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Stark, aber nicht stark genug für den Finaleinzug

Handball – Mit der 20:24 (11:11)-Niederlage gegen Titelverteidiger St. Gallen sind die Kreuzlingerinnen im Playoff-Halbfinal gescheitert, erhielten aber dennoch viel Lob.

Petra Skoricova war in der ersten Halbzeit mit sechs Treffern die wirkungsvollen Kreuzlinger Offensivkraft. (Bild: Felix Walker)

Handball. Natürlich war die Enttäuschung im Lager der Kreuzlingerinnen nach Spielschluss gross. Nach dem gleichermassen knappen wie unglücklichen 27:28 nach Verlängerung im Hinspiel hatte man sich in eigener Halle durchaus Chancen für eine erfolgreiche Revanche ausgerechnet. Am Ende standen sie aber erneut als Verliererinnen auf dem Feld, weil sie im Abschluss sündigten oder an der starken Nationaltorhüterin Sladana Dokovic scheiterten. Dass das Team der jungen Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug bis zum 17:17 rund 13 Minuten vor Schluss auf einen Überraschungscoup gegen den Rekordmeister, Titelverteidiger und Qualifikationssieger aus St. Gallen hoffen durften, darf ihr nicht hoch genug angerechnet werden.

Schock in Startphase
Denn bereits in der 4. Minute verlor der HSCK mit Maria Olsovska eine seiner absoluten Leistungsträgerin durch eine Knieverletzung. Wie lange die slowakische Ex-Internationale ausfällt, müssen Untersuchungen in den nächsten Tagen zeigen. Trainerin Ertl-Hug war dadurch früh zu Umstellungen gezwungen. Ihre Mannschaft löste diese Aufgabe aber bemerkenswert gut. Vor allem Anna Mayer, die ihr letztes Spiel für Kreuzlingen bestritt, und Selina Weidmann sprangen in die Lücke. In der ersten Halbzeit zeigte auch die junge Slowakin Petra Skoricova eine ausgezeichnete Leistung, verwandelte alle vier Penalties und war mit insgesamt sechs Treffern eine wichtige Stütze der Offensive. Seinen Fehlstart (1:4 nach acht Minuten) korrigierte der HSCK auf beeindruckend Weise. Nach dem 3:6 und dem ersten Time-out von Trainerin Ertl-Hug in der 13. Minute agierten die Thurgauerinnen im Angriff mit sieben Feldspielerinnen. Damit fanden sie immer wieder die Lücken im Brühler Abwehrverbund. In der 18. Minute ging der HSCK durch Kreisläuferin Vanda Gulyas mit 7:6 erstmals in Führung. Bei Halbzeit lautete das Skore 11:11, woran auch die formstarke Torhüterin Nathalie Wörner mit zwei hintereinander gehaltenen Penalties gegen die Polin Kinga Gutkowska (25.) und Nationalspielerin Malin Altherr (30.) grossen Anteil hatte.

Viel Kampfgeist und tolle Moral
Zur zweiten Halbzeit erwischten die Kreuzlingerinnen wiederum den schwächeren Start. Mit technischen Fehlern machten sie sich das Leben selber schwer. Dank vier Treffern in Serie setzte sich St. Gallen auf 11:15 ab. Erst ein von Isabel Tissekker verwandelter Penalty in der 38. Minute brach den Bann. Nun folgte die beste Phase der Gastgebrerinnen, zu der auch die eingewechselte Torfrau Miriam Federau viel beisteuerte. Der HSCK liess sich auch durch einen verschossenen Gegenstoss (41.) und Penalty (45.) nicht demoralisieren und glich in Überzahl durch Rechtsaussen Katerina Novotna wieder zum 17:17 (47.) aus.
Der erklärte Favorit aus St. Gallen wankte, fiel aber nicht um. Er profitierte dabei allerdings auch von einer wieder in die Höhe schnellende Fehlerquote des HSCK. Sechs Minuten nach dem Gleichstand war die Partie nach fünf Brühler Treffern in Serie zum 17:22 in der 54. Minute praktisch entschieden. Zwar kämpfte die Kreuzlingerinnen tapfer weiter, stand dabei jedoch auf verlorenem Posten. Brühl liess sich nicht mehr in Bedrängnis bringen und brachte den Vorsprung sicher über die Distanz. Isabel Tissekker, der in beiden Playoff-Halbfinalpartien nur gerade ein einziger Treffer aus dem Spiel heraus gelang, setzte mit einem verwandelten Penalty zum Endstand von 20:24 den sportlichen Schlusspunkt hinter ihre zweijährige Karriere in Kreuzlingen.

Für Brühl St. Gallen geht die Saison am 18. Mai mit den Playoff-Finalspielen (best of 5) gegen den LK Zug weiter, der sich seinerseits in zwei Spielen (29:23/a und 33:29/h) gegen die Spono Eagles Nottwil durchsetzte. Alle Finalspiele werden in der AXA-Arena in Winterthur ausgetragen.

Mehrere Verabschiedungen
Neben Isabel Tissekker wurden im Anschluss an das Spiel gegen Brühl auch Torfrau Miriam Federau (Handball-Sabbatical), Anna Mayer, Katja Sivka und Irena Singer-Duhanaj (alle Rücktritt) verabschiedet. Singer-Duhanaj, die wegen verletzungsbedingen Ausfällen ihr Comeback gab, absolvierte gegen Brühl ihr 104. Spiel in der Spar Premium League (NLA), die erst 22-jährige Pashke Marku ihr bereits 100. Partie.

Playoff-Halbfinal (best of 3), 2. Spiel:
HSC Kreuzlingen – LC Brühl St. Gallen 20:24 (11:11) – Endstand 0:2

Egelsee. – 50 Zuschauer. – Sr. Hennig/Meier.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 6-mal 2 Minuten gegen St. Gallen.
Kreuzlingen: Wörner (1.-23./5 Paraden, davon 2 Penalties), Federau (23.-60./6 Paraden); Singer-Duhanaj, Mayer (2), Skoricova (6/4), Tissekker (2/2), Klein, Weidmann (3), Rothacker, Marku (3), Gulyas (2), Lischka, Olsovska, Heinstadt, Novotna (2).
St. Gallen: Dokovic (1.-60./11 Paraden), F. Schlachter (für 6 Penalties/2 Paraden); Ackermann, Simova (2), Brunner, Pavic (4/1), Stacher, Altherr (3), Gutkowska (4/2), Schnyder, Schmid (8), M. Schlachter, Lüscher (3).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 6 von 8 (37./11:15 Skoricova scheitert an Schlachter, 45./15:17 Tissekker scheitert an Schlachter), St. Gallen 3 von 5 (25./8:10 Gutowska scheitert an Wörner, 30./11:11 Altherr scheitert an Wörner).
Bemerkungen: 4. Olsovska verletzt ausgeschieden; Kreuzlingen ohne Plüss und Hildebrand (beide verletzt); Brühl u.a. ohne Fudge (verletzt). – HSCK verabschiedet nach der Partie Isabel Tissekker (Rückkehr nach Deutschland), Miriam Federau (Handball-Sabbatical), Anna Mayer, Irena Singer-Duhanaj und Katja Sivka (alle Rücktritt).
Rausch-Best-Player: Miriam Federau (K) und Tabea Schmid (SG).

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