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Geheimnisse der Katzen gelüftet

Kreuzlingen – Im Museum Rosenegg ist noch bis zum 12. September die Ausstellung zum wilden Haustier Katze zu sehen.

Katzen stehen im Mittelpunkt: Yvonne Istas freut sich über eine interessante Ausstellung im Museum Rosenegg. (Bild: Inka Grabwosky)

«Ich bin eher der Hundetyp», räumt Museumsleiterin Yvonne Istas ein. «Aber Katzen sind faszinierend, weil sie so mysteriös und geheimnisvoll sind». Einige der Geheimnisse werden in der Rosenegg gelüftet. Im unteren Teil des Museums erklärt die Schau, dass der Urahn nicht die europäische Wildkatze, sondern die Falbkatze aus dem Nahen Osten ist, die vor 2000 Jahren mit den Römern die Schweiz erreichte. Wir lernen, dass sie kein Rot sehen können, dafür aber wegen einer reflektierenden Schicht im Auge in der Dämmerung viel mehr wahrnehmen als Menschen. In der Rosenegg wird sogar die brennendste Frage aller Nicht-Katzenhalter beantwortet: Wie halte ich die Biester davon ab, meinen Garten als Katzenklo zu missbrauchen? Der Verhaltensbiologe Dennis Turner rät im Video-Interview dazu, auf das entsprechende Beet Kaffeesatz zu streuen. Katzenhalter dagegen werden sich vielleicht für eine finanzielle Bilanz interessieren: Rund 21’000 Franken gibt man im Laufe von 15 Jahren durchschnittlich aus.

Niedliche Tötungsmaschine
Das Jagdverhalten der Katze wird selbstverständlich auch thematisiert. Schliesslich entzündet sich daran oft ein Streit zwischen Haustier- und Wildtier-Freunden. Katzen jagen Kleinsäuger, Vögel, Insekten, Fische und Reptilien. Ihr Buffet ist erstaunlich vielfältig. Und weil sie reine Fleischfresser sind, kann man sie nicht zu Vegetariern umerziehen. 15 Module informieren auf unterhaltsame und spielerische Art. Deshalb hat Yvonne Istas die Wanderausstellung der Naturmuseen Thurgau und Olten ausgeliehen. «Ich will regelmässig etwas Familientaugliches anbieten. Und bei Kindern ziehen Tiere doch mehr als Kunst». Ganz ohne kommt aber die Katzenausstellung nicht aus. Die Frauenfelder Illustratorin Rina Jost hat für alle Stationen eine Kulisse gezeichnet. Im Foyer vor dem Konzertsaal ist sie im Ganzen zu sehen.

Das Begleitprogramm macht die Ausstellung in Kreuzlingen einzigartig. «Unser Katzenkonzert war innerhalb von wenigen Stunden ausgebucht», so Yvonne Istas. Sie hatte den Konstanzer Komponisten Frédéric Bolli angesprochen, der passend zum bekannten Bilderbuch «Missu & Pitschi» von Robert und Almut Gernhardt ein Musikstück für Klarinette, Fagott, Flöte und einen Erzähler komponierte. Das Konzert wird nach der Uraufführung am heutigen Freitag zwei weitere Male – am 16. Juni und am 21. Juli – gespielt. Für Schulklassen oder Kindergeburtstage soll es ein besonderes Betreuungsangebot geben. Ein Blick auf die Homepage des Museums (www.museumrosenegg.ch) lohnt sich. «Die Katze, unser wildes Haustier» im Museum Rosenegg ist bis zum 12. September freitags und sonntags zwischen 14 und 17 Uhr zu sehen, mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr.

Inka Grabowsky

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