urs Oberhänsli. (Bild: Sandro Zoller)

Projekt Seezugang wird greifbar
In Kreuzlingen gäbe es bis jetzt noch keine barrierefreie Einstiegsmöglichkeit in den See für Personen mit körperlichen Einschränkungen. Der 75 Meter lange Steg mit einer Plattform am Ende, Bänken und einem Lift, soll nun Abhilfe schaffen. «Der Steg ist eine Metallkonstruktion und erhält ein spezielles Holz, damit man sich nicht zu viele Splitter einfängt», erklärte Vize-Präsident Urs Oberhänsli. Wenn das Hörnli offen hat, könne der Steg nur über die Badeanstalt erreicht werden. Während den Wintermonaten hingegen soll die geplante Kreuzlinger Attraktion für alle zugänglich sein. Dafür werden zwei Zugänge angelegt, wobei der barrierefreie Weg nahe dem Restaurant Fischerhaus beginnt. Das ganze belaufe sich auf ein günstiges Einfamilienhaus – rund 800’000 Franken. Die Stadt übernehme die gesamten Kosten. Während der Badesaison sei das Hörnli für die Instandhaltung zuständig und ausserhalb der Betriebszeiten die Stadt. Gemäss Wolfender werden während der Auflage anstelle Visiere eine Art Bojen verwendet, um die Ausmasse des Stegs zu kennzeichnen.

«Es macht mir eine Freude hier Präsident zu sein. Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr gut. Dies können die restlichen Verwaltungsmitglieder bestätigen. Denn deshalb sind sie ja auch immer noch mit an Bord», sagte Schlatter lächelnd. Nun könne die Saison beginnen. Die zweiseitige Liste sei abgearbeitet und somit alles up to date.

Share Button

One thought on “Ab ins Schwimmbad

  1. B. Kerzenmacher

    Wer die Beschränkungen nicht als Belastungen empfindet, hatte vorher wohl kaum ein soziales Leben.
    Die Frage ist aber vielmehr, wie man mit der Belastung umgeht.
    Und mangels ernstzunehmender Alternative wird man diese Belastung wohl oder übel noch eine Weile erdulden müssen.
    Dass manchem Leuten die innere Reife dazu fehlt, das ist weder ein Wunder noch kann man es ändern.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.