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Arbeit im Wald bleibt gefährlich

Kreuzlingen - Corona machte sich auch im Wald der Kreuzlinger Bürgergemeinde bemerkbar: Obwohl die Wildsauenhütte viel weniger als üblich vermietet werden konnte, war der Wald mit Menschen überfüllt. Überschattet wurde die Jahresversammlung von einem tödlichen Arbeitsunfall Anfang Jahr.

Cornelia Zecchinel, Präsidentin der Bürgergemeinde. (Bild: Emil Keller)

Mit einer Schweigeminute gedachten die Kreuzlinger Bürgerinnen und Bürger dem bei der Arbeit ums Leben gekommenen Forstwartlehrling. «Bei aller Schönheit und Befriedigung, welche die Arbeit im Wald mit sich bringt, kann man das Restrisiko nicht ausblenden», sagte Ruedi Wolfender als Präsident von Pro Forst. Der Forstbetrieb hat durch die Tragödie eine schwierige Zeit durchgemacht. Gleichzeitig hätten die vergangenen Wochen gezeigt, aus was für einem Holz das Team um Revierförster Tobias Fischer geschnitzt sei. Wolfender war schon auf der Suche nach einer Nachfolge gewesen. «Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt aufzuhören», erklärte er und bleibt dem Verein als Präsident erhalten, was mit Applaus quittiert wurde.Pro Forst hatte jedoch auch Erfreuliches zu berichten: Mitarbeiter Jörg Kirchmeier ist seit 25 Jahren für den Forstbetrieb tätig. Zum Arbeitsjubiläum konnte für den Maschinisten ein neues Arbeitsfahrzeug angeschafft werden. Mit der Forst-Kombi-Maschine, welche auf den Namen «Wall-E» getauft wurde, können sowohl Bäume herausgerissen als auch ganze Baumstämme abtransportiert werden. Der Kostenpunkt von 234’000 Franken ist für den kleinen Forstbetrieb eigentlich ein grosser «Lupf». Die vergangenen finanziell guten Jahre machten diese Anschaffung möglich. Vor allem bei Aufträgen für Dritte konnte der Forstbetrieb auch 2020 ein Plus verzeichnen.

Vandalismus im Wald

Die Bürgergemeinde selbst hat finanziell ebenfalls ein gutes Jahr erlebt. Vor allem die Holzverkäufe konnten die Mindereinnahmen bei der Vermietung der Wildsauenhütte deutlich wettmachen. Die Pandemie sorgte für viele Annullierungen und Umbuchungen in der Waldhütte. Der Andrang auf den Wald war gross: Teilweise musste man beim Vitaparcours anstehen. Mit der regen Nutzung gingen auch Verschmutzung und Vandalismus einher. «Zeitweise mussten wir die Grillstelle schliessen», berichtete Annett Neuweiler, welche die Wildsauenhütte verwaltet.

Ansonsten war das Jahr für die Bürgergemeinde ruhig, da gemeinsame Aktivitäten auf ein Minimum heruntergefahren werden mussten, wie Präsidentin Cornelia Zecchinel in ihrem Jahresbericht festhielt. Sie verabschiedete im Namen des Vorstands Kreisforstingenieur Erich Tiefenbacher in den Ruhestand. Er hat lange Jahre als Schnittstelle zum Kanton gedient und hielt mit der Vorstellung des «Zauberwald im Schrandle» der Versammlung ein letztes Mal vor, was für Raritäten sich in ihrem Besitz befinden. «Seit 80 Jahren war in dieser Totholzinsel keine Säge mehr am Werk», berichtete er begeistert von dem Naturjuwel oberhalb der Bommerweiher.

Aussichtsplattform für Biber

Ebenfalls Einblicke in den Wald gab Revierförster Tobias Fischer. Besonders der Biber im Loggenbach bei Lengwil gebe ihm Arbeit auf. Für einen Förster sei der Biber eine zweischneidige Sache: Es sei schön, bei der Arbeit von Tieren umgeben zu sein. Weniger erfreuliches sei es, wenn dieser Bäume zerstören würden, welche seit 25 Jahren gehegt und gepflegt werden. Deshalb wurden besonders wertige Stämme mit Maschendrahtzaun geschützt. Für die Zukunft schwebt Fischer vor, den Lebensraum des Bibers mit einem Tümpel zu erweitern. Möglicherweise soll darin eine Aussichtsplattform zu stehen kommen, damit sich auch Spaziergänger und Naturliebhaberinnen am Biber erfreuen können.

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